Feinstaub beeinträchtigt Denk- und Konzentrationsvermögen

Feinstaub-Partikel können über die Atmung in den Körper gelangen und stehen im Verdacht, Lunge, Herz und Blutgefäße zu schädigen. Aber Feinstaub macht nicht nur potenziell krank, sondern offenbar auch dumm, wie eine Studie von Wissenschaftlern aus Maastricht und Bonn ergeben hat.

Smog über Namur

Illustrationsbild: Anthony Dehez/Belga

Feinstaub beeinträchtigt das Denkvermögen – und das nicht erst langfristig, sondern zeitnah. Die Forscher haben Spielzüge von Schachspielern analysiert. Testpersonen waren ausnahmslos Turnierschachspieler, also Menschen mit einem gut funktionierenden Denkapparat.

Die Forscher haben über 20.000 Spielzüge der Versuchspersonen verglichen mit denen, die ein Schachcomputer in derselben Spielsituation vorgeschlagen hat. Dabei konnten die Forscher dann beobachten, dass die Spieler immer mehr Fehler machten, je größer der Anteil an Feinstaub in der Raumluft war.

Durchgeführt wurden die Versuche im geschlossenen Raum, in dem nach und nach die Feinstaubbelastung erhöht wurde. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen schlechter Luftqualität und nachlassendem Denkvermögen sichtbar: Wenn zehn Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft hinzukamen, stieg die Fehlerquote beim Schachspielen um zehn Prozent. Unter Zeitdruck stieg die schädliche Wirkung von Feinstaub noch mehr an.

Der gleiche Test wurde auch mit Kohlendioxid durchgeführt – das CO2 hatte aber keine Auswirkungen auf die Fehlerquote. Das Gleiche gilt für die Raumtemperatur.

Auch andere Studien belegen, dass Feinstaub sich negativ auf das Denkvermögen auswirkt. Die Uni Hasselt hat Schulergebnisse untersucht – und Schüler erzielen demzufolge schlechtere Resultate an den Tagen, an denen mehr Feinstaub in der Luft ist. „Das liegt daran, dass die Feinstaubteilchen in die Blutbahn geraten und damit ins Gehirn“, erklärte Tim Nawrot von der Uni Hasselt in der VRT.

Einer weitere Studie: In den USA wurden beispielsweise 600.000 Entscheidungen von Basketball-Schiedsrichtern untersucht. Dabei kam heraus, die Anzahl der Fehlentscheidungen steigt, je höher die Feinstaubkonzentration in der Halle ist.

vrt/sh/vkr/km

2 Kommentare
  1. Wahl, Joachim

    Wieso hat CO2 keine Auswirkungen? Das läßt uns doch in 12 Jahren verbrennen, wie die Klimawissenschaftler „glauben zu wissen“. Oder haben die auch zuviel Feinstaub „geraucht“.

  2. Edmund Gebser

    Werter Herr Wahl,

    manchmal ist es auch für Akademiker hilfreich einen Satz zu Ende zu lesen.
    Da steht: Der gleiche Test wurde auch mit Kohlendioxid durchgeführt – das CO2 hatte aber keine Auswirkungen auf die Fehlerquote.
    Von den Auswirkungen auf das Klima, bewiesen oder nicht, ist keine Rede.