Impfskandal: Wallonischer Arzt fälscht 2.000 Covid-Safe-Tickets

Die vierte Welle hat Belgien nach wie vor fest im Griff. Die Corona-Zahlen steigen unaufhörlich weiter. Vor diesem Hintergrund kann ein neuer Skandal fast schon fassungslos machen: Ein wallonischer Arzt soll rund 2.000 falsche Impfnachweise ausgestellt haben. Gegen den Mann und auch gegen seine "Kunden" wird ermittelt.

Covid-Safe-Ticket (Bild: James Arthur Gekiere/Belga)

Illustrationsbild: James Arthur Gekiere/Belga

„Ein wallonischer Arzt soll 2.000 Menschen als ‚geimpft‘ deklariert haben, die er in Wahrheit nicht geimpft hat“. Es war die wallonische Gesundheitsministerin Christie Morreale höchstpersönlich, die die Knallermeldung unter anderem in der RTBF verkündete. 2.000 Menschen, eine „astronomische“ Zahl, sagt Morreale.

Die „Kunden“ kamen aus der ganzen Wallonie. Auch das ist es, was die Behörden irgendwann stutzig gemacht hatte. Ein und derselbe Arzt habe so ein bisschen überall in der Wallonie Menschen in die Impfdatenbank eingetragen. Und es sei auch nicht wirklich ersichtlich gewesen, woher der Impfstoff stammte, den der Arzt in scheinbar derart großen Mengen verabreichte.

Parallel dazu sei man auf Impfgegner-Seiten im Internet auf „Annoncen“ gestoßen, in denen falsche Impfnachweise zum Kauf angeboten wurden. Man konnte also davon ausgehen, dass es Leute geben musste, die falsche Impfungen vornehmen. Die zuständigen Stellen hätten also die Sache näher untersucht und seien dabei auf Unstimmigkeiten gestoßen.

Unstimmigkeiten, die bei einem Arzt eben so flagrant waren, dass offensichtlich kein Zweifel daran besteht, dass er den Menschen Nachweise ausgestellt hat für Impfungen, die nie stattgefunden haben. Als sich der Verdacht erhärtete, habe man gleich die Justiz alarmiert, die das offensichtlich genau so sah, sagte Christie Morreale. Deswegen dürfe dieser Arzt bis auf Weiteres keine Einträge in die Impfdatenbank mehr vornehmen.

Strafanzeige gegen alle Beteiligten

Die 2.000 Menschen, die über diesen Arzt an ein Covid-Safe-Ticket gelangt sind, können dies nicht mehr nutzen. Die Betreffenden seien angeschrieben worden, um ihnen einen Termin in einem Impfzentrum anzubieten. Gegen alle Beteiligten sei Strafanzeige gestellt worden, betont die Ministerin. Also gegen den Arzt und auch gegen seine „Kunden“. Hier gehe es schließlich unter anderem um Urkundenfälschung.

Außerdem habe man die Akte der Ärztekammer und auch dem Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung, LIKIV, übermittelt. Schließlich habe sich der Arzt seine angeblichen Impfungen anscheinend auch noch bezahlen lassen. Ein „dicker Hund“, also, wie man sagt.

Weitere Ärzte unter Beobachtung

Der Fall schlägt naturgemäß hohe Wellen. Hier werde unglaublich viel Vertrauen zerstört, beklagte die wallonische Gesundheitsministerin. Erstmal durch den Arzt, der durch seine skandalösen Praktiken den Ruf seines Berufsstandes besudelt: Ein Schlag ins Gesicht für all jene, die sich in den Krankenhäusern und Impfzentren tagtäglich aufopfern. Und auch die Kunden begehen einen Vertrauensbruch, weil sie Leuten begegnet sind, die davon ausgingen, dass ihr Gegenüber geimpft und sie demzufolge geschützt waren. Das mache das Ganze so gefährlich und aus dieser Geschichte auch einen handfesten Skandal.

