Neue Corona-Zahlen: Fast jeder fünfte Test ist positiv

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus liegt mittlerweile bei fast 12.000 am Tag. Das geht aus den neuesten Zahlen von Sciensano hervor.

Sint-Blasius-Hospital in Dendermonde (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Illustrationsbild: Nicolas Maeterlinck/Belga

In der Woche vom 15. bis 21. Oktober wurden täglich im Schnitt 11.891 neue Fälle registriert. Die Rate der positiven Corona-Tests stieg auf über 18 Prozent, d.h. fast jeder fünfte Test ist mittlerweile positiv.

Zuletzt starben im Schnitt täglich 39,1 Patienten an den Folgen von Covid-19, das sind sieben mehr als in der Vorwoche.

In den Krankenhäusern werden derzeit 4.400 Menschen mit Covid-19 behandelt, 708 auf der Intensivstation. Täglich kommen etwa 433 Patienten hinzu, die stationär behandelt werden müssen. Das ist eine Steigerung um 85 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

belga/sh

20 Kommentare
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Ungewollt nähert Belgien sich der Herdenimmunität mit großen Schritten.

  2. Gerd Havenith

    Gestern gab es im kleinen Belgien 17.568 neue Infektionen sowie 70 Tote. Das ist enorm viel für kleines Land. Also bleibt daheim, und ersetzt Besuche durch E-Mails, SMS und Telefonate. Ansonsten sollte jede(r) die AHAL-Regeln strengstens befolgen.

  3. Claudia Gottschling

    Es wird keine Herdenimmunität geben, denn eine Corona Infektion zieht keine Immunität nach sich. Sonst könnte man Menschen, die eine Infektion relativ schadlos überstanden haben, ja geradezu beneiden. Leider ist es nicht der Fall, sondern eine zweite Infektion ist durchaus möglich und kam auch bereits vor. Daher ist eine „Durchseuchung“ der Bevölkerung mit der Gefahr von noch mehr Todesfällen überhaupt kein Vorteil, so schade das auch sein mag. Es bleibt also nur, endlich mal die Regeln zu befolgen, denn wenn alle dies täten, wären die Zahlen nicht so hoch. Leider scheinen viele Menschen in diesem Land immer noch die Gefahr, die mittlerweile allgegenwärtig ist, zu verleugnen. Hoffentlich wird sich das bald ändern, irgendwann muss doch der Letzte vernünftig werden.

  4. Dieter Leonard

    @M. Scholzen

    Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Immunität nach einer Infizierung mit dem Corona-Virus geben keine Auskunft, ob es in jedem Fall zur Immunität kommt und wie lange diese anhält. Immer mehr Personen werden erkannt, die sich bereits zum 2. mal mit dem Virus angesteckt haben. Die Antikörper sind nach wenigen Monaten oftmals verschwunden.
    Bisher gibt es auch kein einziges Beispiel einer natürlichen Herdenimmunität bei respiratorischen Viren.

    Selbst wenn ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehen sollte, bliebe zu klären, in welchem Rhythmus er erneuert werden müsste.
    Auf natürliche Herdenimmunität zu setzen ist reine Spekulation und ohnehin ohne Überlastung der Gesundheitssysteme nicht durchführbar. Belgien ist dafür momentan der „beste“ und traurigste Beweis.

    Die Befolgung der regelmäßigen Aufrufe von u.a. Gerd Havenith in diesem Forum (siehe hierüber) ist der Schlüssel dafür, die Pandemie einzudämmen.

    Bleibt zuhause, schränkt die persönlichen Kontakte ein, tragt bei jeglichem Kontakt mit Personen außerhalb des eigenen Haushaltes Masken, haltet Abstand und desinfiziert die Hände.

  5. Guido Scholzen

    Alle Virologen (egal welche Meinung die über Corona haben) sind sich in einem einig: Die Verbreitung gleicht dem eines Grippe-Virus.
    Laut RKI haben Grippeviren in einer Krankheitswelle eine Infektionsrate von bis 20% in der Bevölkerung. Mit über 18% nähern wir uns diesem Wert von 20%.
    Ob es mehr werden wird? Herdenimmunität erreicht wie eine Grippe?

