Grünes Licht für nächste Phase der Lockerungen – bereits ab Sonntag Besuche im kleinen Kreis zu Hause erlaubt

Am kommenden Montag kann wie geplant die nächste Phase der Lockerungen starten. Das hat Premierministerin Sophie Wilmès nach der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats mitgeteilt.

Premier Sophie Wilmès bei der Pressekonferenz des Nationalen Sicherheitsrats am 6. Mai in Brüssel (Bild: François Lenoir//Pool/Belga)

Premier Sophie Wilmès bei der Pressekonferenz des Nationalen Sicherheitsrats am 6. Mai in Brüssel (Bild: François Lenoir//Pool/Belga)

Die Pressekonferenz startete pünktlich um 14:30 Uhr und Wilmès versprach, dass es keine Power-Point-Präsentation geben werde. Die Form der letzten Pressekonferenz hatte für viel Kritik gesorgt.

Soziale Kontakte

Schon ab Sonntag (10. Mai, Muttertag) darf jeder Haushalt Besuche von vier Menschen zu Hause bekommen – immer nur die gleichen vier Menschen und diese dürfen nicht weitere Haushalte besuchen. Dabei müsse der körperliche Abstand von 1,5 Metern beachtet werden. Die Treffen sollen vorzugsweise draußen stattfinden – etwa im Garten. Diese Beschränkungen würden es leichter machen, eventuelle Corona-Infektionen nachzuverfolgen.

Wenn es Kranke in der Familie gebe, sei der Besuch natürlich nicht erlaubt. Auch sollten die Besucher ein besonderes Augenmerk auf Menschen mit einer Risikogruppe legen – etwa über 65-Jährige oder Personen mit einer Vorerkrankung.

Wilmès erklärte, dass diese Regelung wohl nicht alle zufrieden stelle. Es sei aber die weitestgehende Möglichkeit, wieder mehr soziale Kontakte zu haben. Weiterhin darf jeder mit zwei Menschen im Freien Sport treiben.

Geschäfte

Ab Montag (11. Mai) dürfen die Geschäfte wieder öffnen. Regeln sind dabei: ein Kunde pro zehn Quadratmetern, maximal 30 Minuten. Allen Kunden wird ausdrücklich empfohlen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Einkaufen darf man nur alleine, Ausnahmen gibt es nur für Kinder unter 18 Jahren oder Menschen, die eine Begleitung brauchen. Einkaufen soll man in der Nähe seines Wohnorts oder seines Arbeitsplatzes.

Einkaufen dürfe nicht zu ausgedehnten Shopping-Touren ausufern. Menschenansammlungen seien weiterhin zu vermeiden. Wer an einen überfüllten Platz komme, solle umkehren und später wiederkommen.

Touristische Ausflüge und Versammlungen bleiben verboten. Auch Cafés und Restaurants müssen geschlossen bleiben.

Wilmès sagte, der Sicherheitsrat sei sich darüber im Klaren, dass manche die Lockerungen als zu lasch empfänden, dass sie anderen zu schnell gingen. Sie unterstrich, dass der Sicherheitsrat jede Entscheidung genauestens abwäge.

Sport

Sportveranstaltungen sind bis Ende Juli verboten. Das bedeutet, dass auch die Saison der 1. Fußballdivision endgültig zu Ende ist. Jetzt muss die Fußball-Pro-League entscheiden, ob der FC Brügge zum Meister erklärt wird oder nicht und wer nächstes Jahr auf europäischem Niveau spielt. Eine Generalversammlung ist für den 15. Mai angesetzt.

Möglicherweise kann aber das Pokalfinale gespielt werden, wie der Vorsitzende der Pro League, Peter Croonen sagte. Es war für Anfang August angesetzt.

Mundschutzmasken

Der Nationale Sicherheitsrat erinnert daran, dass jeder in öffentlichen Verkehrsmitteln (und auch an Flughäfen) Mund und Nase mit einem Schutz bedecken muss. Das gilt auch für Bushaltestellen oder Bahnhöfe. Zudem sollen die öffentlichen Verkehrsmittel nur von denen genutzt werden, die keine Alternative dazu haben.

Auch in den Schulen gilt für alle Anwesenden über zwölf Jahren eine Mundschutzpflicht. Der Nationale Sicherheitsrat empfiehlt, einen Mund-Nasen-Schutz überall dort zu tragen, wo der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht immer gewahrt bleiben kann.

Grundsätzlich bleiben aber das Vermeiden von persönlichen Kontakten und die Handhygiene die wichtigeren Maßnahmen, um zu verhindern, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet.

