Weniger Verkehrstote auf Belgiens Straßen

In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Verkehrstoten in Belgien um 16 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum 2019 gesunken. Das geht aus dem Sicherheitsbarometer des Verkehrsinstituts Vias hervor.

Gedenken an Verkehrstote - Kreuz am Straßenrand

Illustrationsbild: Nicolas Maeterlinck/Belga

Insgesamt starben auf belgischen Straßen 302 Menschen. Die Zahl der verletzten Verkehrsteilnehmer ging sogar um 20 Prozent zurück.

Ein Vias-Sprecher erklärte, es sei schwer, genau einzuschätzen, wie groß der Einfluss der Corona-Schutzmaßnahmen und des Lockdowns auf die Zahl der Verkehrsunfälle war. Es sei wichtig, weiter in die Sicherheit im Straßenverkehr zu investieren, damit die Zahlen nach der Corona-Krise nicht sehr ansteigen würden.

Auffallend ist, dass es im Monat September im Verhältnis sehr viele Todesopfer bei Verkehrsunfällen gab. Im September kamen 48 Menschen bei Unfällen ums Leben.

Der belgische Radfahrerbund reagierte enttäuscht auf das neue Verkehrssicherheitsbarometer, denn die Zahl der bei einem Verkehrsunfall getöteten Radfahrer sei in den Sommermonaten gestiegen. Im Juli, August und September kamen 17 Radfahrer ums Leben. Das ist einer alle fünf Tage.

Anscheinend fänden das alle normal, denn im Vias-Bericht stünde davon nichts. Es brauche dringend einen Verkehrssicherheitsplan für Radfahrer, so Wies Callens vom Radfahrerbund.

belga/vrt/est/vk

2 Kommentare
  1. Volker Schober

    Wenn man es mit dem Schutz der Menschen wirklich ernst meint, müsste man im Straßenverkehr genauso drastische Einschränkungen vornehmen wie aktuell wegen Corona.
    Warum wird da mit zweierlei Maß gemessen?

  2. Dieter Leonard

    Versuch einer Antwort, Herr Schober.

    1. Weil Verkehrsunfälle keine hochansteckende pandemische Viruserkrankung sind?
    2. Weil durch Verkehrsunfälle die Gesundheitssysteme nicht zwangsläufig Gefahr laufen, zu kollabieren?
    3. Weil Verkehrsunfälle nicht zwangsläufig zu katastrophalen gesellschaftlichen Kollateralschäden führen?
    4. Weil das Verhältnis der Verkehrsopfer gegenüber den an/mit Covid19 Verstorbenen bisher bei rund 1:50 liegt?

    Sowohl bei Verkehrsunfällen wie bei Corona kommt es u.a. auf das individuelle Verhalten und das Verantwortungsbewusstsein der Menschen an, Unfälle, Infektionen, Verletzte, Kranke und Opfer möglichst zu vermeiden.

    Die meisten Verkehrstoten und auch Corona-Opfer sind deswegen zu beklagen, weil Menschen nicht gewillt sind, sich an rel. einfache Regeln zu halten. Hier sind es z.B
    Geschwindigkeitsbegrenzungen, dort AHA-Regeln.

    Bei einer Pandemie sind die gesamtgesellschaftlichen Folgen allerdings weitaus dramatischer.

    Freundliche Grüße