Grünes Licht für Innenveranstaltungen: Kinos und Co. dürfen wieder öffnen

Der Kultursektor darf wieder öffnen. Der Konzertierungsausschuss hat in einer Online-Sitzung dafür grünes Licht gegeben. Das gilt ausdrücklich auch für Kinos und den Veranstaltungssektor, auch wenn sie nicht im Beschluss des Staatsrats von Dienstag erwähnt worden sind.

Moviemills in Malmedy (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Bild: Stephan Pesch/BRF

Indoor-Veranstaltungen dürfen also wieder stattfinden, anders als letzte Woche entschieden. „Der Konzertierungsausschuss wollte diese Veranstaltungen verbieten, um Kontaktbeschränkungen zu maximieren, damit gigantische Auswirkungen auf die Krankenhäuser und damit verbunden auch ein möglicher Lockdown verhindert werden können“, erklärt DG-Ministerpräsident Oliver Paasch.

„Jetzt hat man aber – und das ist in einem Rechtsstaat völlig normal – zur Kenntnis genommen, was der Staatsrat geurteilt hat, und Schlussfolgerungen daraus gezogen. Wir setzen also die Uhr zurück auf die Regeln vom 3. Dezember.“

Das bedeutet: Innenveranstaltungen mit höchstens 200 Besuchern sind erlaubt, ab 50 muss das Covid-Safe-Ticket verlangt werden. Alle Besucher müssen einen Sitzplatz haben. Es muss für ausreichend Platz und Belüftung gesorgt werden.

Paasch hofft, dass der Konzertierungsausschuss so schnell wie möglich einen Stufenplan aufstellt. Der sei schon unter der Regierung um Sophie Wilmès vorgesehen gewesen. Ein Stufenplan oder Barometer, gekoppelt an verschiedene Corona-Parameter, könne den verschiedenen Sektoren wichtige Planungssicherheit bieten.

Auch hofft Paasch, dass der Konzertierungsausschuss in Zukunft mit einer Stimme spricht. „Ich bin doch verärgert und sehr enttäuscht über das Verhalten mancher Politiker und ehrlich gesagt auch einiger Experten. Ich habe Politiker erlebt, die an den Beschlüssen des Konzertierungsausschusses beteiligt waren und unmittelbar nach Bekanntgabe der ersten Protestreaktionen sogar zum Boykott dieser Maßnahmen aufgerufen haben.“

„Das gefährdet in meinen Augen das Vertrauen in die Entscheidungen und es ist auch dem Rechtsstaat und dem Funktionieren eines demokratischen Systems abträglich“, sagt Paasch.

ale/km

4 Kommentare
  1. Katrin Siebigteroth

    Was ich so schön finde ist, dass ich mit 199 wildfremden Leuten ins Kino darf, aber die Kinder nicht mit ihrem festen Klassenverband in Kindergarten oder Schule. Das sind doch mal Prioritäten! Hauptsache die Wirtschaft läuft weiter. Wenn eine ganze Generation kaputt gemacht wird, weil sie durch ihre Opfer die Versäumnisse anderer (primär ungeimpfter Egoisten) ausgleichen soll und keine Lobby sich für sie einsetzt, macht mich das einfach nur fassungslos. Von den Eltern, die sich erneut zerreißen müssen, um irgendwie Kinderbetreuung und Arbeit geregelt zu bekommen, und den Kindern aus Familien, die auch im normalen Alltag schon nicht gut klar kommen, möchte ich gar nicht erst anfangen zu sprechen. Eine Corona Infektion ist nicht das einzige gesundheitliche Risiko in dieser Zeit. Aber Hauptsache man kann sich im großen Kreis amüsieren. Da kann Karneval ja getrost kommen. Wird schon alles gut gehen…

  2. Maria van Straelen

    Frau Siebigteroth,
    ein Kino fasst bedeutend mehr als 200 Plätze und da werden die Menschen auseinandergesetzt mit dem nötigen Abstand. Dann bleiben Sie ca. @ Stunden still sitzen und sprechen nicht einmal.

    Im Kindergarten toben die Kinder in kleinen Räumen herum, schreien rum (nicht negativ gemeint) und halten keinen Abstand.

    Glauben Sie wirklich, dass die Kulturbetriebe mit 200 Mann den großen Reibach machen oder dadurch „die Wirtschaft“ blüht ? Man muss auch mal die Gesamtzusammenhänge betrachten.

  3. Katrin Siebigteroth

    Fr. Straelen,
    bitte zeigen Sie mir wo genau im Kampf gegen Corona bis jetzt die Gesamtsituation betrachtet wurde. Es wird kopflos und unkoordiniert in alle Richtungen geschossen. Selbst im Contacttracing herrscht Verwirrung rund um Test-/Quarantäne-Regeln. Die Einhaltung selbiger ist de facto jedem selbst überlassen und leider ist nicht jeder rücksichtsvoll und bereit sich zum Schutze anderer selbst zurückzunehmen.
    Was die Abstände bei Kindern angeht, haben Sie sicher Recht. Was jedoch die psychischen und sozialen Effekte für die Kinder betrifft, denke ich, dass uns da zukünftig ein fürchterliches Erwachen droht. Und ich denke, dass Bildung und vor allem soziale Kontakte für Kinder unverzichtbar sind.

    Ich halte es für eine Illusion, dass wir zum Leben vor Corona zurückkehren werden. Es ist nur eine Frage der Zeit bis zur nächsten Mutation/Virus und dann wird das Ganze wieder auf gleiche Weise bekämpft? Wir werden uns anpassen müssen, um evtl. mit einem blauen Auge davon zu kommen.

  4. Maria van Straelen

    Frau Siebigteroth. Wir sind in einer Situatian, die noch kein einziger Mensch auf der Welt mitgemacht hat, in einer Zeit, wo wir so viele sind wie noch nie und reisen um den Erdball fast für Jedermann (aus Europa) möglich ist. Da ist das Risiko nochmal viel größer. Vielleicht überlegen Sie mal, wie viele Situationen die Virologen und Politiker alles bedenken und abwägen müssen. Mir ist bisher noch kein einziger Kommentar vorgekommen, der dies berücksichtigt hat. ALLE beziehen sich nur auf die Beschränkung die ihnen persönlich auferlegt wird. Wer die Eltern im Heim hat, findet diese Beschränkungen ungerecht, wer mal ein paar Wochen nicht ins Ausland darf, startet gleich eine Petition. Wer sein Kind mal ein paar Wochen nicht sieht, ist entrüstet. Vor der Pandemie hörte ich nur stolze (Groß)-Eltern, deren Kinder auf der ganzen Welt ein Auslandsstudium absolvierten. Es war erschreckend, wie viele diesen Sommer weit weg in Urlaub fuhren.