Vorgezogener Konzertierungsausschuss am Freitag – Starke Maßnahmen angekündigt

Seit Donnerstagmorgen mehrten sich die Hinweise, dass der Konzertierungsausschuss schon bald verfrüht zusammengerufen werden könnte. Am Nachmittag dann hat Premierminister Alexander De Croo in der Plenarsitzung der Kammer die Katze auch offiziell aus dem Sack gelassen: Am Freitag wird über weitere Maßnahmen diskutiert werden.

Premier De Croo beim Konzertierungsausschuss am Mittwoch (Bild: Benoit Doppagne/Belga)

Premier De Croo nach dem letzten Konzertierungsausschuss am 17. November (Bild: Benoit Doppagne/Belga)

Eine gute Stunde vor Beginn der Kammersitzung hatte das Gerücht angefangen, die Runde zu machen. Insofern kam die Ankündigung von Premierminister De Croo auch nicht mehr als die ganz große Überraschung. Wobei Gerüchte bis zu ihrer Bestätigung eben genau das sind: nicht mehr als Gerüchte.

Wenn man sich die Lage auf den Intensivstationen anschaue, sehe man, dass sie schlechter sei als selbst in den negativsten Szenarien von vor einer Woche, holte De Croo vor den Parlamentariern aus. Das bedeute, dass man handeln müsse.

Deswegen habe er beschlossen, am Freitag zuallererst einen Konzertierungsausschuss einzuberufen. Gemeinsam mit den Regierungen des Landes werde darin die aktuelle Situation evaluiert werden.

Es müsse an drei Stellschrauben gedreht werden, erläuterte De Croo: Erstens und als Wichtigstes müsse die Impfung und vor allem das Boostern der Bevölkerung beschleunigt werden. Zweitens müsse geschaut werden, wie der enorme Druck auf das Gesundheitswesen verringert und die dort tätigen Menschen unterstützt werden könnten.

Hierbei sprach der Premier, wie auch nach ihm der föderale Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke auch explizit die Reduzierung des administrativen Corona-Aufwands an. Unter der schieren Masse an Tests und damit verbundenen Anfragen ächzen ja besonders die Hausärzte.

Drittens werde man sich morgen aber auch mit einem Paket Maßnahmen beschäftigen, kündigte De Croo an – so genannten „nicht-medizinischen Interventionen“. Es werde außerdem auch Unterstützungsmaßregeln geben, niemand werde zurückgelassen.

Wenn sich der Konzertierungsausschuss auf Maßnahmen einige, dann werde das von allen Anstrengungen erfordern. Maßnahmen, die nicht befolgt würden, hätten keine Wirkung, mahnte De Croo. Das gelte im Übrigen auch für die bereits bekannten Beschlüsse des letzten Konzertierungsausschusses.

Es sei erwiesen, dass die Impfstoffe sehr gut wirkten – trotz wesentlich ansteckenderen Varianten. Es seien aber zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen erforderlich – und die werde man Freitagvormittag besprechen.

Über Details ließ sich der Premierminister in dieser Hinsicht nicht aus. Aber sein Gesundheitsminister machte überdeutlich, welchen Ton zumindest er anschlagen wird. Man stehe erneut vor einer sehr schwierigen Situation, die nicht den geringsten Aufschub dulde, so Vandenbroucke. Deswegen werde er beim Konzertierungsausschuss für starke Maßnahmen plädieren, die auch unmittelbar in Kraft treten sollten. Es sei keine Zeit zu verlieren. Je länger man warte, desto größer werde das Leid – auch wenn das leider eine enttäuschende Botschaft sei.

Neben weiteren Ausführungen zu den bereits von Premier De Croo angesprochenen Punkten hob Vandenbroucke vor allem eines hervor: Die Zirkulation des Coronavirus sei zu stark, die Zahl der Ansteckungen müsse gesenkt werden. Die Maßnahmen müssten stark genug und breit genug sein und für alle Sektoren und überall gelten.

Das bedeute neue Maßnahmen im Unterrichtswesen, bei den Freizeitaktivitäten und auch im Berufsleben. Die riskantesten Aktivitäten müssten am stärksten eingeschränkt beziehungsweise sogar ganz gestoppt werden, so die unmissverständliche Ansage des Gesundheitsministers.

