Belgien verurteilt neue Gewalt im Ostkongo

Das belgische Außenministerium hat die wieder aufflammende Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo verurteilt und die Konfliktparteien dazu aufgerufen, die Kämpfe sofort zu stoppen. Seit Mitte vergangener Woche liefern sich dort die so genannte M23-Miliz und das kongolesische Militär heftige Gefechte. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht.

Kongolesische Soldaten in der Nähe von Kibumba, Provinz Nord-Kivu, am Mittwoch (Bild: Arlette Bashizi/AFP)

Kongolesische Soldaten in der Nähe von Kibumba, Provinz Nord-Kivu, am Mittwoch (Bild: Arlette Bashizi/AFP)

Der Kampf gegen die M23-Miliz ist nur einer von vielen bewaffneten Konflikten, in die das kongolesische Militär im Osten des Landes verwickelt ist. Zwar herrscht in den beiden Provinzen Nord-Kivu und Ituri, wo die Konflikte am heftigsten sind, seit gut einem Jahr Kriegsrecht. Doch auch unter Militärherrschaft ist es nicht gelungen, die Gewalt der Milizen zu beenden.

Wegen der neuen Kämpfe zwischen M23 und dem Militär sind seit einer Woche laut UN-Angaben 72.000 Menschen auf der Flucht.

Die ursprünglich vom Nachbarland Ruanda unterstützte M23 galt 2013 als besiegt. Jetzt gibt die Miliz an, wieder zu den Waffen zu greifen, weil sich die kongolesische Regierung nicht an Absprachen zur Demobilisierung der M23-Kämpfer gehalten haben soll.

Übernächste Woche reisen König Philippe und Königin Mathilde für sieben Tage zu einem offiziellen Besuch in die Demokratische Republik Kongo, Belgiens ehemalige Kolonie. Von der Hauptstadt Kinshasa, wo das Königspaar wahrscheinlich die meiste Zeit verbringen wird, sind die Kämpfe im Osten des Landes über 1.500 Kilometer weit entfernt.

Kay Wagner