Atomausstieg: De Wevers Vorstoß läuft ins Leere

N-VA-Chef Bart De Wever findet für seinen Vorstoß, den geplanten Atomausstieg zu verhindern, offenbar keine Mitstreiter.

Kernkraftwerk in Tihange

Kernkraftwerk in Tihange (Bild: Anthony Dehez/Belga)

De Wever hatte sich am Samstag im flämischen Rundfunk vehement gegen das Ende der Atomkraft in Belgien ausgesprochen. Nach seiner Einschätzung sind von den sieben Koalitionspartnern der Vivaldi-Regierung lediglich die Grünen dafür. Er bot die Unterstützung der N-VA an, um eine Wechselmehrheit gegen den Atomausstieg in der Kammer zustandezubringen. Bisher zieht aber keine andere flämische Partei aus der Föderalregierung mit.

Die CD&V verwies auf den Koalitionsvertrag, in dem der Atomausstieg vereinbart wurde. Darin sei auch festgehalten, dass die Versorgungssicherheit im November nächsten Jahres bewertet wird.

Ähnliche Reaktionen kamen auch von den anderen Regierungspartnern, unter anderem von der grünen Energieministerin Tinne Van der Straeten. Der Koalitonsvertrag sei ihre Roadmap, twitterte sie.

vrt/sh

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12 Kommentare
  1. Gerald Pesch

    Es ist eine völlig surreale Diskussion die da abläuft. Die Politiker streiten über „Koalitionsverträge“ während die Physik sich darum keinen Deut schert. Zur Sache: Auf „Elia Grid-data“ Seite kann jeder die Realität sehen. In der Woche vom 15.11 bis 21.11 betrug die Netzlast im Belgischen Stromnetz zwischen 8 GW und 12 GW, je nach Tageszeit und Wochentag. Davon wurde durch die KKW konstant, 24/24 h, 4 GW abgedeckt (= Grundlast). Ebenso viel kam (je nach Windstromangebot) aus den Gaskraftwerken. Der Wind hingegen schwankte in dieser Periode zwischen max. 3,6 GW und min. 0,15 GW! PV Strom spielt im November keine Rolle. Wer unter diesen Umständen vom „Atomausstieg 2025“ fabuliert kann keine Zahlen lesen oder glaubt an ein Ökowunder….

  2. Carl Schumacher

    Die Realität und die Zahlen spielen bei dem Atomausstieg schon lange keine Rolle mehr. In 2003 wurde etwas beschlossen was seitdem nicht umsetzbar ist. So sieht Politik (der Grünen?) heute aus.

  3. Guido Scholzen

    Die meisten Personen in Politik und Presse sind doch viel zu feige, um reell darüber zu reden, dass eine Energiewende unrealistisch ist.

  4. Norbert Schleck

    „Die meisten Personen in Politik und Presse sind doch viel zu feige, um reell darüber zu reden, dass eine Energiewende unrealistisch ist.“

    Ach Gott, Herr Scholzen, was hat man im Laufe der Geschichte nicht alles als „unrealistisch“ dargestellt?
    Dass man von Europa westwärts nach Asien segeln könne, dass eine mit Dampf betriebene Maschine mal Reisende von Brüssel nach Mecheln befördern könne, ohne schwere Gesundheitsschäden, dass aus der klebrigen Flüssigkeit, die in Texas mal aus der Erde sprudelte, eine die Welt beherrschende Technologie entstehen würde, dass man zum Mond fliegen könne, dass ein Flugzeug mal schneller als der Schall sein könne, dass man das Atom spalten könne, um daraus Energie zu gewinnen, dass man…

    Zugegeben, manche dieser Erfindungen fallen uns heute auf die Füße und bereiten uns eben die Probleme, um deren Lösung wir jetzt ringen. Aber das ist bei jedem „Fortschritt“ so, der immer wieder neue kreative Lösungen erfordert.

  5. Joachim Wahl

    Herr Schleck, was wollen Sie dem Leser vermitteln? Dass man „alles“ machen kann, was sich manche vorstellen? Alle von Ihnen zitierten Beispiele gehorchen den Regeln der Physik. Eine Energiewende mit Ihren „neuen kreativen Lösungen“, tut das nicht.

  6. Dieter Leonard

    „In 2003 wurde etwas beschlossen was seitdem nicht umsetzbar ist. So sieht Politik (der Grünen?) heute aus.“

    In 2003 wurde der Atomausstieg bis 2025 beschlossen und in 17 Jahren hat man es versäumt, die Rahmenbedingungen zu schaffen, diesen Atomausstieg umzusetzen.

    So wird ein Schuh daraus, Herr Schumacher.

    In diesen 17 Jahren wäre es möglich gewesen, den Anteil regenerativer Energien mehr als bisher auszubauen und die notwendige (!) Übergangsbrückentechnologie in Form von Gaskraftwerken zu errichten.

    Dass dies nicht geschehen ist, liegt vor allem in der Verantwortung der Politiker und Parteien, die in diesen 17 Jahren die Geschicke des Landes geleitet haben.
    Seit 2003 waren die Grünen an keiner föderalen Regierung beteiligt, wohl aber die Liberalen, Sozialisten, Christdemokraten und die N-VA.