Sowohl Vandenbroucke als auch De Croo schworen die Bevölkerung auch erneut auf Solidarität und ein umsichtiges Verhalten ein. Mit ihrer Hilfe und den Waffen, die man bereits zur Verfügung habe, werde man auch diese schwere Prüfung erneut meistern, so sinngemäß der Appell angesichts der ernsten epidemiologischen Situation.

Boris Schmidt

28 Kommentare
  1. Langohr Luc

    Es wäre natürlich angebracht die Maßnahmen zu verschärfen Bevor es zu spät ist

  2. Norbert Schleck

    „…angesichts der ernsten epidemiologischen Situation.“

    In diesem Kontext:
    „Immer mehr Ungeimpfte in Bayern stecken sich mit Corona an. Die Inzidenz bei den Ungeimpften lag am Mittwoch bei 1726,3, wie das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit (LGL) am Donnerstag mitteilte. Das ist ein Plus von gut 257 im Vergleich zur Vorwoche. Bei den Geimpften stieg die Inzidenz dagegen nur noch leicht um drei auf 112,7.

    Damit verschiebt sich die Betroffenheit weiter in Richtung Ungeimpfter. Aktuell ist die Inzidenz bei ihnen 15,4-mal so hoch wie bei Geimpften. Vor einer Woche lag der Faktor noch bei 13,4, vor zwei Wochen bei 9,8.

    Auch bei den Krankenhauseinweisungen ist die Lücke deutlich. Die Hospitalisierungs-Inzidenz der Ungeimpften lag am Mittwoch bei 17,6, die der Geimpften bei 2,8.“ (SPON)

    Also, unbeeindruckt von den Zahlenspielereien des Herrn Schmitz haben meine Frau und ich uns heute unsere dritte Dosis in Pepinster abgeholt.

    Die Leute standen dort Schlange. Dort kann man auch ohne Termin hingehen.

  3. Uwe Chemnitz

    So macht man es in den Medien..Bilder zeigen….in dem Fall stimmt das aber mal.
    Es ist schon 10 nach 12.

    Und schon ist die nächste Mutation am Start…Südafrika…. noch viel aggressiver, noch schneller ansteckend….und man ist am analysieren…ob die momentanen Vacine dagegen wirken.

    Ein Lockdown mit Delta wird sich nicht verhindern lassen.

  4. Nadine Zinke

    Herr Norbert Schleck

    Egal wie hoch die Anteile sind

    Fakt ist man ist nicht geschützt.
    Gibt genug Fälle wo auch geboosterte auf intensiv liegen

    Also langsam sollte man aufhören die Schuld bei ungeimpften zu suchen!

    Und langsam sollte jeder auch lernen mit dem Virus zu leben!!!

    Niemand muss sich gegen seinen eigenen Willen medizinische Maßnahmen unterziehen

    Wir sind auch inmitten einer Grippe Saison

    Corona ist da und es wird immer bleiben

  5. Heike De Bruecker

    Werte Frau Zinke,
    Sie stellen Ihre Meinung als „ Fakt“ hin.
    Fakt ist, dass es bei jeder Impfung Durchbrüche gibt und gegeben hat.
    Fakt ist aber auch, dass es ungeimpfte Menschen, egal um welche Krankheit es geht, nun mal einen höheren Infektionsanteil haben, somit also auch öfter als andere stationär aufgenommen werden müssen.
    Das Corona bleibt, ist der einzige Fakt. Die Frage hier heißt einfach nur WIE diese Krankheit/ Virus bleibt…mit all seinen vielen Toten, oder ein wenig beherrschbar mit weniger Leid und Tauer

  6. Norbert Schleck

    „Fakt ist man ist nicht geschützt.“
    Wenn man sich seine eigenen Fakten schafft…
    Glückliche Frau Zinke!

    „Und langsam sollte jeder auch lernen mit dem Virus zu leben!!!“
    Na, dann leben Sie mal schön mit Ihren Scheuklappen, Frau Zinke!
    Sie haben gestern Abend die Sendung „kontraste“ gesehen?
    Beeindruckende Bilder aus Kempten im Allgäu, wie die Patienten „mit dem Virus leben“. Aber solange man selbst nicht betroffen ist…
    Falls Sie sie verpasst haben, auf Internet ist sie noch zu sehen.