  6. Stephan Förster

    Unabhängig davon, dass Herdenimmunität im derzeitigen Kontext von Corona ein rein theoretisches Konzept (siehe meine Vor-Kommentatoren) darstellt, wäre ein solcher Weg gleichbedeutend mit dem bewusst In-Kauf genommenen Tod vieler zehntausend Landsleute. Übersterblichkeitsrate und Zahl der Todesfälle pro Erkranktem UND pro Infiziertem belegen klar, dass keinerlei Vergleich mit der Grippe gezogen werden kann.

  7. Ulla Roder

    Selbst gegen Influenza muss doch jährlich neu geimpft werden, also auch da gibt es keine sogenannte Herdenimmunität! und auch da gibt es immer wieder noch schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle. Was ist daran nun so schwer zu verstehen? Es gibt KEINE!

  8. Elian Schulte

    Ich kann nur hoffen, dass es 2021 entweder einen Impfstoff oder, falls das Virus schnell mutiert, ein Medikament gibt.
    Das, was wir jetzt erleben, darf sich in den kommenden Jahren nicht wiederholen; einerseits wegen der vielen Opfer, aber auch, weil ansonsten Wirtschaft und Staatsfinanzen komplett ruiniert werden.
    Die Forschungen einer 14-jährigen Amerikanerin machen eine gewisse Hoffnung, aber in der derzeitigen Lage klammert man sich natürlich an jeden Strohhalm.
    In China (warum eigentlich gerade dort?) wurde eine weitere hochansteckende Variante des Virus entdeckt, die vor allem unter Schweinen grassiert, aber ebenso auf den Menschen überspringen kann: Sads-CoV
    Das wäre der Super-GAU.

  9. Heike De Bruecker

    Werter Herr Scholzen,
    Hätte man eine Immunität gegen die Influenza, müsste man sich nicht all jährlich dagegen impfen lassen.
    Covid19 mit einer Influenza zu vergleichen, ist auch ein Fehler, da die Folgeerkrankungen bei Covid19 drastischer sind

  10. Dieter Leonard

    Die Liste der von G. Scholzen verbreiteten Falschinformationen wächst jeden Tag.

    1. Die Behauptung, 18% der Belgier seien bisher mit den Corona-Virus infiziert, ist eine erneute (bewusste?) Fehlinterpretation von jemandem, der die Pandemie lange als „Coronaquatsch“ bezeichnet hat.
    18% beträgt zur Zeit die Rate der positiven Testergebnisse und nicht die Gesamtrate Infizierter in Belgien!
    Wie hoch diese ist, weiß zur Zeit niemand genau. Im August lag sie einer Studie der Uni Antwerpen zufolge bei 5,5%. Möglicherweise jetzt bei 8-10%.

    2. Eine Herdenimmunität kann bei einer Influenza nur durch Impfung (!) von rund 70% der Bevölkerung erreicht werden. Diese wurde bisher angesichts einer Impfrate von max. 20% nie erreicht.
    Eine dauerhafte Herdenimmunität, die bei Masern bei einer Rate von 95% erreicht wird, kann es bei Influenza nicht geben und wird bei Corona mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht funktionieren.

    An einem Impfstoff zumindest für die vulnerablen Bevölkerungsschichten führt kaum ein Weg vorbei.

  11. Guido Scholzen

    Was lese ich hier?
    Aha, also eine Immunität kann nur durch Impfen erreicht werden????
    Hätte ich das vor 30 Jahren im Biologie-Examen gesagt (ein Thema war Vaccinologie und Immunologie), dann wäre ich in Bio durchgefallen!

    Zum Abschreiben: Wenn das Immunsystem einen Feinderreger erkennt, ihn bekämpft, dann merken sich bestimmte Zellen den Aufbau des Erregers. Sollte wiedereinmal der selbe Erreger eindringen, so liegen diese Bekämpfungs-informationen bereits vor. Das Impfen bedient sich dieses Erinnerungsmechanismus. Oft wird mit ‚Todimpfstoffen‘ gearbeitet, d.h. ein abgetöteter Erreger wird verabreicht, das Immunsystem reagiert darauf mit Antikörperbildung, und merkt sich diese Reaktion für später. Sollte der richtige krankmachende Erreger kommen, so ist das Immunsystem schon gewappnet.
    Ziel von Impfungen ist, ein gut vorbereitetes Immunsystem arbeiten zu lassen, ohne dass die Krankheit ausbricht.

