Beliebt, aber verboten: Wohnmobil-Mahlzeiten auf Restaurant-Parkplätzen

In Zeiten von Corona sind schon viele kreativ geworden. Das gilt vor allem im Horeca-Sektor. Beliebt bei Wohnmobilisten: Takeaway-Mahlzeiten auf dem Restaurant-Parkplatz - doch das ist verboten, wie das Krisenzentrum jetzt klargestellt hat.

Bild: Julia Slot/BRF

Wohnmobil-Dinner am Restaurant Langesthaler Mühle in Eupen Ende letzten Jahres (Bild: Julia Slot/BRF)

Auf der Website campermeal.be findet man Hunderte von Restaurants – alleine 240 in Flandern – die Wohnmobilisten die Möglichkeit bieten, auf ihrem Stellplatz eine Mahlzeit zum Mitnehmen zu bekommen. Die Seite von Delfien Vandenbroeke ging im Oktober online und verzeichnete in den letzten Wochen durchschnittlich 80.000 Besucher pro Woche.

Der Zeitung Het Laatste Nieuws sagte sie, das jedes der teilnehmenden Restaurants durchschnittlich acht Camper pro Wochenende bedient. Aber, wie sich jetzt für sie herausgestellt hat, ist das nicht mehr erlaubt. Laut Vandenbroeke wurde so „eine weitere kreative und coronaprofessionelle Initiative abgelehnt“.

Was sagen die Behörden dazu?

Yves Stevens vom Krisenzentrum erklärte, dass es nicht plötzlich und über Nacht verboten worden sei, sondern eigentlich von Anfang an. In den letzten Wochen habe es aber viele Bedenken von den Provinz-Gouverneuren gegeben, dass man bei den Anbietern zu kreativ geworden sei. Deshalb wurde das nochmal am Wochenende klargestellt.

Im Klartext: Der Verzehr einer Takeaway-Mahlzeit auf dem Parkplatz eines Restaurants war schon seit der Schließung der Restaurants verboten. Aus dem einfachen Grund, weil ein Parkplatz zum Restaurant gehört, sagt Stevens.

Jetzt kommt das entscheidende „Aber“: Auf einem öffentlichen Parkplatz ist das Essen einer Abhol-Mahlzeit erlaubt. Es gibt also eine Lösung, die aber leider nicht so praktisch ist, wenn man ein Mehr-Gänge-Menü bestellen möchte.

Empörung auch in der Region

Edgar Graeven aus Eupen gilt als Initiator der Wohnmobildinner in der Region. „Ich kann das Verbot irgendwie gar nicht verstehen, vor allen Dingen das Argument von Yves Stevens vom Krisenzentrum, dass der Parkplatz zum Restaurant gehört“, ärgert sich Graeven. „Aber zehn Meter weiter, auf einem öffentlichen Parkplatz, darf dasselbe Restaurant mich beliefern? Das will einfach nicht in meinen Kopf hinein, wie man so etwas entscheiden kann, wo doch jeder versucht, den Horeca-Sektor und die Geschäftswelt zu unterstützen.“

„Ich habe eine Petition lanciert, weil ich so geschockt war, mit meinen Freunden aus der Facebook-Gruppe ‚Wohnmobilfreunde Eupen und Umgebung‘. Ich habe auch Delfien Vandenbroeke kontaktiert, die auch nicht verstehen kann, dass es jetzt verboten wird. Die Petition ist momentan leider nur auf Niederländisch, aber wir gehen mittlerweile auf die 1.000 Unterschriften zu.“ Die Petition richtet sich an die Föderalregierung.

mz/js/sr/km

13 Kommentare
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Dann sollte man das Essen im Wohnmobil auf einem Restaurant-Parkplatz erlauben. Ist ja nicht gefährlicher als auf einem öffentlichen Parkplatz.

    Der Staat darf die Freiheit nur im notwendigen Maße einschränken wie es für die Pandemiebekämpfung nötig ist.