  7. Heinz Kesseler

    Ich habe mir gerade die Sendung „Kontraste“ von gestern angeschaut und das ist erschreckend und beängstigend. Aber nichtsdestotrotz wird es auch hier wieder einige (Querdenker, Verschwörungstheoretiker uä) geben, die für alles eine „fadenscheinige“ Erklärung finden.
    Es gibt bestimmt noch irgendwo auf dem Globus eine einsame unbewohnte Insel, wo die sich doch zurückziehen könnten, um eine „natürliche“ Immunität zu erreichen… das darwinsche Gesetz tut dann das übrige dazu

  8. Walter Kaltenschnee

    Liebe Fau De Bruecker, lieber Herr Schleck,

    freuen Sie Sich, Sie sind doch Dank der Impfung geschützt.

    Lassen Sie Sich aber nicht durch Politiker oder Medien „bestärken“, deswegen andere Menschen zu verunglimpfen oder gegen diese zu hetzen, nur weil sie sich diese aus guten Gründen keine solche medizinische Maßnahme angedeihen lassen wollen.

    Bevor Sie einsetzen mit „aber das sind keine guten…“, so ist Ihre Meinung dazu irrelevant. Sobald es um den Körper eines Menschen geht, so soll dieser selbstbestimmt entscheiden dürfen – das gilt auch für Sie!

    Es ist erstaunlich, wieviele Menschen heutzutage vemeintlich besser wissen, welche medizinischen Eingriffe für andere sinnvoll und ggf mit Gewalt anzuwenden sind.

    Ich wünschen Ihnen davon verschont zu bleiben.

    Hoffentlich leben wir in einem Rechtsstaat, wo Grund- und Menschrechte unverhandelbar sind und nicht von einer vermeintlichen Mehrheit nach Gusto bestimmt werden.

    Das würde uns in unsägliche Zeiten zurückwerfen.

  9. Andre Schmidt

    Fakt ist dass Geimpfte viel weniger Risiko laufen, um auf eine Intensivstation zu müssen.
    Jeder sollte frei entscheiden können, was er sich in seinem Körper reinspritzen lässt. Schade ist nur, dass die Leute auf den Intensivstationen (größtenteils Ungeimpfte) der Allgemeinheit sehr viel kosten.

  10. Yves Tychon

    Darwin hätte sich garantiert impfen lassen…

  11. Alexander Hezel

    @ Zinke & Kaltenschnee – Um es mal mit den deutlichen Worten von Lothar Wieler, Leiter des Robert-Koch-Instituts in Deutschland bei der heutigen Bundespressekonferenz zu formulieren:

    „Wie viele Menschen müssen denn noch sterben?“

  12. Norbert Schleck

    „andere Menschen zu verunglimpfen oder gegen diese zu hetzen,“

    Wo wird da „verunglimpft“ oder „gehetzt“?

    Wenn jemand offensichtliche Unwahrheiten verbreitet, darf man das nicht beim Namen nennen, zumal solche Unwahrheiten und Verharmlosungen die Gesundheit und das Leben anderer gutgläubiger Menschen gefährden?

    Wenn sogar in dem Musterbeispiel Schweden eingestanden wird, dass eine „natürliche Immunität“ nicht zu erreichen ist und wir uns aus der Pandemie „herausimpfen“ müssen (Anders Tegnell), dann dürfen solche Sprüche wie die von Frau Zinke nicht unwidersprochen bleiben.

  13. Walter Kaltenschnee

    @Andre Schmidt
    Die meisten Betten in Hospitälern sind aufgrund von Herz-Kreislauf Erkrankungen und Krebs belegt.
    Lassen Sie uns Zucker und Tabak ab sofort verbieten oder stark einschränken, um diese Kosten der Allgemeinheit zu senken?!

    @Yves Tychon
    Ich bin da eher von der Richtigkeit Einsteins Aussage über die Unendlichkeit überzeugt.

    @Alexander Hezel
    Diese Aussage ist weder wissenschaftlich noch hilfreich. Komisch nur, dass ich ihn das nie über Tabak, Feinstaub, Alkohol etc. habe sagen hören.

    @Norbert Schleck
    Ich verstehe Frau Zinke so, dass COVID19 wie Grippe veränderlich ist und wahrscheinlich nicht ausgerottet werden kann. Wir müssen daher mit dieser Krankeit zu leben lernen – wie mit der Grippe. Da hat sie vermutlich recht, wie jetzt wieder neue „viel viel schlimmere“ nie dagewesene Varianten zeigen.
    Was Schweden dazu sagen, ist wieder nur eine Meinung.

