Hitzewelle trifft auf Corona-Welle: Krisenzentrum gibt Tipps

Wetterbedingungen, wie die, die wir gerade erleben, sind schon unter normalen Umständen nur sehr schwer erträglich. Aber aufgrund der Coronavirus-Epidemie ist dieser Sommer ohnehin alles andere als normal. Umso größer ist da vielleicht für manche die Versuchung, es mit den Schutzmaßregeln nicht so genau zu nehmen. Aber genau davor hat das Nationale Krisenzentrum am Montag gewarnt.

Bild: Benoit Doppagne/Belga

Bild: Benoit Doppagne/Belga

Der Virologe Steven Van Gucht brachte am Montag eine gute Nachricht mit zur Pressekonferenz des Nationalen Krisenzentrums. Auf ganz Belgien bezogen scheine es, als ob die exponentielle Zunahme der Neuinfektionen vorläufig gestoppt worden sei, so Van Gucht. Es gebe zwar weiter eine Zunahme von Fällen, aber dieses Wachstum habe sich abgeschwächt.

In Antwerpen könne man sogar eine leichte Abnahme der Neuinfektionen feststellen, erklärte Frédérique Jacobs. Das könne bedeuten, dass man einer möglichen zweiten Welle entgehen könne, wenn man sich weiter an die Maßregeln halte, unterstrich die Sprecherin des Krisenzentrums.

Dem Virus keine Chance geben

Besonderes Augenmerk richteten die Gesundheitsexperten am Montag aus aktuellem Anlass auch auf die Hitzewelle und die damit verbundenen Temperatur- und Ozonwarnungen. Alle hätten in den vergangenen Tagen festgestellt, dass das Tragen von Mundschutzmasken bei dauerhaft hohen Temperaturen nicht angenehm sei, zeigte Yves Stevens Verständnis.

Dennoch dürfe man dem Virus trotz der Hitzewelle keine Chance geben, betonte Stevens. Nur weil es unangenehm sei, könne man nicht entscheiden, keine Masken mehr tragen zu müssen. Deswegen appelliere er an die Menschen, den Mund-Nase-Schutz wo erforderlich weiter konsequent zu tragen.

Generell sei der offensichtlichste Ratschlag während dieser warmen Tage, möglichst viel zu Hause zu bleiben und Orte mit Maskenpflicht zu meiden. Das gelte besonders für Risikogruppen wie ältere Menschen oder solche mit Atemproblemen, empfahl Stevens.

Außerdem sei es natürlich sinnvoll, die Tageszeiten mit den höchsten Temperaturen zu meiden, wenn man sich bewegen müsse. Die Menschen sollten sich wegen der besseren Luftzufuhr lieber für chirurgische Wegwerfmasken oder solche aus leichtem Stoff entscheiden, so die Empfehlung.

Masken nicht „Hitzewellen-tauglich“ machen

Was man allerdings keinesfalls machen sollte, ist, zu versuchen, seine Maske „Hitzewellen-tauglich“ zu machen. Die Masken nass zu machen oder sie ins Gefrierfach zu legen, vermindere deren Wirksamkeitsgrad enorm, warnte Stevens. Das solle man unbedingt unterlassen, selbst wenn es für einige wenige Minuten erfrischender auf dem Gesicht sei. Außerdem begünstige das das Wachstum von Keimen auf der Maske, wie sein Kollege Antoine Isieux hinzufügte.

Weil die Masken trocken bleiben müssten, um optimal zu schützen, gelte auch, dass man sie regelmäßig wechseln solle, so Stevens. Insbesondere dann, wenn man viel schwitze. Zum Beispiel für Menschen, die von Berufs wegen den ganzen Tag eine Maske tragen müssten, wie die im Horeca-Sektor oder auch diejenigen, die in Geschäften arbeiteten.

Und wenn man beginne, sich in der Öffentlichkeit unwohl oder überhitzt zu fühlen, sei es am besten, sich zunächst an einen Ort zu begeben, an dem man die Einhaltung des sozialen Sicherheitsabstandes gewähren könne, und dort dann eben die Maske abzunehmen und wieder Atem zu schöpfen.

Denn, nur um deutlich zu sein, die Hitzewelle ändere nichts an den sogenannten „Goldenen Regeln“ gegen das Virus wie einer entsprechenden Handhygiene und dem Einhalten ausreichender Abstände, betonte Stevens.

Weitere Tipps zum richtigen Verhalten während der heißen Tage finden Sie auf Niederländisch auch auf der Internetseite warmedagen.be, die vom flämischen Gesundheitsministerium betrieben wird.

Hohe Ozonwerte noch bis Mittwoch

Boris Schmidt

Ein Kommentar
  1. Werner Schöpges

    So weit, so gut. Mir scheint, als ob die Herren Virologen noch nie wirklich körperlich arbeiten mussten. Erst recht nicht mit Maske und bei diesen Wetterbedingungen.