  2. Edgar Graeven

    Seit wann haben Provinz – Gouverneur was zu sagen müssen die ihre Daseinsberechtigung rechtfertigen, einfach nur lachhaft

  3. Jean-Pierre DRESCHER

    „Seit wann haben Provinz – Gouverneur was zu sagen“

    Weil es gewählte Ministerpräsidenten der Provinzen bzw. „Kleinen Ländern“ innerhalb der Foederation sind ähnlich wie Oliver Paasch als MP unserer DG auf Ebene der Foederal-Regionen „Große Länder“.

  4. Nancy Schmitz

    Dann aber auch das essen auf dem Parkplatz von Fastfoodrestaurants verbieten !

  5. Edgar Graeven

    Jean-Pierre Drescher
    Danke für die Belehrung 😉
    Ich wollte nur zum Ausdruck bringen daß jetzt anscheinend jeder seinen Senf in dieser Pandemie zum Ausdruck bringen muss, denn besher habe ich nicht viel von denen gehört.
    LG und bleib gesund

  6. sylvia kohnen

    ich glaube die Regeln werden erfunden von denjenigen, die nichts Wichtiges zu denken haben : wann ist der Spuk vorbei? Diejenigen, die kreativ sind, werden bestraft; die nichts zu befürchten haben von den Corona Regeln, das sind Sozialempfänger, Arbeitslose, Invalide…. diese bekommen ihr Leben lang Unterstützung ohne Rechtfertigung und die , die arbeiten wollen, müssen alles finanzieren. Solange bis die ganze Wirtschaft den Bach runter gelaufen ist … traurig. und dann kann die Politik stolz sein auf die unverständlichen Entscheidungen und sagen : wir haben was geleistet

  7. Maria van Straelen

    Herr Graeven, obwohl Sie, wie jeder Hinz und Kunz hier seinen Senf dazugibt, wollen Sie dies einem Provinz-Gouverneur (gouverner = regieren) verweigern ? Hm, eigenartig.

  8. Sylvia Veithen

    Wo ist da die Logik ?
    Schade wiedrum für den Horeca Bereich .

  9. Gerlinde Wächter

    @Frau Sylvia Kohnen: Dann wollen wir mal hoffen, dass Sie sich bei so viel kreativem Einsatz nicht noch bleibende Schäden zuziehen – am Ende könnten Sie dann tatsächlich zu der von Ihnen so „nett“ gedissten Gruppe von Sozialempfängern, Arbeitslosen und Invaliden gehören. Auch Existenzängste und Unverständnis rechtfertigen keine rechten Stammtischparolen.

  10. Kaut Rainer

    Was wollen die nur noch alles mit uns anstellen .Da geht einem ja der ganze Menschenverstand verloren .Wo ist da die Logik armes Belgien armes Europa .

  11. Edmund Scholz

    Frau Konnen,
    Ich muß Ihnen widersprechen.
    Ich bin nach 45 Jahre zu 100 Prozent „Invalit“. Wie der Volksmund sagt:
    Kaputt malocht – du Idiot.

  12. krings alois

    Das muss ein sehr ’schlaues‘ Virus sein, es kennt den Unterschied zwischen einem öffentlichen und einem nicht öffentlichen Parkplatz!!!
    oder hat das Verbot gar nichts mit dem Virus zu tun ?

  13. Frank Pech

    Jetzt wird es lächerlich, auf dem Restaurantparkplatz im eigenen Wohnmobil darf ich nicht mein abgeholtes Essen verspeisen, 10m weiter auf dem öffentlichen dann schon. Sind die jetzt vollkommen bescheuert, glauben die eigentlich sie können sich mit uns alles erlauben.
    Es wird Zeit dass denen mal die Grenzen aufgezeigt werden.
    Wenn mich einer so angeht kriegt er eine Klage an den Hals.
    Wir sind doch nicht denen ihre Wassallen.😡😡😡😡😡😡😡😡😖😖