    Zur Verunglimpfung und Hetze: bitte nennen Sie mir alle Adjektive, die Ihnen zu nicht geimpften Menschen einfallen.

    Welche haben sie bisher öffentlich geäußert und welche sind davon positiv gemeint?

  14. Nadine Zinke

    Herr Kaltenschnee

    Endlich mal einer der es versteht

    Genauso meine ich es aber da wird man direkt in eine Ecke befördert
    Soweit ist die Menschheit schon

    Traurig

    Natürlich ist es nicht schön Menschen an einer Krankheit zu verlieren.

    Aber auch das gehört zum Leben
    Leider ist es so das man keine Krankheit egal ob Virus oder Bakterien nie zu 100% ausrottet denn dann würden wir wunderbar leben und sehr sehr alt werden

    Ich finde es einfach schrecklich wie man mittlerweile mit Menschen umgeht die sich gegen etwas entscheiden, was mittlerweile bewiesen ist nicht den Schutz verspricht wie es im dez 2020 angekündigt wurde

    Und Viren mutieren und man boostert und boostert obwohl dieses Mittel gar nicht auf die Varianten abgestimmt war

  15. Alexander Hezel

    @ Kaltenschnee – Whataboutism nennt man Ihre Masche. Können Sie sich unfreiwillig mit Tabak und Alkohol anstecken? Wohl kaum. Es geht auch nicht um Tabak, Feinstaub oder Alohohl, sondern um das Coronavirus, also nochmal, weil es vielleicht nicht wissenschaftlich aber durchaus dem Ernst der Lage angemessen ist:

    „Wie viele Menschen müssen denn noch sterben?“

  16. Walter Kaltenschnee

    Herr Alexander Hezel,

    ich habe keine Masche, bitte unterlassen sie solche Unterstellungen!

    Es geht doch in der Aussage nicht um die Ansteckung, sondern um das Sterben.

    Wenn es um die Ansteckung ginge, so wäre ja alles klar: welches Mittel auch immer jemand für angebracht hält, sich davor zu schützen, das soll er auch anwenden. Wenn Sie geimpft sind, welche Gefahr geht dann für Sie von nicht Geimpften aus? Wo ist Ihr Problem?

    Die Aussage von Herrn Wieler missachtet den freien Willen eines Jeden, der nicht seiner Meinung ist. Hatte nicht jeder die Chance auf Impfung? Und wenn jemand diese trotz des medialen und politischen Drucks nicht wahrnimmt, war das dann nicht eine bewußte Entscheidung? Ich frage mich, ob Herr Wieler hier nicht diese Menschen für seine Zwecke missbraucht.

  17. Walter Kaltenschnee

    Liebe Frau Zinke,

    lassen Sie Sich nicht beirren und handeln sie nach Kant: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, so wie bisher.

    Empfehlenswert dazu ist ein Podcast über Milosz Matuschek mit dem Titel: „Selbstverteidigung für den Geist“.

    Was das „Leben mit COVID“ angeht, so halte ich einen Artikel der Welt mit dem Titel „Bisheriger Verlauf der Pandemie in Afrika verblüfft Experten“ für interessant und hoffnungsfroh stimmend.

    Grundsätzlich glaube ich ja weiterhin an das Gute im Menschen und hoffe, dass unsere Politiker „die Kirche im Dorf“ lassen… 😉

  18. Heinz Kesseler

    Mal überlegt, dass das Krankenbett (Intensivstation), das man hoffentlich nie benötigen wird, von einem Corona-Patienten belegt sein könnte (geimpft oder ungeimpft spielt dann doch nur eine untergeordnete Rolle) . Es geht sich doch in erster Linie darum, allen Bürgern die Gesundheitsversorgung gewährleisten zu können… und wie das in der jetzigen Situation erreicht wird, ist doch wohl eher zweitrangig… Mal darüber nachgedacht

  19. Walter Kaltenschnee

    Herr Kesseler,

    sie haben völlig recht!

    Ich gehe noch einen Schritt weiter:

    „Mal überlegt, dass das Krankenbett (Intensivstation), das man hoffentlich nie benötigen wird, von einem Corona- oder Herzinfarkt- oder Krebs- oder Autounfall- oder … Patienten belegt sein könnte“.