Ein handfester Skandal – und womöglich nur die Spitze des Eisbergs. Denn: Man sei noch auf andere Unstimmigkeiten gestoßen. Vielleicht nicht in dem Maß, wie im vorliegenden Fall. Aber dennoch: Einige andere Ärzte stünden derzeit auch unter genauster Beobachtung. Vielleicht komme da noch was. „Aber verlassen Sie sich drauf“, sagt Morreale: „Wir werden niemanden davonkommen lassen“.

Roger Pint

12 Kommentare
  1. Margarete Rossberg

    Sofort die Zulassung entziehen. Solche kriminellen Elemente haben in der Medizin nichts zu suchen.

  2. Hans-Joachim Traczinski

    Ja, dieser Arzt und seine „Kunden“ haben sich rechtswidrig verhalten. Ich frage mich allerdings: ist das Dummheit oder Verzweifelung? Offensichtlich waren diese Leute nicht von der Imfpung überzeugt, hatten vielleicht sogar Angst davor, fühlten sich aber vom Staat dazu genötigt. Die Alternative, immer wieder Tests machen zu lassen ist ja nicht gerade praktikabel. Richtig?
    Auf der Suche nach möglichen Gründen der Impfskeptiker bin ich unter Anderem auf folgendes YouTube-Video gestoßen: „Cristian Terhes montre les contrats de l’UE noircis avec les sociétés pharmaceutiques“. Dort hören Sie den Ausschnitt einer Rede vom 28.10.2021 anläßlich einer Pressekonferenz. Ich hoffe auf Ihre Kommentare!
    PS: das Video ist auf englisch, es können aber Untertitel in 22 Sprachen eingeblendet werden, unter anderem natürlich deutsch und französisch.

  3. Jürgen Kniepen

    @ Herr TRACZINSKI,

    Es gibt keinen, aber auch gar keine Entschuldigung für einen Arzt der medizinische Ergebnisse manipuliert. Nicht nur das er seinen hipppokratischen Eid in schlimmster Art und Weise verletzt. Wie viel Geld er von den ebenfalls Kriminellen erhalten hat bleibt unerwähnt. Seinen Arztkittel sollte er mit einer Gefängniskluft tauschen. Allein der Versuch diesen Menschen zu entschuldigen, sagt genug aus wie weit Sie gehen würden um Ihre dubiosen Verschwörungstheorien zu untermauern. Diese Frage werden Sie sich gefallen lassen müssen. Wie weit gehen Sie persönlich das Recht zu brechen um persönliche Vorteile zu erzielen um als Geimpfter ohne Impfung zu gelten? Die Frage haben Sie mit Ihrem Kommentar ja bereits beantwortet. Wenn man Impfgegner ist, dann steht man auch dazu. NOCH ist das Recht ja auf Ihrer Seite, sich nicht impfen zu lassen. Ironie ist das überzeugte Impfgegner als Geimpfte gelten wollen. .Mehr Selbstzerstörung eigener Überzeugung geht nimmer.

  4. Yves Tychon

    @ J. Kniepen: Sie fragen nach den Geldmitteln, die zwischen Kunden und Ärzten dabei geflossen sein dürften. In einem Artikel des Luxemburger Worts über die Impfgegnerszene im Großherzogtum ist die Rede von Annoncen im dark net, wonach ein « Gefälligkeitszertifikat » für 300,- € ausgestellt wird. Zahlbar in Bitcoins: Wenn schon illegal, dann auch wenigstens konsequent an der Steuer vorbei!

