Nationaler Aktionstag der Gewerkschaften: Bilanz und Reaktionen

Am Montag hat landesweit ein nationaler Aktionstag stattgefunden, zu dem die christliche Gewerkschaft CSC und die sozialistische FGTB aufgerufen hatten. Die liberale CGSLB nahm zwar nicht selbst teil, unterstützte die Forderungen der anderen Gewerkschaften aber. Zu den Aktionen gehörte auch eine Großdemonstration in Brüssel.

Gewerkschafts-Demo in Brüssel am 6.12.2021 (Bild: Benoit Doppagne/Belga)

Gewerkschafts-Demo in Brüssel (Bild: Benoit Doppagne/Belga)

In den verschiedenen Landesteilen kam es außerdem seit dem Morgen teilweise zu Beeinträchtigungen des Öffentlichen Nahverkehrs.

Laut Gewerkschaftsangaben nahmen 6.000 Menschen an dem Marsch durch die Hauptstadt teil. Aufgrund der epidemiologischen Situation hatten die Arbeitnehmervertretungen die Teilnehmerzahl begrenzt.

Hauptanliegen der Gewerkschaften war unter anderem die Verteidigung der Kaufkraft, die insbesondere durch die Energiepreise unter Druck geraten ist. Die Gewerkschaften verlangten strukturelle Maßnahmen, um die Menschen in dieser Hinsicht zu unterstützen sowie eine Beibehaltung der automatischen Indexanpassung der Löhne.

Außerdem forderten sie erneut eine Reform des umstrittenen Lohnnormgesetzes von 1996. Dieses Gesetz verhindere ein angemessenes Ansteigen der Gehälter, so die Gewerkschaften. Man wolle freier mit den Arbeitgebern verhandeln können.

Eine andere Forderung war der Schutz der Rechte der Gewerkschaften. Die Organisationen sehen die durch ein Gerichtsurteil gegen 17 FGTB-Mitglieder wegen einer Autobahnblockade während des Generalstreiks 2015 gefährdet.

Der belgische Unternehmerverband FEB warf den Gewerkschaften derweil vor, das Land durch Aktionen und Demonstrationen lahmzulegen, die nichts anderes erreichten, als die wirtschaftliche Erholung zu verkomplizieren. Das Lohnnormgesetz beschütze die Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze, so die FEB.

Boris Schmidt

2 Kommentare
  1. Marcel scholzen eimerscheid

    Was ist schlimm an dem Gerichtsurteil ? Was erwarten die Rabauken vom FGTB ? Blumen und Glückwünsche ?

    Zum Thema Gewerkschaften folgender Witz:

    Ein engagierter Gewerkschafter stirbt, steht vor dem Himmelstor und bittet um Einlass. Der liebe Gott weigert sich und schickt den Gewerkschafter weiter in die Hölle.

    Ein paar Wochen später hat der liebe Gott Langeweile und beschließt, dem Teufel einen Besuch abzustatten. In der Hölle angekommen, merkt er, dass es bitter kalt ist. Und der Teufel beklagt sich beim lieben Gott : „Seit Du mir diesen Gewerkschafter geschickt hast, wird nur noch gestreikt. Die Öfen sind kalt und ich habe mir eine Erkältung zugezogen.“

  2. Roland LEJEUNE

    @ Marcel Scholzen
    Nicht schlecht ! 🙂