Sauerstoff für Brussels Airlines: Rettungspaket von 460 Millionen Euro

Ein Rettungsring von fast einer halben Milliarde Euro sichert die Existenz von Brussels Airlines. Der Hauptsitz wird in Brüssel bleiben, und auch die Marke Brussels Airlines wird so schnell nicht verschwinden. Darauf haben sich die belgische Regierung und der Mutterkonzern Lufthansa geeinigt.

Brussels Airlines: Das Rettungspaket steht (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga

Am Nationalfeiertag hatte auch die Fluggesellschaft Brussels Airlines Grund zu Feiern. Denn die belgische Regierung und der Mutterkonzern Lufthansa haben sich auf ein Rettungspaket geeinigt. Dadurch ist der mögliche Untergang der Fluggesellschaft rechtzeitig verhindert worden.

Es ist jetzt so gut wie sicher, dass Brussels Airlines die Corona-Krise dank einem Hilfspaket von fast einer halben Milliarde Euro überleben wird. Belgien gewährt ein Darlehen von 290 Millionen Euro, das die Fluggesellschaft im Sommer 2026 zurückzahlen soll. Der deutsche Mutterkonzern Lufthansa wird weitere 170 Millionen Euro investieren.

Brussels Airlines wurde ja durch die Corona-Krise sehr hart getroffen. Zwischen Ende März und Mitte Juni wurde – abgesehen von einer Handvoll Repatriierungsflügen – nicht mehr geflogen. Da stößt eine kleine Fluggesellschaft schnell an ihre Grenzen.

Garantien von Lufthansa

Regierungskreise sind zufrieden, dass keine Subventionen verteilt werden. Gleichzeitig konnte man der Lufthansa Garantien bis 2026 abringen. Das geliehene Geld wird zum Beispiel nur in Belgien verwendet. Der Staat kann zudem zwei Verwaltungsratsmitglieder bestimmen, die Brussels Airlines bis 2026 im Auge behalten.

Auch wenn es die Absicht von Brussels Airlines ist, erst in einigen Jahren wieder zu wachsen, ist es für die Zulieferer und den Nationalflughafen besser als ein Bankrott. Auf Brussels Airlines entfielen im vergangenen Jahr 40 Prozent des Gesamtflugverkehrs am Flughafen Brüssel. Wobei man sagen muss, dass die Hälfte dieser Flüge von der Lufthansa gewährleistet werden. Man geht aber davon aus, dass rund 40.000 belgische Arbeitsplätze indirekt von Brussels Airlines und der Lufthansa abhängig sind.

Marke bleibt erhalten

Die Lufthansa hat außerdem versprochen, dass der Flughafen Brüssel im Netzwerk des Konzerns weiterhin das wichtige Drehkreuz Richtung Afrika bleiben wird. Auch der Hauptsitz wird in Brüssel bleiben, und auch die Marke Brussels Airlines darf nicht verschwinden. Dass heißt, dass der ursprüngliche Plan der Lufthansa, Brussels Airlines in der deutschen Billigfluggesellschaft Eurowings aufgehen zu lassen, nicht mehr möglich ist.

Der Plan muss noch von der Europäischen Kommission abgesegnet werden. Da werden aber keine nennenswerten Probleme erwartet. Die deutsche Bundesregierung muss das Abkommen auch noch gutheißen. Und auch der Verwaltungsrat der Lufthansa muss noch zustimmen.

Wenn alles gelingt, dann ist das vor allem eine gute Nachricht für das Personal von Brussels Airlines. Die Fluggesellschaft hatte geplant, ein Viertel der Belegschaft – etwa 1.000 Arbeitsplätze – abzubauen, doch durch Gespräche mit den Gewerkschaften konnten die Entlassungen auf unter 351 reduziert werden.

hln/tijd/vrt/standaard/mz/km