Coronavirus auf dem Vormarsch – Ist Belgien vorbereitet?

Die Zahl der Coronafälle steigt sprunghaft an - Aus China werden immer mehr Infektionen gemeldet. Belgier sollen aus der am meisten betroffenen Region ausgeflogen werden. Aber das neue Virus hat sich auch längst außerhalb von China ausgebreitet, nicht nur in Asien, sondern auch in Nordamerika und in Europa ist es angekommen.

Coronavirus auf dem Vormarsch

Bild: Paul Ellis/AFP

In Frankreich gibt es mehrere Fälle, aufatmen dürfen aber erstmal die Belgier – ein Verdacht in Brüssel hat sich am Samstag nicht bestätigt, der Mann leidet „nur“ an einer normalen saisonalen Grippe.

Aber dennoch: Es muss ja nicht so bleiben, es könnte ja auch tatsächlich hier bei uns die neue Grippeform auftreten. Daher stellt sich die Frage: Sind wir in Belgien gewappnet?

Im Rahmen der Möglichkeiten, die für solch einen Fall vorgesehen sind, wurden in Belgien Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, das heißt konkret: Nach diesem Verdachtsfall in Brüssel hat das Gesundheitsministerium einen Rundbrief an alle Ärzte und Krankenhäuser im Land geschickt, um über das neue Coronavirus zu informieren. Aber auch, um nochmal klar zu machen, was im Notfall zu tun ist, wenn sich jemand mit Symptomen meldet, die zu der neuen Grippe passen.

Standardverfahren

Wenn sich also jemand beim Arzt meldet mit den typischen Symptomen, also Fieber und Husten oder sogar Atemnot, und die Person möglicherweise auch noch in China war, dann wird ein Standardverfahren eingeleitet: Als erstes wird der Patient isoliert und er bekommt eine Atemmaske – einfach, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Dann muss der Arzt die Behörden einschalten, das ist in dem Fall der Hygiene-Inspektor der Provinz. Die beiden entscheiden dann gemeinsam, wie es weitergeht: Muss der Patient ins Krankenhaus oder kann er zu Hause behandelt werden? Es ist nämlich nicht zwingend vorgeschrieben, dass ein Patient im Krankenhaus behandelt werden muss. Und natürlich wird eine Blutprobe entnommen, die auf das neue Virus untersucht wird. Bis das Ergebnis feststeht, bleibt der Patient auf jeden Fall in Quarantäne.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Experten der Weltgesundheitsorganisation gehen im Augenblick davon aus, dass die Sterblichkeit nach der Infektion mit dem neuen Coronavirus bei unter fünf Prozent liegt. 95 Prozent der Patienten würden also die Infektion überleben. Zum Vergleich: Beim SARS-Virus, das ja auch zur Familie der Coronaviren zählt und das 2003 in China ausgebrochen war, lag die Sterblichkeit bei 9,5 Prozent, also wesentlich höher.

Das sind aber vorläufige Annahmen, der Höhepunkt der Epidemie ist noch nicht erreicht, von daher handelt es sich um vorläufige Experten-Einschätzungen. Und es gibt ja kein spezielles Medikament, man kann ja lediglich die Symptome behandeln.

Wie schnell kann man sich anstecken?

Das Virus soll ursprünglich von Tieren auf den Menschen übergesprungen sein. Das zeigt, dass es ein mutationsfreudiges Virus ist, also ein Virus, das sich immer wieder verändern kann. Die Ansteckung von Mensch zu Mensch passiert durch Tröpfchen-Infektion, man  muss einem Infizierten also schon recht nahe kommen, um sich anzustecken.

Keine Angst muss man übrigens vor Paketen aus China haben. Solange darin keine lebenden Tiere transportiert werden – was ja sowieso verboten ist – schließen Virologen eine Übertragung auf diesem Wege aus.

Bis es einen Impfstoff gibt, wird es wohl noch Monate dauern. Das ist nicht einfach und hängt unter anderem damit zusammen, dass die Coronaviren häufig mutieren, sich also verändern. Und wenn man einen Impfstoff entwickelt hat, dann muss der ja noch ausreichend getestet werden. Auf eine Impfung kann man beim aktuellen Ausbruch also nicht setzen.

La Libre Belguque/sh/est

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