Kommt das endgültige Aus für den Autosalon?

Der Brüsseler Autosalon ist in diesem Jahr wegen der Corona-Krise ausgefallen. Die 99. Ausgabe war auf den Januar 2022 verschoben worden. Doch jetzt könnte auch die ins Wasser fallen.

Der Audistand auf der Brüsseler Automesse

Archivbild: Dirk Waem/Belga

Der Vorhang für den Autosalon, die größte Messe des Landes, droht endgültig zu fallen. Warum? Der Volkswagen-Importeur D’Ieteren nimmt nicht teil. D’Ieteren ist der Importeur der Marken Volkswagen, Audi, Skoda, Seat, Porsche, Lamborghini, Bentley und Bugatti. In der Vergangenheit haben diese Marken zusammen zwei der elf Heysel-Hallen des Automobilsalons belegt.

Am Mittwoch möchte auch die Fusionsgruppe Stellantis mit den Marken Peugeot, Fiat, Alfa Romeo, Opel und Citroën entscheiden, ob sie noch an der Messe teilnehmen möchte.
Und davon hängt vieles ab. Denn die anderen Marken haben erklärt, dass sie nur teilnehmen wollen, wenn zwei Drittel der Automarken, die in Belgien vermarktet werden, auch tatsächlich teilnehmen. Es herrscht also Hochspannung in den Büros der belgischen Autoimporteure. Aber auch bei der Messeleitung von Brussels Expo.

Brüssel ist unter den Autosalons vor allem ein Verkaufssalon. Es gibt zwar Autopremieren, aber viele Marken bevorzugen als Bühne renommierte Salons wie zum Beispiel den von Genf. Für kleinere Automarken wie Mazda oder Kia ist der Brüsseler Salon aber wichtig, um in Kontakt mit potentiellen Käufern zu treten. Um viele Besucher nach Brüssel zu locken, kommt es jedoch auch auf Luxusmarken wie Mercedes, Audi und BMW an. Die brauchen den Autosalon aber weniger.

Zudem findet man als Kunde Salonkonditionen auch im Internet. Und die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Automarken Möglichkeiten gefunden haben, Kunden auch mit besonderen Aktionen in die Autohäuser zu locken. BMW hatte letztes Jahr sogar seinen Hauptsitz in Bornem zu einer Art Mini-Salon mit größerem Show-Room umgebaut. BMW will das dieses Jahr wiederholen. Noch ein schlechtes Vorzeichen für den Brüsseler Autosalon.

Für den Automobilverband Febiac ist das mangelnde Interesse der Automobilkonzerne fast eine Katastrophe. Für Febiac ist der Salon sozusagen die Lebensgrundlage. Das zeigt auch der Betriebsverlust von 4,7 Millionen Euro im letzten Jahr.

Ein endgültiges Aus wäre bitter für den Messestandort. Der Autosalon ist die größte Messe des Landes mit rund 500.000 Besuchern. Damit ist er zum Beispiel doppelt so groß wie die Baumesse Batibouw. Aber ohne Automarken, kein Autosalon – so einfach ist es. Spätestens Ende der Woche will Autosalon-Organisator Febiac eine Entscheidung bekannt geben.

tijd/mz