    Wußten Sie, dass man mit gesunder Ernährung und Sport einem Herzinfarkt vorbeugen kann?

    Wußten Sie, dass das Risiko an Krebs zu erkranken höher ist, wenn man z.B raucht?

    Wußten Sie, dass die meisten Intensivbetten von Herz-Kreislauf Erkrankten und Krebspatienten belegt sind?

    Wieso machen Sie gerade bei COVID diesen Unterschied?

  20. Alexander Hezel

    @ Kaltenschnee – Doch, Whataboutism ist eine Masche, ein Ablenkungsmanöver, die immer gerne von allerlei Leuten benutzt wird, wenn die Argumente ausgehen.

    Inwiefern hat denn der Satz „Wie viele sollen denn noch sterben?“ den freien Willen von Menschen „missachtet“? Das müssen Sie mal genauer erklären…

    „Wo ist Ihr Problem“ – Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wo ist denn Ihr Problem, wenn sie ungeimpft sind, haben Sie doch erreicht, was Sie wollen, oder?
    Können Sie denn überhaupt nicht nachvollziehen, dass die Menschen lieber Abstand nehmen möchten von Leuten, die eine erwiesenermaßen höhere Ansteckungsgefahr bedeuten und ebenfalls nachweislich häufiger im Krankenhaus und auf den Intensivstationen landen und dort Krebspatienten, Herzinfarktpatienten und anderen den Platz streitig machen, weil sie auf ihre individuelle Freiheit gepocht haben und dann auch noch erwarten behandelt zu werden obwohl die Situation durch eine Impfung vermeidbar gewesen wäre? Verstehen Sie überhaupt, dass Extrawürste braten und pandemische Notlage nicht wirklich zusammen passen?

  21. Walter Kaltenschnee

    Herr Hezel,

    durch Wiederholung wird Ihr Vorwurf nicht richtiger. Bitte unterlassen Sie solche Unterstellungen, ich werde, was ich nicht möchte, ansonsten solche Beiträge wegen Verletzung der Netiquette melden müssen und diese zukünftig ansonsten ignorieren.

    Ging es ihnen zuvor zweimal um das Sterben, geht es jetzt um Abstandsregeln und um belegte Betten der Intensivstationen.

    Die Abstandsregeln haben ganz sicher nicht die nicht Geimpften eingeführt. Bitte wenden Sie wegen Einschränkungen, die Politiker erlassen, an diese Politiker. Ich kenne solche Maßnahmen eigentlich nur vom Militär: hat sich eine Gruppe aus Sicht der Vorgesetzten daneben benommen, so wurden alle kollektiv bestraft.

    Zum Thema Intensivstationen lesen Sie bitte meine Antwort an Herrn Kesseler, die genau das zum Thema hat. Kurz: es gibt eine Menge „selbstverschuldeter“ Erkrankungen. Bislang wurde im Gesundheitssystem nie unterschieden WARUM jemand erkrankte und ob es angeblich selbstverschuldet sei. Warum ausgerechnet das bei COVID19 anders sein soll, zumal die Datenlage fragwürdig ist, leutchtet mir nicht ein.

  22. Heinz Kesseler

    Herr Kaltenschnee

    es geht sich nicht darum, dass Krankenbetten auch von anderen Patienten belegt sein können, allerdings gibt es einen Unterschied etwas gewissentlich herunterzuspielen und/oder zu ignorieren und alle Möglichkeiten die Situation zu verbessern, einfach als übertrieben oder unnötig darzustellen.
    Bleiben Sie gesund und achten Sie auf sich und andere… Solidarisches Verhalten scheint mir hier angeraten.

  23. Alexander Hezel

    @Kaltschnee – Drohungen sind dann meist der nächste Schritt, wenn Whataboutism als solcher identifiziert wird, auch ein bekanntes Vorgehensmuster…

    Es geht die ganze Zeit um die Frage, warum Ungeimpfte meinen, in einer solchen Notlage noch die Extrawurst spielen zu müssen und dadurch unnötigerweise für sich und alle anderen Beschränkungen und Leid mit sich ziehen. Was gibt es denn überhaupt noch zu zweifeln an Impfstoffen, die rund um den Globus bereits über 7,8 Milliarden (!!!) mal verabreicht wurden, wirksam sind und schützen?

