Maskenpflicht in Geschäften und Co.: Erklärungen und Reaktionen

Die Maskenpflicht in Geschäften und an anderen belebten Orten kommt - und zwar schon am Samstag. Zu den Hintergründen der Entscheidung äußerten sich am Freitag bereits verschiedene politisch Verantwortliche. Und: Eine ausgeweitete Maskenpflicht zu beschließen, ist eine Sache. Wie die Durchsetzung der Maßnahme geschehen soll, hierzu gibt es aber durchaus verschiedene Meinungen.

Maskenpflicht (Bild: Laurie Dieffembacq/Belga)

Bild: Laurie Dieffembacq/Belga

Manche glauben, dass der öffentliche Druck letztlich zu groß geworden war, um die Entscheidung noch länger hinauszuzögern. Insbesondere, nachdem sich auch der Hohe Gesundheitsrat am Donnerstag der Forderung angeschlossen hatte.

Für Professor Anne Simon, Mitglied des Hohen Gesundheitsrates, Fachgebiet Prävention von Ansteckungen, ist jetzt schlicht der entscheidende Moment. In dieser Phase der Eliminierung der letzten Infektionsherde, in der aber auch eine Wiedereinschleppung durch Urlauber drohe, dürfe man keinesfalls nachlassen.

Die Premierministerin jedenfalls erklärte am Freitag in der VRT, dass es möglich gewesen sei, die Entscheidung umgehend zu treffen, weil die Situation sehr klar und die Meinung, sowohl des Hohen Gesundheitsrates als auch der GEES, des Expertengremiums, das die Regierung in der Exit-Strategie berät, einhellig gewesen sei.

Vizepremier und MR-Parteikollege David Clarinval drückte das ein wenig anders aus in der RTBF: Man sehe einfach, dass die Menschen sich nachlässiger verhielten. Und deswegen bevorzuge man, jetzt vorzubeugen, als hinterher handeln zu müssen.

Die föderale Gesundheitsministerin Maggie De Block wiederum erklärte, dass sich immer mehr Menschen in geschlossenen Örtlichkeiten aufhielten und deswegen die Beratungen in eine Stromschnelle geraten seien. Außerdem mache das Coronavirus eben auch keine Ferien. De Block wird ja auch immer vorgehalten, dass sie früher strikt gegen eine Maskenpflicht gewesen sei, unter anderem weil Masken bei Menschen ein falsches Gefühl der Sicherheit erzeugen könnten.

Sie bliebe aber bei ihrer Meinung. Die Maskenpflicht sei eine zusätzliche Maßnahme, die die anderen essentiellen Maßregeln ergänze, betonte die Gesundheitsministerin. In die gleiche Richtung argumentierte auch Premierministerin Wilmès: Die Masken seien eines von mehreren Mitteln gegen die Ausbreitung des Virus. Der soziale Sicherheitsabstand bleibe aber trotzdem der Hauptfokus.

Strafverfolgung

So oder so ist aber auch die Frage, wie man denn die Menschen überhaupt dazu bringt, sich an die Verordnung zu halten. Für Bürger sind strafrechtliche Folgen vorgesehen, auch wenn Details noch nicht bekannt sind. Aber auch Geschäfte, die wiederholt nicht dafür sorgen, dass die Regel befolgt wird, könnten von den Behörden geschlossen werden. Und dagegen gehen die Händler auf die Barrikaden.

Es läge nicht in der Verantwortung der Händler, sicherzustellen, dass Kunden beim Betreten eines Geschäfts eine Maske tragen, machte Danny van Assche, Geschäftsführer des flämischen Unternehmerverbands Unizo, deutlich. Der Kunde müsse die Verantwortung und bei Kontrollen auch eventuelle Folgen tragen.

Der Chef des Einzelhandelsverbands Comeos, Dominique Michel, wies derweil darauf hin, dass sie gar nicht über das Recht verfügten, jemandem ohne Maske physisch den Zugang zu verwehren. Und man könne wohl nicht für etwas bestraft werden, das man selbst gar nicht umsetzen könne.

Das sei Aufgabe der Polizei, erklärte Dominique Michel, und deswegen wünsche er sich, dass, wie zu Beginn der Corona-Krise, für zwei oder drei Tage überall Beamte präsent seien, um die Menschen an das Maskentragen zu erinnern.

Bürgersinn

Die politisch Verantwortlichen setzen derweil vor allem auf Bürgersinn, gesunden Menschenverstand und soziale Kontrolle. Auch die Premierministerin sieht das so: Die Bevölkerung habe die ganze Krise über die Regeln so gut wie möglich befolgt. Und sie erwarte auch jetzt nichts anderes, so Wilmès.

Allerdings, und das habe sie immer gesagt, könne es sein, dass man zusätzliche Maßnahmen ergreifen müsse, wenn die Epidemie wieder aufflamme. Das sei nicht lustig, aber vielleicht werde es nötig werden. Auch wenn sie das nicht hoffe, so die Worte von Wilmès, die auch durchaus als Warnung verstanden werden könnten.

Boris Schmidt

Kommentar hinterlassen
10 Kommentare
  1. Joseph Michels

    Erklärungen hin oder her.
    Jetzt die Maskenpflicht einzuführen ist für mich nicht nachvollziehbar und ist Verarschung der Bevölkerung. Zuerst waren sie nicht nötig, dann nicht vorrätig , jetzt die Kehrtwendung.
    Viele Maßnahmen waren und sind nicht nachvollziehbar.
    Flugzeuge werden voll besetzt, wo ist da die Logik ? Mit Masken ins Kino, geht’s noch? Die bestehenden Maßnahmen waren mehr als ausreichend. Das Schlimme ist, dass die Medien jede Maßnahme ohne Kritik verlautbaren und die Bevölkerung das alles schluckt.
    Mal sehen, wie der frisch erblühte Einzelhandel das verdaut.

