Finanzminister Van Peteghem: Elektronische Zahlungsmittel sollen die Regel werden

Finanzminister Van Peteghem sagt der Steuerhinterziehung den Kampf an. Dazu hat der Minister ein ganzes Maßnahmenpaket zusammengestellt.

Bargeldlos zahlen per Bancontact

Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga

Spätestens ab dem kommenden Jahr sollen alle Geschäfte in Belgien auch den elektronischen Zahlungsverkehr anbieten. Zwar bleibe Bargeld ein gültiges Zahlungsmittel, so Van Peteghem in der Zeitung Het Laatste Nieuws. Es solle aber für die Verbraucher normal werden, mit Karte zu bezahlen.

In Belgien bevorzugen sechs von zehn Kunden immer noch mit Bargeld, in den Niederlanden nur noch jeder Dritte, so Van Peteghem.

Bei elektronischer Bezahlung wird es Händlern deutlich erschwert, ihre Umsätze zu manipulieren. Ab dem kommenden Jahr sollen daher alle Geschäfte verpflichtet werden, zumindest ein elektronisches Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Außerdem soll das Finanzministerium Zugriff erhalten auf die Polizeikameras zur Kennzeichenerkennung, um Steuersünder aus dem Verkehr ziehen zu können. Bisher werden die Kameras eingesetzt, um Autofahrer anzuhalten, die ein Bußgeld nicht bezahlt haben. Van Peteghem hat vor allem hartnäckige Zahlungsverweigerer mit großen Steuerschulden im Visier, wie er im flämischen Rundfunk erklärte.

Die Bekämpfung der Steuerhinterziehung soll dem Fiskus bis 2024 eine Milliarde Euro an zusätzlichen Einnahmen bescheren.

belga/sh

7 Kommentare
  1. Thomas Müller

    Dann müssen sie aber auch was an den Kosten für diese Systeme bzw. Terminals dazu tun. Man kann nun nicht behaupten das die Terminals und deren Zugänge sowie Transferkosten günstig sind !

  2. Freddy Langer

    Und welches Mittel wird eingesetzt um korrupte Politiker aus zu bremsen?

  3. Peter Mertens

    Klar soll für die Verbraucher normal werden, mit Karte zu bezahlen damit man den Bürger besser kontrollieren kann.
    Das ist mir egal ist die Standartantwort , ich habe ja nichts zu verbergen
    Vertrauen im Bürger ist gut, Kontrolle ist besser
    Nur weil wieder einer der hochbezahlten Politiker eine Idee hat soll ein ganzes Volk mitspielen.

  4. Frank Mandel

    Man muss ja nicht jedem Bekloppten hinter her rennen. Und wenn der Tag lang ist kann man viel sagen. Ein Minister der die Freiheit der Menschen beschneidet muss abgewählt werden. Solche Minister sind die Marionetten der Strippenzieher in Sachen null Ahnung aber palavern. Er sollte sich schämen…

  5. Andre Schmidt

    Also ich finde es gut, dass gegen Steuerhinterziehung vorgegangen wird. Sollte jeder seine Steuern bezahlen, dann kann man sie senken. Jetzt zahlen nur die ehrlichen Bürger.

  6. Peter Mertens

    Das ist doch der Staat selber Schuld, für Firmen gibt es tausend Steuerschlupflöcher, da wird in irgend einen Land ein Büro angemietet , dann ist dort der Hauptsitz der Fima.
    In Amerika haben die reichsten Menschen wie Bezos, Musk und Buffet sehr wenig bezahlt trotz Miliarden Gewinne.
    Der Amazon-Chef mit aktuell 189 Milliarden Dollar Vermögen habe 2007 und 2011 überhaupt keine US-Einkommenssteuern gezahlt.
    Der Börsen-Guru Warren Buffett hat in den letzten Jahren sein Vermögen um 24 Milliarden Dollar erhöht, aber nur ein Einkommen von 125 Millionen Dollar beim Fiskus angegeben, dank Steuertricks.

  7. Andre Schmidt

    @Peter Mertens: Das ist tatsächlich noch ein größeres Problem. Ich glaube hier in Belgien bezahlt auch fast jeder Arbeitnehmer mehr Steuern als z.B. AB-Inbev und Konsorten.