  5. Hans-Joachim Traczinski

    @ Jürgen Kniepen
    1. was den Arzt angeht, wird er seine Motive hoffentlich ehrlich darlegen
    2. den „Kunden“ ging es ihnen wohl nicht darum, „persönliche Vorteile“ zu erzielen, sondern eher darum, Nachteile zu vermeiden, Euer Ehren! Und zu den 2000 Leuten, die sich zu diesem unvernünftigen Schritt entschlossen haben, dürften mehrere Tausend kommen, die genau das in Erwägung gezogen und wieder verworfen hatten.
    3. Ich bin kein Impfgegner, sondern insbesondere auf die mRNA-Impfstoffe bezogen skeptisch. Ich habe die Befürchtung, damit meinem bisher zuverlässig waltenden Immunsystem Schaden zuzufügen. Ist das so unverständlich?
    Ich empfehle allen – insbesondere den Politikern – sich mit den Argumenten der Impfskeptiker zu befassen. Denn was heute in Eile und mit großem Hallo (vielleicht) verbockt wird, kann uns in einigen Jahren böse auf die Füße fallen!
    Schauen Sie bitte bei YouTube das Video „mRNA-Impfstoffe: Erste Hinweise auf Langzeitfolgen (mit Clemens Arvay)“ – Danke für Ihr Interesse!

  6. Jürgen Kniepen

    @ HERR TRACZINSKI,

    wieder falsch Der mRNA-Impfstoff gibt es bereits seit 20 Jahren siehe YouTube-Video vom BR24 vom 18.10.21 in dem von 2 Wissenschaftler erklärt wird weshalb es keine Langzeitfolgen geben wird.

    Ihr Clemens Arvay ist österreichischer Sachbuchautor!!!!! Keinerlei Fachkenntnisse, Befähigungen. Einfach nur ein Impfgegner, so wie Sie. Völlig uninteressant. Ehrlich Sie berufen sich auf einen Sachbuchautor???

    1. Clemens Arvay: Ab 2020 trat Arvay mit ablehnenden Äußerungen zu den Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie an die Öffentlichkeit und wurde zu einem der bekanntesten Impfskeptiker im deutschsprachigen Raum. Er fiel besonders durch irreführende Schlussfolgerungen über das Verhältnis zwischen Nutzen und Risiko der Corona-Impfstoffe auf.

    2. Motiv des Arztes ist Geldgier, sonst hätte er ja ohne Kosten die Urkundenfälschung betrieben.

    3. Anstiftung zur Urkundenfälschung ist und bleibt strafbar. Nachteile, die selber verschuldet. Einfach testen lassen so wie zig-tausend andere Ungeimpfte.

    Dann schauen sie sich selber das Video an , wie unbegründet rMNA- Impfstoffe Ihre Angst ist.

  7. Hans-Joachim Traczinski

    @ Jürgen Kniepen
    Sie machen es sich sehr leicht mit Herrn Arvay. Sie haben „Ihre“ Meinung über ihn 1:1 aus der Wikipedia herauskopiert. Das ist billig!
    Als Journalist empfehle ich Ihnen das YouTube-Video „Clemens Arvay – Rufmord in der Wikipedia, die Analyse | #44 Wikihausen“. Sehenswert!
    PS: jeder volljährige Mensch kann sich gerne impfen lassen – ich für meinen Teil bleibe skeptisch. Was Jugendliche und Kinder angeht, bin ich aber tatsächlich ein Impfgegner! Denn diese Altersgruppe hat vor Corona so gut wie nichts zu befürchten, so dass ein möglicher Nutzen der Impfung als viel geringer einzuschätzen ist als ein möglicher Schaden.
    Was den Arzt uns seine „Kunden“ angeht: sie werden ihren Fehler inzwischen bereuen und obendrein eine Strafe aufgebrummt kriegen. Damit ist der Fall für mich erledigt.

  8. Jürgen Kniepen

    @ Herr TRACZINSKI,

    leider darf ich keine link einfügen zur Quelleingabe.
    Ob nun Wikipedia, Quarks, DW usw. völlig egal. Überall steht das gleiche Impfgegner, Sachbuchautor (Medizin und Gesundheit).
    Er legt sich mit allem an Agrar- und Tierindustrie, Saatgutindustrie, Lobbys und Konzerne. Egal Hauptsache Krawall machen. Durch sein, Hauptsache laut und öffentlich. Irgend wovon muss er ja Leben. Ach ja logisch jetzt mit Corona, das muss ja von Impfverweigerer aufgesaugt werden. Ich gönne dem Herrn natürlich das Geld das er mit seinen Bücher verdient, es gibt ja genügend Menschen die förmlich nach gleichgesinntes lechzen. Jedoch die von mir (max. 2 Minuten) gesuchten Infos über diesen Sachbuchautor bestätigen ausnahmslos die bei, Wikipedia, gefundenen Informationen des Herrn.
    Seine Theorien gehen in die Richtung von Der Kinderbuchautorin „Astrid Lindgren“. Weil ein kleines Mädchen ein Pferd heben kann, was sonst keine kann. Also werden die Bücher gekauft. Ihr Autor behauptet genauso Irreales, aber glauben versetzt Berge (Corona).