    @Stephan Förster, Sie haben gut formuliert: wo gehobelt wird, da fallen Stähne. So funktioniert Natur.

    @Heike DeBruecker: Nicht alle Menschen brauchen Impfungen, aber oft/meistens ist es besser als Vorbeugemaßnahme. Ich bin Impfbefürworter!

  12. Stephan Förster

    @Herr Scholzen: ihrer Logik folgend bräuchte es ja dann im Grunde gar keiner medizinischen Versorgung, da die Natur die Auswahl trifft. Und wen es trifft, der landet dann auf ihrem gedanklichen Haufen „Spähne“. Sie sollten aus Respekt gegenüber den Erkrankten, Verstorbenen, besorgten und trauernden Angehörigen und erschöpften Pflegenden ihre Ausdrucksform anpassen, besser noch ihre Gedankengänge und Schlussfolgerungen hinterfragen.

  13. Norbert Schleck

    Vielen Dank, Herr Scholzen, für Ihre Vorlesung in Sachen Vaccinologie und Immunologie. Ihnen kann wirklich keiner das Wasser reichen.

    Nun ja, wenn wir Laien uns ausdrücken, so ist das naturgemäß dilettantisch.
    Frau De Bruecker wollte nur sagen, so habe ich sie jedenfalls verstanden, dass das Grippevirus sich jedes Jahr wandelt und jeweils eine neue Impfung erforderlich ist, um im Voraus entsprechende Abwehrkräfte zu entwickeln.

    Herr Leonard spricht dagegen von „Herden“immunität.

    Herr Scholzen sollte mal den Artikel „Warum natürliche Herdenimmunität eine Illusion ist“ auf der Website von Quarks lesen.

    A propos „Spähne“, der Herr Scholzen und seine Mitstreiter vom „Gegenpol“ in Sachen Corona lassen wirklich jedes Mitgefühl vermissen.
    Hoffentlich werden Sie nie so ein „Spahn“ und ein Opfer der grausamen „Natur“, Herr Scholzen!

  14. Dieter Leonard

    @G. Scholzen
    Sie haben – mal wieder – falsch gelesen, Herr Scholzen.
    Aber nicht nur dies ist ihr Problem, sondern vor allem die Tatsache, dass sie aus falsch Gelesenem auch noch falsche Schlussfolgerungen ziehen.
    Dies passiert übrigens nicht nur beim Thema „Coronaquatsch“ am laufenden Band, sondern auch beim Thema „Klimaquatsch“.
    Sollte ihnen das nicht zu denken geben?

  15. Reinhard Boest

    @G. Scholzen:
    Nach meiner Erinnerung schreibt man „Späne“ ohne „h“. Oder soll das eine besonders subtile Anspielung auf einen deutschen Politiker sein?

  16. Guido Scholzen

    @Heike De Bruecker: Sorry, ich hatte Ihren Kommentar zu schnell „überflogen“.

    Herdenimmunität! Eine Medikation gibt’s leider noch nicht.
    Haben wir denn eine andere Alternative, wenn wir das normale Leben irgendwie zurück haben wollen?
    Irgendwie sehe ich keinen Unterschied in der Anzahl der Erkrankten mit oder ohne Corona-Regelungen, die über die AHA-Regelung hinausgeht.
    Und man sollte sich in Belgien eingestehen, dass die Maßnahmen nicht funktionieren.

    Wenn Ausgangssperren und Maskenpflicht an Schulen weiterhin als nutzvoll angesehen werden, ja dann glaubt doch was ihr wollt.
    Das ganze läuft immermehr auf eine „Gesinnungs-Haltung“ hinaus. Und wer diese Gesinnung auch nur kritisiert, wird gesellschaftlich gemobbt, auch wenn man die Regeln einhält.