Weitere Schritte

Für die Zeit nach dem 18. Mai erwägt der Nationale Sicherheitsrat, wieder einzelne kulturelle Einrichtungen wie Museen oder Bibliotheken öffnen zu lassen. Auch könnten wieder mehr Menschen zu privaten Feiern wie Hochzeiten oder Beerdigungen zugelassen werden. Voraussetzung bleibt aber, dass sich die Auslastung der Krankenhäuser positiv entwickelt. Sollten die Zahlen wieder steigen, sei es jederzeit möglich, die Maßnahmen erneut zu verschärfen.

Nach dem aktuellen Trend will der Nationale Sicherheitsrat erst für die Zeit nach dem 8. Juni darüber nachdenken, wieder touristische Tagesausflüge zuzulassen. Das war ursprünglich schon früher geplant.

Der Nationale Sicherheitsrat setzt bei der Umsetzung der Maßnahmen vor allem auf den Menschenverstand der Bürger. Sie müssten begreifen, dass die Maßnahmen notwendig seien, um die Krise zu bewältigen. Je weiter die Lockerungen gingen, desto schwieriger werde es auch für die Polizei, zu kontrollieren, ob die bestehenden Maßnahmen eingehalten werden.

Wilmès sagte, sie könne verstehen, wenn sich bei einigen eine gewisse „Corona-Müdigkeit“ bemerkbar mache. Dennoch gebe es einen Exit nur schrittweise. Der Ausstieg aus den Maßnahmen seien die Früchte der Anstrengungen, die die Gesellschaft im Kampf gegen das Virus unternommen hätten.

Grenzkontrollen: Mögliche Öffnung deutet sich an

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mitt/belga/km/okr

17 Kommentare
  1. Janine Steffens

    Auch die Grenzgänger würden zum Muttertag gerne mal wieder einen kleinen Teil der Familie sehen. Dürfen wir am Sonntag auch wieder Besuch aus Deutschland haben, im Garten mit Abstand?

  2. Marita Eichten

    Schon wieder ein Rechtsbruch der Belgischen Regierung. Das ist einfach unverschämt. Wie kann diese Regierung die Menschen an den Grenzen einsperren? Schengenabkommen? Also ich besuche meine Mutter! Egal, wo sie lebt! Für mich gibt es keine Grenzen!

  3. Wolfgang Janssen

    …und wieder bleibt ein Wort zu der Grenzöffnung aussen vor.

  4. Anja Wotschke

    Die hätte es auch kurz und knapp sagen können, alles bleibt so wie gehabt und Feierabend. Eine Schmierenkomödie hoch drei plus verarschung der gesamte Bevölkerung . Mich wundert’s dass diese noch so ruhig dabei bleibt. Eine Woche bis vier vllt auch noch sechs in häuslicher isolation dürfte genug sein aber nicht so ! Ua, wenn doch so gut wie fast alle eingesperrt sind, wie sollte man sich da mit irgendeinem Virus anstecken ? + dazu die plädiert zu diesen Masken, dann soll man die auch komplett GRATIS dem Volk zur Verfügung stellen da diese ja auch gewollt eingesperrt werden und wurden.

  5. Ursula Karsch

    @Janine Steffens, das wüsste ich auch zu gerne. Ich (62) lebe alleine, habe schon Geburtstag, Ostern und all die Wochen einsam verbracht; habe hier keine vertrauten Sozialkontakte. Würde wenigstens gern von meinem einzigen Kind (D), welches mich sonst immer etwas unterstützte, da ich auch kein Auto habe, besucht werden.

  6. Kurt Gouders

    Wolfgang Janssen haben Sie etwas anderes erwartet?Petition mit 6000 Unterschriften waren für die Katze,in Brüssel hat sich noch nie jemand für die Bedürfnisse der Bürger aus der DG interessiert.Möchte nicht wissen wie viele Kneipen und Restaurants Pleite sind wenn erst am 8 Juni verhandelt wird wann diese wieder Öffnen dürfen.

  7. Edith reul

    Ist Belgien nicht mehr in der EU?Oder möchte man aus der EU raus?
    Man verstößt gegen abkommen der EU mit Vorsatz. Die Bürger sind mündig und können entscheiden was sie wollen.
    Sie machen eine freiheitsberaubung und beschneiden uns in unsere grundrechte!!!!
    Wie wollen sie das je wieder gut machen?
    Aber das größte Problem ist wir wollen wissen ob Belgien in der EU bleiben will und auch nach den Abkommen handeln will????

  8. Lydia Leclerc

    Die Grenzschließung aktuell ist eine Farce, in D gelten die gleichen Regeln, Maskenpflicht und Sicherheitsabstand.

    Man sieht sich immer zwei mal im Leben, ist ein alter Spruch, bei der nächsten Wahl sollte die Quittung erfolgen.