  2. Horst Emonts-pool

    Wir sind nur die Figuren auf dem staatlichen Schachbrett. Wir werden so geschoben wie es denen gefällt. Was kommt als nächstes? Bis jetzt habe ich noch keinen persönlich gesehen oder gekannt der an Covid 19 erkrankt ist. Bei einem Nachbarn von mir hieß es er hätte sich infiziert. Er ist Mitte 80. Nach 2 Tagen war er wieder gesund. Ob er wirklich den Coronavirus hatte weiß keiner.

  3. Maria van Straelen

    ja wenn das so ist Herr Emonts-Pool, dann gibt es vieles nicht, ich kenne keinen Millardär und kenne auch keinen, der einen kennt. Dann ist Trump also nur ein Phantom ? Schön wärs. Dann war die Bettennot für Schwerstfälle alles nur Fake News ? Ist ja auch der neue Sport gegenwärtig. Die in Ischgl waren im besten Alter, und mit einem schweren Verlauf mit Beatmung und gar Koma hat man auch Monate später noch schwere Folgen, selbst wenn man nicht zu den Toten zählt

  4. Norbert Schleck

    „Bis jetzt habe ich noch keinen persönlich gesehen oder gekannt der an Covid 19 erkrankt ist.“

    Ich schon. Einen, den es ganz böse erwischt hat: über 40 Tage auf der Intensivstation am Beatmungsgerät, dann noch weitere intensive Betreuung, dann Reha-Klinik und seit einer Woche zu Hause.

    Aber nein, das träume ich sicher nur, diese ganze Pandemie ist eh nur eine Erfindung der „Politiker“ weltweit, um uns „wie Schachbrettfiguren“ zu verschieben.
    Sogar Trump ist denen auf den Leim gegegangen. Er wurde jetzt mit einer Maske gesichtet, die er allerdings, wie man an seinem grimmigen Gesichtsausdruck sehen konnte, nur äußerst widerwillig trägt.

    Aber Sie könnten vielleicht mal plausibel darlegen, welche dunklen Mächte denn nun Interesse an diesem wie gesagt weltweiten „Schachspiel“ haben könnten.

  5. Johan Vercarre

    Einst soll man mir erklären : Warum braucht man einen Maskenpflicht & den idioten 1,5 Meterregel, wenn man wieder in Seniorenheimen die Leute küssen & umarmen darf ? Diese Unregierung unter Sophie Wilmès soll SOFORT zurücktreten !

  6. Uwe Chemnitz

    Aus gesundheitlicher Sicht denke ich das Masken genau ab dem Datum Pflicht hätten sein sollen, wo ich eine tragen musste..13.März..PUNKT.
    Ich würde jedem raten das nicht für idiotisch oder sonstwie zu halten…

    In den Seniorenheimen meines Arbeitgebrs besteht strengste Maskenpflicht….also nichts mit küssen und umarmen.Johann Vercarre, wahrscheinlich auch wieder eien Wegwerf-Email-Adresse.
    Diese eine Frau an zu klagen, ist das letzte was Belgien braucht.
    Mit besten Grüßen an den Herr van der Stappen

  7. Horst Emonts-pool

    Jeder kann glauben was er will. Ich glaube nur was ich selbst sehe. Vogelgrippe, Schweinegrippe und so weiter, hat es auch nicht gegeben. Das haben sogar schon viele Minister öffentlich zugegeben.

  8. Anja Wotschke

    @HORST EMONTS-POOL, das in andren Medien gelesen : Warnung vor neuem Schweinegrippe-Erreger in China – Droht die nächste Pandemie ?

    Bin aber Ihrer Meinung, die „Vogelgrippe“ diente seinerzeit dazu den Preis von Geflügelfleisch massiv zu erhöhen, das gleiche damals ebenso bei der „Schweinegrippe“ und beim „BSE“, die Preise lagen im Keller und bei den angeblichen „Tiergrippen“ konnte man die ja nicht verkaufen da das ja für den Menschen gefährlich war und somit wurden zigtausende „Notgeschlachtet“ und verbrannt mit dem Wissen dass die Erzeuger dadurch auch keine Einnahmen mehr haben, hauptsache die Preise stiegen in den Geschäften Do auch jetzt.

  9. Maria van Straelen

    Genau, auch die Pest hat es nie gegeben (Beweis: ich kenne keinen der die Pest hatte) die Leute sind einfach verhungert, weil das Fleisch damals so teuer war, und Krankheiten werden uns nur eingeredet, damit die Krankenhäuser Geschäfte machen können. Also jetzt meine Meinung, die darf ich doch haben, oder ? Aber warum die USA da jetzt mitmachen, verstehe ich trotzdem nicht, dort ist das Fleisch doch billig …

  10. Franz Tröster

    Also um ehrlich zu sein finde ich die Maskenpflicht nicht schön. Bitte mich nicht mit Steinen bewerfen.

    Die Pflicht hat sicher Ihren Sinn und Zweck. Daher ist es wichtig, dass sich alle daran halten. Ich halte mich daran. Es ist nur schade dass die Pflicht in Deutschland bereits zu spät kam. Belgien hat jetzt nachgezogen, gut so.

    Mein Apell: Auch wenn es nicht angenehm ist. Tragt die Maske und haltet euch an die Regelungen. Tragt die Maske richtig und nicht nur über dem Mund.

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150