Konzertierungsauschuss lenkt ein: Nachtleben auf Pause, Sperrstunde für Horeca

Diskotheken und Nachtclubs müssen ab Samstag schließen. Darauf haben sich die Regierungen des Landes bei einer Videokonferenz geeinigt.

Geschlossen-Schild

Illustrationsbild: Nicolas Maeterlinck/Belga

Der Konzertierungsausschuss hat am Freitagmorgen über neue Beschränkungen beraten. Anlass sind die stark steigenden Corona-Zahlen und die immer dramatischere Lage in den Krankenhäusern. Ziel ist es, die vierte Corona-Welle zu brechen.

„Wir müssen zugeben, dass wir uns getäuscht haben angesichts der viel ansteckenderen Delta-Variante. Die Situation ist schlechter als das pessimistischste Szenario“, sagte Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) auf der Pressekonferenz nach dem Konzertierungsausschuss. „Wir hatten noch nie so viele Infektionen, das Gesundheitssystem stößt an seine Grenzen“. De Croo zeigte Verständnis für die Enttäuschung, forderte aber alle auf, die Maßnahmen einzuhalten. „Eigentlich haben wir es heute mit einem anderen Virus zu tun als dem Covid-19, wir sind jetzt mit Covid-21 konfrontiert.“

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Diskotheken und Nachtclubs müssen wieder schließen. Private Feste außer Haus werden für die Dauer von drei Wochen verboten. Feiern zuhause ist weiter möglich. Auch für Hochzeiten und Beerdigungen werden Ausnahmen gemacht. Dort gelten aber die üblichen Vorsichtsregeln wie Mundschutzpflicht und Abstandsgebot.

Im Horeca-Sektor wird wieder eine Sperrstunde eingeführt. Restaurants und Cafés müssen um 23 Uhr schließen. Es dürfen bis zu sechs Menschen an einem Tisch sitzen – die Beschränkung gilt aber nicht für die Mitglieder eines Haushalt.

Auch im Innern dürfen Veranstaltungen weiterhin stattfinden, insofern die Besucher sitzen.

Hallensport bleibt ebenfalls möglich, allerdings ohne Publikum.

Homeoffice wird im Vergleich zu den Beschlüssen von der Vorwoche ausgeweitet. Bis zum 19. Dezember dürfen Arbeitnehmer höchstens einen Tag pro Woche in den Betrieb oder ins Büro, es sei denn, es gibt keine andere Möglichkeit.

Die Maßnahmen für das Gaststättengewerbe und das Nachtleben treten am Samstag in Kraft, für Veranstaltungen gelten die Maßnahmen ab Montag.

Am Samstag werden die Gesundheitsminister des Landes über die weitere Impf- und Teststrategie beraten. De Croo verriet schon eine Idee, um den Gesundheitssektor, insbesondere die Hausärzte, zu entlasten: So soll es „Walk-in-Testzentren“ geben, zu denen jeder hingehen kann, um sich testen zu lassen.

So oder so soll die Impfkampagne mit den sogenannten Booster-Impfungen beschleunigt werden. Zur Debatte steht, ob Lehrer vorrangig eine Auffrischungsimpfung erhalten können. Darüber und über andere Maßnahmen im Unterrichtswesen werden am Wochenende auch die Bildungsminister beraten. Sie sollen ihre Ergebnisse bis Montag vorlegen.

Die nächste Sitzung des Konzertierungsausschusses findet am 15. Dezember statt.

Schließung der Diskotheken: „Ein Schlag ins Gesicht“

vrt/rtbf/jp/sp

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19 Kommentare
  1. Norbert Schleck

    „Premier Ministre – Eerste Minister“ steht da auf dem Schild.
    Wo bleibt da die Beschriftung „Erstminister“?
    War da nicht mal was mit einer Resolution über den Gebrauch der dritten Landessprache?

    Man sieht, bis zu dem von Herrn Lambertz propagierten „Belgien zu Viert“ ist noch ein weiter Weg.

  2. Roger Hermann

    Herr Schleck, ihre Probleme hätte ich gerne. 🙁
    Das mit der 4ten Region ist doch lächerlich, und nicht realisierbar, aber es wird weiter getrumpft in Eupen, als ob da eine eigen Gelddruckmaschine vorhanden wäre.
    Abschaffen, das spart viel Geld !