  9. Hans-Joachim Traczinski

    @ Herr Kniepen
    Haben Sie den von mir empfohlenen Beitrag von wikihausen über Clemens Arvay überhaupt angesehen? Dort wird klar aufgezeigt, dass die Wikipedia leider NICHT immer Objektivität pur ist, sondern im Sinne bestimmter Interessen gezielt manipuliert wird. Und indem Sie alle möglichen „Qualitätsmedien” wie Quarks, DW usw. aufführen, kommt ihnen wohl nicht in den Sinn, dass Journalisten gerne mal abschreiben… und zwar am liebsten von Wikipedia oder den großen Nachrichtenagenturen.
    Und wenn Sie von Arvay sinngemäß sagen, er sei auf Krawall gebürstet, haben Sie anscheinend keines seiner Videos angeschaut. Er argumentiert sehr bedacht und schlüssig.
    PS: suchen Sie mal in dem deutschsprachigen Wikipedia-Beitrag über mRNA Impfstoffe einen Hinweis auf Myokarditis! Sie haben nichts gefunden? Dann vielleicht in der englischsprachigen Version nach Myocarditis suchen. Immer noch nichts gefunden? Dann gibt es bestimmt keinen Zusammenhang!

  10. Margarete Rossberg

    2020 trat Arvay mit ablehnenden Äußerungen zu den Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie an die Öffentlichkeit und wurde zu einem der bekanntesten Impfskeptiker im deutschsprachigen Raum. Er fiel besonders durch irreführende Schlussfolgerungen über das Verhältnis zwischen Nutzen und Risiko der Corona-Impfstoffe auf. Ein brandgefährlicher Mensch der lediglich Aufmerksamkeit sucht. Ein moderner „Rattenfänger von Hameln“

  11. Bertram Campingsky (Aachen)

    Zitat:
    „Hans-Joachim Traczinski
    23. November 2021 – 19:03

    Ja, dieser Arzt und seine „Kunden“ haben sich rechtswidrig verhalten. Ich frage mich allerdings: ist das Dummheit oder Verzweifelung? Offensichtlich waren diese Leute nicht von der Imfpung überzeugt, hatten vielleicht sogar Angst davor, fühlten sich aber vom Staat dazu genötigt. Die Alternative, immer wieder Tests machen zu lassen ist ja nicht gerade praktikabel. Richtig?“

    Ok, wenn also jemand von einem korrupten Beamten (oder Fahrleher, wer auch immer) einen gefälschten Führerschein bekommt, weil er den ganzen Führerschein als „staatliche Gängelung“ empfindet, kann man als Argument also folgendes bringen: Man wurde geradezu genötigt, weil auf dem Land der ÖPNV so schlecht Ausgebaut ist und man sonst nicht am Leben teilnehmen kann. Gut, wenn man das ganze konsequent weiterspinnt, kommt man irgendwann dahin dass wir gar keine Zertifikate mehr benötigen, dann darf jeder Herzchirurg, Gefahrguttransporteur, Sprengmeister sein.

  12. Hans-Joachim Traczinski

    @ Frau Rossberg
    Ihr Kommentar lässt mich daran zweifeln, dass Sie den Verlauf dieser Diskussion verfolgt haben. Und falls Herr Arvay wirklich ein „moderner Rattenfänger von Hameln“ sein sollte, hat mich meine Kritikfähigkeit und dazu meine Menschenkenntnis komplett verlassen.