    Und auch der Verweis auf andere Erkrankungen ist Whataboutism und Ablenkung aus dem Bilderbuch: Es hat noch nie eine derartige Corona-Pandemie gegeben und ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Intensivstationen je so überfüllt wurden von Krebs- und Herzpatienten, dass sie in andere Krankenhäuser ausgeflogen werden mussten und Krankenhäuser vor dem Kollaps standen.

    Fragwürdig ist nicht die Datenlage, sondern das Gebaren von Leuten, die Gesundheitsschutzmaßnahmen durch gezielte Desinformation untergraben wollen.

  24. Walter Kaltenschnee

    Herr Kesseler,

    mir geht es nicht darum etwas gewissentlich herunter zu spielen oder zu ignorieren.

    Meine Frage ist, warum nicht geimpfte COVID19 Erkrankte anders zu sehen sind, als andere Erkrankte.

    Ihre Sicht ist, dass ein nicht geimpfter COVID19 Erkrankter nicht oder weniger schwer erkrankt sei, wenn er geimpft wäre. Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter und nennen diese Person implizit unsolidarisch, da Geimpfte sich aus Ihrer Sicht ja solidarisch verhalten.

    Nun, das gleiche könnte ich über einen Raucher mit einer Krebserkrankung sagen. Hätte er nicht mit Rauchen angefangen oder frühzeitig aufgehört, so hätte er vermutlich keinen Krebs bekommen.

    Das Gleiche gilt auch für Skifahrer (Unfall), Gewaltverbrecher (Gegenwehr) etc.

    Meine Sicht ist eine andere als Ihre. Der Impfstoff ist ein experimentelles gentechnisches Serum mit einer Notfallzulassung und unbekannten Risiken. Die Aussagen zur Notwendigkeit zur Einnahme sind widersprüchlich, die gemachten Reglementierungen fragwürdig.

    Nehmen Sie meine Sicht nur für einen Moment an – wie würden Sie Sich dann verhalten?

  25. Norbertschleck

    „Was das „Leben mit COVID“ angeht, so halte ich einen Artikel der Welt mit dem Titel „Bisheriger Verlauf der Pandemie in Afrika verblüfft Experten“ für interessant und hoffnungsfroh stimmend.“

    Mag sein, dass die Afrikaner, durch allerlei dort zirkulierende Viren „abgehärteter“ sind als wir verweichlichten Europäer.
    Allerdings sind sie mit anderen Krankheiten geschlagen, vor denen wir hier zum Glück verschont bleiben: Malaria, Dengue, Ebola, Schlafkrankheit, Bilharziose, AIDS, Gelbfieber und was sonst noch alles.
    Das Gesundheitswesen ist dort in der Regel lamentabel und schon im Normalzustand eine Katastrophe.

    Interessant und hoffnungsvoll?
    Nun ja, wenn man sich eine Krankheit herauspickt, vor der die Afrikaner (noch) ziemlich verschont geblieben sind.
    Allerdings hat etwa Südafrika da auch durchaus andere Erfahrungen gemacht. Von dort macht sich gerade erst eine neue Variante auf den Weg um den Globus.

    Man sollte schon den ganzen Artikel lesen, bevor man sich afrikanische Verhältnisse hier bei uns herbeiwünscht.
    „Rosinenpickerei“ führt auch da zu nichts.

  26. Heinz Kesseler

    Es hat einfach keinen Sinn mit manchen Zeitgenossen zu diskutieren….andere Meinungen werden einfach nicht akzeptiert und nur seine eigene als die einzige wahre angesehen

  27. Walter Kaltenschnee

    Herr Kesseler,

    wieder muss ich Ihnen zustimmen, leider.

  28. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr Schleck.

    Dass Covid19 noch nicht so verbreitet ist in Afrika, hat mehrere Gründe:

    -Eine ziemlich junge Bevölkerung;
    -Das Leben findet größtenteils draußen statt;
    -Die Menschen haben weniger Geld zum verreisen als die Europäer, bleiben deshalb meist im eigenen Land;
    -Die Senioren bleiben in den Familien. Keiner käme auf die Idee, jemanden ins Altersheim zu bringen.
    -Und das Wetter spielt auch eine Rolle.