  3. Christian Vandenbulcke

    Wir sind 3 sprachig, warum wird die PK immer nur in Niederländisch und Französisch abgehalten. Wie wäre es wenn De Croo auch alles auf Deutsch sagen würde.
    Als deutsch sprachiger bekommt man hinterher alles via B Alert zugemailt.

  4. Frank Sarlette

    Wenn 1000 Deutsprachige nach China auswandern wird das chinesische Volk wohl kaum mit dem Deutsch-Lernen anfangen.

  5. Norberth Vanhausen

    Langsam reicht es, die Zahlen bei uns in Belgien sind doch nicht so schlimm. In NL und in D sind die Zahlen viel höher aber die machen nicht so ein Theater. Ich bin fassungslos. Gestern hat die WHO einen Bericht veröffentlich wonach die Impfung auch sehr gefährlich sei. Es gibt wohl überdurchschnittlich viele Probleme mit den Vaccinen gegen Covit19. Wir müssen lernen mit dem Virus zu leben. Genau wie mit Grippe oder Cholera.

  6. Andre Schmidt

    Warum spricht alexander De Croo dann Französisch? Das ist doch auch eine Minderheitensprache in Belgien.
    Entweder soll jeder Minister einfach nur in seiner Muttersprache reden. Leute, die in belgien zur Schule gegangen sind, sollten sie dann auch verstehen können. Oder sie reden in den 3 Landessprachen zu uns. Aber nur in 2 von 3, dass finde ich schon provokativ.

  7. Alexa Peters

    Ich weiß nicht von welchen Zahlen Sie reden, Herr Vanhausen aber wenn es um die Inzidenz der Infizierten geht, da steht Belgien weltweit an 5., die Niederlande an 7. und Deutschland an 20. Stelle.

  8. Peter Alexis

    Belgien – viel Geld fuer wenig Leistung.
    Andere Laender rollen die Booster Impfungen bereits aus, obwohl die Inzidenz niedriger ist – hier werden mit den hoechsten Steuern innerhalb der OECD eine Politikerkaste und Politikerfamilien finanziert und die Zahler bleiben auf der Strecke.

    Bitte ein weniger Luft produzieren und endlich zeitgerecht handeln – to little too late as always, aber sich brav auf die Schulter klopfen was man doch fuer ein tolles Land sei….. Einbildung ist auch eine Bildung

  9. Patric Mehrgans

    Sehr geehrter Herr Vanhausen. Von welchem Bericht der WHO reden Sie? Kann nur einen Bericht über Impfstoffe finden der Kinder und Jungendlichen bereits in anderen Teilen der Welt verabreicht wird, jedoch nie von der WHO bestätigt worden ist.
    Wäre sehr interessant, wenn Sie mir diesen Bericht zugänglich machen würden.
    Danke

  10. Benny Appelt

    Frau Peters, Sie haben vollkommen Recht. Die Lage ist in Belgien „relativ“ betrachtet wesentlich dramatischer als in DEU. Ich denke Herr Vanhausen hat sich auf die absoluten Zahlen bezogen.
    Die Rechnung dahinter ist aber folgende BEL hatte Montag ca 25Tsd Neuinfektionen und DEU 75Tsd, sprich 1/3 im Verhältnis. Bedenkt man dass BEL aber nur zwischen 1/7 und 1/8 der DEU Bevölkerung hat, so ist die Lage hier relativ gesehen dramatischer, was man auch an der 7 Tage Inzidenz ablesen kann.
    Leider werden die beschlossenen Maßnahmen keine ausreichenden Beitrag zum Abflachen des Infektionsgeschehens leisten, da viel zu kleinteilig, kleinkariert, inhaltlich nicht nachvollziehbar hinsichtlich keiner ausreichenden Regel zur Kontaktbeschränkung bei mangelnder Kontaktnachverfolgung im Infektionsfall.
    Warum handelt Politik erst dann, wenn der Werkzeugkasten fast wieder nur LOCKDOWN zulässt?
    Es kommt einem vor wie letztes Jahr, nur dass man dieses Jahr, die Erfahrungen des letzten Jahres bereits hatte.

  11. Peter Mertens

    In Eupen läuft die Boosterimpfung schon, kenne mehrere (ü 65 und ü75) die sie schon erhalten haben.
    Der Rest stimmt, viel bezahlen wenig erhalten

  12. Patric Mehrgans

    Ach ja, noch zu den Maßnahmen: kein 2 G, kein Lockdown (für alle oder ungeimpft), keine wirklichen Einschränkungen… nicht wirklich was seriöses.
    Sinnlos.