    AHA-Regeln ja, aber ansonsten ausser Spesen nichts gewesen.

  17. Dieter Leonard

    @G. Scholzen

    Dass jemand sich jetzt als Opfer darstellt, der sich nie davor gescheut hat, Andersdenkende mit allen möglichen beleidigenden und diskreditierenden Begriffen (z.B. links-grün versiffte, ahnungslose Klimaidioten,…) zu beschimpfen sagt viel über das vermeintliche Opfer aus.

    Zum Inhalt:
    Wenn die Immunantwort bei Corona nur Monate oder z.B. 1 Jahr dauert, führt kein Weg an einer Impfung vorbei, um Herdenimmunität zu erzielen.
    Ansonsten müsste sich ja jedes Jahr der für einen Gemeinschaftsschutz benötigte Bevölkerungsanteil anstecken, was dieses Konzept ad adsurdum führt.

    Beträgt die notwendige Impfrate wie z.B. bei Influenza 70% (eine Rate die bei weitem nie erzielt wurde, weswegen es bei Influenza auch nie zu einer Herdenimmunität kam) müsste die Impfbereitschaft massiv gesteigert werden.

    Würden sich alle Menschen an die AHA-Regeln halten, wären weiterreichende staatliche Maßnahmen tatsächlich überflüssig.
    Belgien ist das beste Beispiel dafür, dass dies nicht funktioniert.

    Dass staatlich verordnete Einschränkungen dazu beitragen können, die Pandemie einzudämmen, haben die Maßnahmen in zahlreichen Ländern zweifelsfrei gezeigt.

  18. Alexander Hezel

    Herr Scholzen, der schwedische Chefepidemiologe Anders Tegnell sagt es heute in einem Interview mit der Tageszeitung Die Zeit (zu lesen auf zeit.de) sogar selbst:

    „Herdenimmunität anzustreben ist ethisch nicht vertretbar“

    Wollen Sie immer noch nicht verstehen, dass dieser Weg nicht der richtige ist?

    Und aus dem selben Interview – A. Tegnell: „In der Geschichte gab es bisher keine Infektionskrankheit, bei der eine Herdenimmunität die Übertragung vollends aufgehalten hat, ohne dass es zuvor eine Impfung gab“

  19. Christian Voigt

    Die Krankenhäuser laufen jetzt schon über. Wie sehe es dann erst mit Herdenimmunität aus? Um Herdenimmunität zu erlagen, müssen sich zuerst noch mehr Leute anstecken. Wohin sollen dann die Fälle die mit Komplikationen zu kämpfen haben? Auch noch in den überfühlten Krankenhäuser? Dank Herdenimmunität werden die Zahlen erst steigen bevor sie wieder sinken. Und was wird unter anderem diese Zahlen sinken lassen? Genau, die Anzahl Verstorbener.

  20. Guido Scholzen

    Werte Mitstreiter,
    ich will nicht inhuman sein, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
    ich lese gerade in ’spektrum der wissenschaft‘ den Text ‚Neun wichtige Lehren über die Corona-Pandemie‘
    Dort steht ‚Covid-19 kann überall ausbrechen. Covid-19 kann jeden treffen…“
    Fast JEDER kommt irgendwann irgendwo mit diesem Erreger in Kontakt. Wenn nicht heute dann morgen oder übermorgen. Man möge mich nicht falsch verstehen, aber solange es keine Medikation gibt, wird das Anstecken der Bevölkerung hinausgezögert, damit auch die Herdenimmunität, aber auch das Erkranken und Sterben. Das ist Biologie, das ist eben so. Wir können auch nicht einen „halben Lockdown“ ewig aufrecht erhalten.

    Ich erinnere an ein Zitat von Mark vanRanst zu Beginn der Corona-Krise: „In 10 Wochen ist alles vorbei, so ein Virus hält sich 9 Wochen lang“
    Damit hatte er ja ungefähr recht. Aber am Ende dieser 10 Wochen begann die warme Jahreszeit.
    Nur wieviel Wochen wird sich das jetzige Debakel dranhalten? Die kalte Jahreszeit beginnt erst. Lockdown-Winter-2020/21???