Debatte in Flandern: Sozialwohnungen nur noch für neun Jahre

Wenn es nach der Open VLD geht, dann soll ein arbeitsfähiger Mieter eine Sozialwohnung nach neun Jahren verlassen. Diesen Vorschlag hat der flämische Minister Bart Somers der flämischen Regierung letzte Woche unterbreitet.

Hausschlüssel (Illustrationsbild: Jonas Hamers/Belga)

Illustrationsbild: Jonas Hamers/Belga

Der flämische Minister für das Wohnungswesen, Matthias Diependaele von der NV-A, hatte letzte Woche angekündigt, dass er überlegt, eine halbe Milliarde des Budgets für das Wohnungswesen eher in den Privatsektor zu investieren, statt 2.500 neue Sozialwohnungen zu schaffen. Das stieß auf starke Kritik, vor allem von der CD&V. Sie möchte das Geld einfach weiterhin für den Sozialwohnungssektor nutzen und eben nicht für den Privatsektor.

Flandern kämpft mit einer Wohnungskrise – sogar mit einer „gewaltigen“ Wohnungskrise, so formuliert es zumindest Bart Somers (Open VLD). Es gebe einfach zu wenig Sozialwohnungen. 170.000 Familien stehen seinen Angaben nach auf Wartelisten, um eine Sozialwohnung zu bekommen. Und selbst Familien mit zwei Berufstätigen hätten es immer schwerer, die Finanzierung einer Wohnung zu stemmen, weil die Preise stark steigen.

Somers schlägt nun eine Beschränkung von neun Jahren für Sozialwohnungen vor. Wer arbeitsfähig ist, soll spätestens nach neun Jahren aus einer Sozialwohnung ausziehen und bis dahin „intensiv auf seinem Weg hin zum Arbeitsmarkt begleitet werden“, sagt Somers. Sozial wohnen soll ein Sprungbrett sein – aber kein Dauerzustand, da sind sich Somers und Diependaele einig.

Die Koordinatoren der Sozialwohnungs-Plattformen halten das Ganze für eine Scheinlösung. Damit würde man die Menschen nach neun Jahren erneut in Probleme verwickeln, wenn sie zu wenig verdienten, um sich eine Privatwohnung leisten zu können.

morgen/belga/js/km

2 Kommentare
  1. André Ritzen

    Ja so ein Minister mit seinem Üppigen Gehalt was wir ihm ja Zahlen hat gut zu Entscheiden. Für ihn ist ein Ankauf einer Immobilie einfach, da aber die Löhne der Arbeiterklasse viel zu niedrig sind geht es einfach nicht. Und wenn die Sozialwohnungen nicht als Asylantenheime genutzt würden hätten wir auch nicht so einen grossen Bedarf. Lösung eine Gehaltserhöhung für die Arbeiterklasse um die 35% dann wird das gehen, mit den neun Jahren als Sprungbrett. Dann noch ein Plafongehalt für die Minister was bei 10000 € begrenzt wird. Dann kann man mit dem überschüssigen Geld wieder Sozialwohnungen bauen.

  2. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Die expansive Geldpolitik der EZB ist mit Schuld an den ständig steigenden Immobilienpreisen.Zusätzlich heizen noch staatliche Forderungen die Preise an.Man sollte sich verabschieden von der Idee, dass noch mehr staatliche Zuschüsse zur Problemlösung führt.