  13. Frank Mandel

    Ich kann mich noch daran erinnern, da wollte man von einer Auffrischungsimpfung für alle nichts wissen…, jetzt kann es gar nicht schnell genug gehen.
    Eine neue Virus Variante aus Afrika? Ja so ist das, wenn man die Ärmsten da unten hängen lässt und nicht teilt. Früher gab es kein Brot und heute keine Impfung.
    So kommen die dadurch entstehenden Krankheiten letztendlich doch wieder zurück…

  14. Mario Malotte

    haha lächerlich die Maßnahmen. Was soll das bringen? Wie Herr Vanhausen schreibt gibt es so ein Theater nur in Belgien. Mir egal – wir fahren morgen nach Holland auf einen Weihnachtsmarkt. Lass euch ruhig verrückt machen. Die Politikelite aus Brüssel macht sich schön die Taschen voll.

  15. Hubert Aussems

    Herr Vanhausen ich würde gerne Bericht sehen wovon sie sprechen, ich bin 3x geimpft und kenne sehr viel geimpfte Leute, die aller schwerste „Nebenwirkung“ von der ich gehört habe waren ein-zwei Tage Unwohlsein, wenn das ihre berühmte Nebenwirkungen sind dann kann ich gut damit leben.

  16. Alessandro Vega

    Sehr geehrter Herr Vanhausen,

    “ Gestern hat die WHO einen Bericht veröffentlich wonach die Impfung auch sehr gefährlich sei.“

    Ich weiß nicht wo Sie diese Info her haben, von der WHO kommt sie jedenfalls nicht.

    „Es gibt wohl überdurchschnittlich viele Probleme mit den Vaccinen gegen Covit19“

    Tatsächlich zeigen die meisten Studien, dass die mRNA Vaccine unterdurchschnittlich viele Nebenwirkungen haben.

    Ich frage mich ob Leute wie Sie diese Infos schlicht ungeprüft nachplappern oder selbst so dreisst sind und Sie erfinden.
    Auch frage ich mich, wo der Grund dafür liegt, dass Menschen es nötig haben etwas schlecht zu reden was nachweislich schon tausende Leben gerettet hat.

  17. Andrea Fasch

    Herr Mandel – Das genau ist damit gemeint, wenn die WHO davon spricht, das niemand sicher sei, bevor alle sicher sind.
    Und damit ist auch gemeint, das wir auf dem Planten alle in einem Boot sitzen. Je mehr Vermehrungsmöglichkeiten für ein Virus, um so mehr Mutationen. Und darum sollte man die Zahlen verda…nochmal NIEDRIG halten. Und Impfen. Und den Impfstoff freigeben, damit der überall wie Brot hergestellt werden kann, denn der kleine Vorsprung, den uns das verschafft, als Menschheit , dem Virus gegenüber, ist bald verspielt, wie Nu nun zeigt.
    Frau kann nur noch den Kopf schütteln, da faseln Menschen von Langzeitfolgen, und wollen sich nicht impfen lassen, anstelle begeistert eine Möglichkeit zu ergreifen, das Sterben zu beenden.
    Würde ich noch im Krankenhaus arbeiten, würde ich schreiend wegrennen – wie soll das Personal, das immer weniger wird, das denn ertragen? Kaum Lohn, viel Arbeit, kein Licht am Tunnelende und mehr und mehr Kranke.

  18. Thorsten Kohlmorgen

    @Frank Sarlette:
    Auch wenn es mit dem Inhalt des Artikels nichts zu tun hat:
    Im Gegensatz zur Chinesischen Verfassung gibt es in unserer Verfassung die Artikel 2 und 4. Und es sind nicht 1000 gegen eine Milliarde sondern 78.0000 gegen 6.6 bzw 3.6 Millionen. Was der König in seinen Ansprachen kann, sollte der Regierung nur Recht und Billig sein…

  19. Peter Reinhardt

    Ja, Herr Sarlette. Sie haben Recht. Es gibt 1,3 Milliarden Chinesen, da machen 1000 Leute gar nichts aus. Belgien hat aber 13 Millionen Einwohner und gibt sich föderal. Noch Fragen?

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