Der Blitzer hört mit: Genk macht gegen Lärmbelästigung mobil

Für viele ist das Auto ein Objekt, das Menschen von A nach B bringt. Aber es gibt auch Autoliebhaber, die auf Autotuning stehen. Dabei geht es nicht nur um das Tieferlegen oder das Anbringen eines Heckspoilers. Beim Autotuning werden Autos auch gerne künstlich lauter gemacht. Der Gemeinde Genk ist das ein Dorn im Auge.

Schild der Gemeinde Genk (Bild: Yorick Jansens/Belga)

Bild: Yorick Jansens/Belga

Der Golf GTI von Alberto Uva hat 450 PS und ist vollständig getunt. Beim Tuning gehe es ums Auffallen. Mit einem lautstarken Knalleffekt fällt man ganz bestimmt auf, sagt Uva, der sich aufs Tunen von Autos spezialisiert hat und so ziemlich alles umbaut, was einen Motor hat.

Doch Wim Dries, der Bürgermeister von Genk, hätte lieber keine lauten Autos mehr in seiner Stadt. Deshalb lässt er in einer Straße, die oft von Lärm gestört wird, eine Kamera aufstellen, die auch ein eingebautes Mikrophon hat. „Wir möchten nicht nur das Geräusch aufnehmen, sondern auch die Dezibelzahl messen“, sagt Bürgermeister Dries.

Die Stadt möchte festhalten, wer da so viel Lärm macht. Deshalb will sie über das Autokennzeichen den Besitzer ausfindig machen, damit die Polizei nachprüfen kann, ob alles mit rechten Dingen zugeht.

Der Bürgermeister hofft, dass man das Lärmproblem in der Stadt verringern kann. Die Anwohner der Straße, in der man sich häufig über die nächtliche Ruhestörung beschwert, dürfte das freuen.

Autotuner Alberto Uva hat da aber seine Bedenken. Er verstehe zwar das Anliegen des Bürgermeisters. Einige Autos seien tatsächlich viel zu laut. Aber einige wenige Fahrer, die es übertreiben, würden dadurch auch die vernünftigeren Fahrer bestrafen.

Die Autofahrer sind jedenfalls gewarnt. Wer ausgerechnet in der falschen Straße eine Straftat durch Lärmbelästigung begeht, kann mit einer Beschlagnahmung seines Fahrzeugs rechnen.

vrt/mz

Kommentar hinterlassen
2 Kommentare
  1. Yves Tychon

    Wäre auch für hochtourig gesteuerte Motorräder ein interessanter Ansatz. Vor einigen Jahren hieß es mal, dass ein um 3 Uhr nachts durch Paris rasender Motorradfahrer bis zu einer halben Million Menschen aus dem Schlaf reißen könne!

  2. Torsten Ogertschnig

    Gerade die lauten Motorräder würden hierbei ausfindig gemacht. Wobei man da nur hoffen kann, dass die Blitzer Anlage die Fahrzeuge von vorne und von hinten fotografiert. Denn wenn nur von vorne fotografiert wird, dann kann man dei Halter gerade der extrem lauten Motorräder nicht ausfindig machen.
    Es steht hier zu befürchten, dass es, wenn nur von vorne fotografiert wird, die Behörde künftig eine nette Bildergalerie von Motorradfahrern erhällt, diese aber nicht ermitteln kann. Was dann wohl diese ganze Aktion ad absurdum führen würde.

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150