Politischer Paukenschlag in Flandern: Gesundheitsminister Wouter Beke zurückgetreten

Wouter Beke, der flämische Minister für Wohlfahrt, Volksgesundheit, Familie und Armutsbekämpfung ist von seinen Ämtern zurückgetreten. Der CD&V-Politiker teilte seine Entscheidung am Donnerstagabend in einer Pressekonferenz mit.

Wouter Beke stand seit Langem wegen diversen Dossiers in der Kritik, darunter der Handhabung der Corona-Krise, den Wartezeiten bei der Gesundheitsversorgung und zuletzt wegen des Todes eines Kleinkindes in einer Kindertagesstätte (Bild: Hatim Kaghat/Belga)

Wouter Beke stand seit Langem wegen diversen Dossiers in der Kritik, darunter der Handhabung der Corona-Krise, den Wartezeiten bei der Gesundheitsversorgung und zuletzt wegen des Todes eines Kleinkindes in einer Kindertagesstätte (Bild: Hatim Kaghat/Belga)

Beke war seit 2019 Minister in der flämischen Regionalregierung gewesen. Heute sei sein letzter Tag als Minister, leitete Beke die Rücktrittsrede ein. Und das Timing war sicher kein Zufall, denn der Rücktritt des umstrittenen Beke erfolgte somit unmittelbar vor dem Beginn des CD&V-Parteirats am Donnerstagabend. Der soll die Nachfolge des Vorsitzenden Joachim Coens planen.

Coens hatte den Weg freigemacht für eine vorgezogene Wahl, nachdem die flämischen Christdemokraten bei der letzten Umfrage über die Wahlabsichten der Flamen extrem schlecht abgeschnitten hatten. Beke hatte seine Rücktrittspläne vorab dem Parteivorstand mitgeteilt, wie Coens bestätigte.

Neben einer Bilanz seiner Amtszeit teilte Beke bei seiner Rede auch mehrfach gegen die Medien aus, die ihn seiner Meinung nach sehr ungerecht behandelt hätten: Seine Erfolge seien nicht gewürdigt und er sei fälschlicherweise als kühler Machtpolitiker dargestellt worden. Der Tod des Babys in der Kindertagesstätte etwa sei ihm persönlich sehr nahe gegangen, betonte Beke.

Boris Schmidt