Belgien auf „Weltrangliste der Waldzerstörer“ vorne mit dabei

Die EU ist verantwortlich für 16 Prozent der Abholzung weltweit. Damit Kunden in europäischen Supermärkten Produkte wie Soja, Rindfleisch oder Kaffee kaufen können, müssen in anderen Weltregionen Wälder weichen.

Abgeholzter Wald in Indonesien (Bild: Mast Irham/EPA)

Bild: Mast Irham/EPA

16 Prozent der Abholzung von Tropenwald im Zusammenhang mit Handel gehen auf das Konto von EU-Importen. Das zeigt ein Bericht der Umweltorganisation WWF. Damit liegt die EU hinter China (24 Prozent) auf Platz zwei dieser „Weltrangliste der Waldzerstörer“, vor Indien (neun Prozent) und den USA (sieben Prozent).

Vor allem für den Import von Soja (rund 31 Prozent der gerodeten Fläche) und Palmöl (rund 24 Prozent) wird abgeholzt. Dahinter folgen Rindfleisch, Holzprodukte, Kakaobohnen und Kaffee.

„Soja wird vor allem für Tierfutter gebraucht, Palmöl kommt in einer Menge von Produkten vor, zum Beispiel in Shampoo“, erklärt Koen Stuyck von WWF Belgien. „Auch Kaffee und Schokolade haben große Auswirkungen auf die Wälder und Naturgebiete und damit negative Folgen für Klima und Biodiversität“, erklärt Stuyck. Am schlimmsten ist die Zerstörung in Südamerika und Südostasien.

Für 80 Prozent der Schäden, die von der EU ausgelöst werden, sind alleine acht Länder verantwortlich, allen voran Deutschland. Rechnet man aber pro Einwohner, wird laut WWF am meisten Wald für die Niederlande (18 Quadratmeter pro Kopf), Belgien (14 Quadratmeter pro Kopf) und Dänemark gerodet (elf Quadratmeter pro Kopf). Belgien ist für die Abholzung von 14.800 Hektar pro Jahr verantwortlich. Der EU-Durchschnitt liegt bei fünf Quadratmeter pro Kopf.

Der Bericht zeigt jedoch auch, dass die EU die Waldzerstörung von 2005 bis 2017 um 40 Prozent reduziert hat. Europa lag bis 2013 auf Platz eins der „Weltrangliste der Waldzerstörer“, wie es der WWF formuliert. Selbstverpflichtungen von Unternehmen und Regierungen hätten in einigen Fällen zwar etwas gebracht. Erfolgreich seien sie letztlich aber nicht gewesen. Denn das erklärte EU-Ziel, die Entwaldung bis 2020 zu stoppen, wurde nicht erreicht.

belga/dpa/wwf/km

2 Kommentare
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Die westeuropäischen Kolonialverbrecher von damals scheinen sich in keinster Weise distanzieren zu wollen von den Taten ihrer Vorväter.

    Man nennt es Zynismus, im eigenen Land sein „Wohnzimmer“ so penibel wie es nur geht zu begrünen im Namen des Umweltschutzes (in Wahrheit wohl eher Nationalismus), und gleichzeitig seinen „Müll“ hinter der Grenze achtlos und illegal zu entsorgen. In diesem Fall scheint es unsere Freunde von der EU nicht im geringsten zu interessieren, welchen Schaden sie außerhalb ihrer eigen Haustüre anrichten bei oder soll ich sagen sogar gegen andere Voelker und Nationen.

    Sie sollen sich ihr Holz aus den heimischen Wäldern holen und ihre Abfälle auch in ihrem eigenen Land vergraben. Sie haben in keinster Weise das Recht, Wälder und Natur in anderen Ländern zu vernichten.

  2. Guido Scholzen

    Palmöl wurde in der EU u.a. dafür verwendet, um es in „Öko-treibstoffen“ beizumischen. Und fürs Verbrennen ist Palmöl zu schade. Das war einLobbyismus der grünen Nachhaltigkeits-Propheten, nicht von Industrie-Unternehmen, denen man gerne den schwarzen Peter zuspielen will. Es hat niemals einen marktwirtschaftlichen Grund gegeben, Auto-Treibstoffen Palmöl beizumischen.

    Was den Import von Soja aus Lateinamerika angelangt, frage ich nur, warum verbietet denn die EU diesen Import nicht oder erhebt einen Zoll darauf?(WTO-Beschränkungen?) Warum machen die Grünen im EU-Parlament nicht massiv Front dagegen? Dann machten die Grünen wenigstens mal einen guten Job.

    Und die größte Waldzerstörung in unseren Breiten sind inzwischen Windräder.
    In Rheinland-Pfals gab es an die Land-Kommunen vor Jahren ein Rundschreiben, wo die Landesregierung feststellte, dass minimum 2% der Waldfläche für Windkraft gerodet wird.
    Und das ist eine Idee von grün-gesinnten Politikern.

    In dieser WWF-Studie ist China übrigens die absolute Nummer 1 der direkten wie indirekten „Waldzerstörer“, also stellt China zuerst mal an den Pranger!

    Der WWF??? Ist eine grüne Propaganda-Maschinerie!