  9. John destorb

    Nicht ein Wort wurde über die grenzschliessung geredet…
    Belgien sollte schnellstmöglich aus der EU austreten…
    Das erinnert an DDR Zeiten, hat mit Corona Virus nichts mehr zu tun..
    4 Wochen grenzschliessung war angemessen,aber was jetzt daraus entstanden ist, hat mit europäischem Gedanken,nichts mehr zu tun….

  10. Carl Schumacher

    Im Rahmen der Kontrolle der sozialen Kontakte (immer die gleichen 4 Personen bei Ihnen, und nur bei Ihnen zu Besuch) denkt man ganz sicherlich an eine einzigartige Kontrollmöglichkeit.

    Diese Gruppe muss sich anmelden und bekommt dann eine „Passierohrenkarte“ mit Chip und Nummer, damit Polizei die sozialen Kontakte kontrollieren kann. Damit die Polizei diese Karte in einem Abstand überprüfen kann muss sie natürlich die entsprechende Größe haben.

    In diesem Rahmen könnte man den Bürgern die Besuche über die Grenze machen müssen auch eine Passierohrenkarte mit Chips und Tracer „anknipsen“, so dass die Staatsanwaltschaft deren Bewegungen auch im Ausland verfolgen kann und zur Not eine Geldbuße aussprechen kann.

    Um dies zu überwachen dachte man an ein „Callcenter“ und an die Politiker die augenblicklich alle von der Bildfläche verschwunden sind, doch haben diese schon abgesagt, da sie vollzeit mit dem Einsatz für ihre Wähler beschäftigt sind.

  11. Wahl, Joachim

    Auf dem Bild scheint Mme Wilmes bester Laune zu sein. Der kann ich mich allerdings nicht mehr anschliessen. Unsere Familie hat bis dato alle Regeln geschluckt und akzeptiert. Damit ist jetzt Schluss. Die im Text beschriebenen Massnahmen entbehren jeder Logik und sind reine Willkür. Diese Politamateure geben solange keine Ruhe, bis die EU in Schutt und Asche liegt.

  12. Andrea Kruse

    So langsam zweifelt man an der Glaubwürdigkeit der Regierung. Alles leere Versprechungen. Es ist peinlich. EU und Schengenabkommen scheinen für diese Regierung nicht mehr zu existieren . Ich werde es drauf anlegen. Meine Mutter ist die einzige die in D lebt und ich bin ihr einziges Kind. Von niemandem werde ich mich am Muttertag aufhalten lassen sie zu besuchen. Das soll mal einer wagen. Das würde bis zum obersten Gericht gehen.

  13. emonts nicolas

    und wenn sie nach deutschland einreisen müssen sie zwei wochen in quarantäne.

  14. Uwe Chemnitz

    Wochenlang hat man mir versucht ,über die Medien ein zu reden, Masken seien nicht sinnvoll… Frau de Block z.B……………………:-(((((

    oder nützten nichts…nur für die Infektion, falls man es selber hat, nicht zu streuen.oder Kreuzübertragungen zu machen.

    Und jetzt Masken drauf, aber eine Empfehlung für all das, wo wir schon die ganze Zeit einkaufen.

    Erst steht einer da, schaut bei Lidl, dann glotzt ein Anderer nur auf sein Handy, und plötzlich werden bei LIDL auch die Griffe der Wagen abgewischt..sehr interessant.(heute)
    Eines muss man klar sagen, es gab so eine Situation „eventuell“ noch nicht……
    Oder es gibt Institutionen die jetzt im Moment, mit dieser Krise unglaublich viel Geld verdienen.

    IST DAS WIEDER DER TURBO-kAPITALISMUS ????

  15. Benoni Beheyt

    Diese Lebhafte Mimik der Frau Wilmes ist ja wohl das allerletzte ……!
    Schicht im Schacht………Ende Gelände…..,diese hinhalte Taktik muss ein ende haben.
    Wie Alt muss man noch werden um erwachsen zu sein ?

  16. Anja Wotschke

    Vor allem, lt deutschen Medien betrifft die Grenzschliessungen NICHT die Grenzen nach Belgien und den Niederlanden hin dafür alle andren Grenzen zu Deutschland hin… Wie soll man das verstehen? Warum werden Belgier und Niederländer theoretisch daran ge und behindert nach D „einzureisen“? Verstehe das wer möchte, mir fehlt da s das Verständnis dazu und nur keinen Zwang mich verb al zu attackieren wegen meiner Meinung, mein Rücken ist breit.

  17. Alexander Peters

    auch wenn ich nicht selbst in Belgien leben und Belgien eigentlich nur zur Anfahrt in unser Ferienhäuschen in Holland (Region Zeeland) nutze – ist es mir total unklar, ob ich überhaupt durch Belgien fahren darf. Aus den ganzen Meldungen was man darf bzw. was man nicht darf – für Deutschland, Luxemburg, Belgien und Holland blickt doch keiner mehr durch – ich zumindest nicht mehr!!