    Belgien ist zudem nicht das einzige Land, das einen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat bzw. nie auf Atomenergie zurückgegriffen hat:
    Irland, Österreich, Schweden, Griechenland, Neuseeland, Dänemark, Philippinen, Italien, Kuba, Deutschland, Schweiz, Litauen, Taiwan, Südkorea, Spanien,…

  7. Carl Schumacher

    @Herr Leonard : „In 2003 wurde der Atomausstieg bis 2025 beschlossen und …“

    Vielleicht sollten Sie sich das Gesetz von 2003 mal ansehen oder sich fragen warum es in 2013 und 2015 abgeändert wurde bevor Sie hier solche Falschinformationen verbreiten.

    Es genügt auch nicht in einem Gesetz etwas festzulegen, das was man festlegt muss auch realistisch und erreichbar sein.

    Wenn wir in 2025 keinen Atomstrom mehr haben produzieren wir selbst nicht genug Energie und sind von Einfuhren abhängig, die Energie die wir (durch Gas) produzieren macht uns zum zweit-schmutzigsten Energieproduzenten Europas (hinter Polen) und wird wahrscheinlich für viel mehr als die heutigen 20 % der Haushalte nicht bezahlbar sein.

    Danke an alle die unser Land dorthin bringen.

  8. Dieter Heinemann

    @Carl Schumacher
    Ich vermute mal das Sie das Risiko, das von den Schrottreaktoren Thiange und Dole ausgeht, nicht weiter zu tangieren scheint, liegt daran, das im Falle des Falles sehr wahrscheinlich ja gar nicht Belgien selbst sondern die Menschen in den Nachbarländer Deutschland(NRW) und den Niederlanden die Hauptlast der Katastrophe zu tragen hätten! Wie kann man nur angesichts dieser immer wahrscheinlicher werdenden Katastrophe noch über 3€ höhere Stromkosten schwafeln? Und dazu obendrauf noch die Mähr hochhalten das es sich bei Atomstrom um „saubere“ Energie handelt. Diese hinterlässt für hundertausende von Jahren unhandlebar gigantische Mengen an radioaktiven Müll für dessen Entsorgung bis dato nirgendwo auf der Erde auch nur eine einzige schlüssige Endlösung existiert!
    Leute, wacht endlich auf!!!!!

  9. Dieter Leonard

    @C. Schumacher + BRF

    Ihre Behauptung, Herr Schumacher, ist diffamierend und ehrabschneidend.
    Aber dies ist aus ihrer Feder ja nichts Neues.
    Das Gesetz von 2003 sieht einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis 2025 vor. Falschinformationen sind wohl eher ihr Betätigungsfeld.
    Dieser Termin ist nach wie vor Bestandteil des Gesetzes.
    Es ist bedauerlich, dass der BRF, der sonst peinlich genau auf die Einhaltung seiner Netiquette achtet, solche Kommentare freischaltet.

  10. Carl Schumacher

    @Herr Leonard :

    Nochmals, speziell für Sie: sie schreiben: „„In 2003 wurde der Atomausstieg bis 2025 beschlossen und …“. Dies ist nachweislich falsch.

    In 2003 wurde mit keiner Silbe über 2025 gesprochen, sondern der Neubau von AKW’s untersagt und die Maximallaufzeit der AKW’s auf 40 Jahre festgelegt, so dass das Gesetz in 2013 und 2015 nachgebessert werden musste, anderenfalls hätten wir schon seit 2015 keine AKW’s mehr.

    Ihre Aussage war also falsch. Punkt. Diffamierend und ehrabschneiden sind also wohl eher Sie, aber „dies aus ihrer Feder ist ja nichts Neues.“

    Ich verstehe wirklich nicht wieso der BRF Ihre Kommentare noch freischaltet (sic).

  11. Maria van Straelen

    @DieterHeinemann
    Ganz vorab, ich bin Atomkraftgegner und kein Lobbyist. Aber dieses Theater, von AC/NRW regt mich ziemlich auf, weil es so einseitig ist. Tihange ist von der D-B Grenze 60 km Luftlinie entfernt, und dieser Kreis ragt 18 km in den Südgipfel von NL-Limburg und 10 km in einen Keil von Frankreich. Dies umfasst einen Durchmesser von 370 km bei 10900 km2 Fläche. Doel: 130 km von AC. Wenn wir bei Doel von den 60 km wie Tihange ausgehen, ist ganz Zeeland/NL betroffen, und Frankreich bis kurz vor Lille.
    Jülich, was in den deutschen Medien mit vielen Skandalen vermeldet wird, ist ganze 25 km von Aachen, wie wärs wenn Sie sich mal in diese Richtung orientieren, Zieht man einen Kreis von 60 km um Jülich, landet man bis Lüttich, fast ganz NL-Limburg und südlich fast bis Monschau. Übrigens es heißt TIHANGE und DOEL, wenigstens das sollten Sie richtig machen.

  12. Frank Jörg Rimbach

    Energiewende und Atomausstieg in D. Ich lach mich Schlapp, der Kretschmann von Baden Württemberg hat alle AKW‘ s dort abgeschaltet und gleichzeitig einen Milliardenvertrag über die Lieferung von günstigem Atomstrom aus Frankreich abgeschlossen!!!!
    Quelle: EnBW!!!

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