Solaranlagenbesitzer müssen ab Mai „Prosumer-Tarif“ zahlen

Die Besitzer von Solaranlagen in der Wallonie müssen ab Mai den sogenannten "Prosumer-Tarif" für die Nutzung des Stromnetzes zahlen. Das berichtet die Zeitung "La Libre Belgique" unter Berufung auf eine Stellungnahme der wallonischen Regulierungsbehörde für Energie, Cwape. Die wallonische Regierung hatte die Einführung der Abgabe verhindern wollen.

Photovoltaik-Anlage (Bild: Aurore Belot/Belga)

Bild: Aurore Belot/Belga

Bis 2025 will die wallonische Regierung die Besitzer von Solaranlagen vor dem Prosumer-Tarif eigentlich schützen. Deshalb hatte die Regierung Ende Dezember die Einführung des Prosumer-Tarifs schon zum 1. Januar durch ein Eildekret in letzter Minute gestoppt und einen vorläufigen Aufschub bis Ende April bewirkt. Diese Zeit sollte genutzt werden, um mit der Cwape noch einmal zu verhandeln.

Die Cwape beschwerte sich daraufhin beim Staatsrat – und der gab der Cwape Recht. Die Cwape dürfe autonom Abgaben für die Nutzung des Stromnetzes festlegen, so der Staatsrat. Die Regierung dürfe der Cwape das nicht verbieten.

Deshalb soll die Abgabe jetzt also tatsächlich kommen. Aber – anders als von der Cwape ursprünglich geplant – erst ab Mai. Auch rückwirkend würden die ersten vier Monate des Jahres noch nicht berechnet, teilt Cwape laut La Libre Belgique mit. Danach werden Abgaben für das Stromnetz auch von Produzenten von Solarstrom erhoben.

Die wallonische Regierung will dann ein Drittel der Kosten des Prosumer-Tarifs übernehmen. Das hatte die Regierung versprochen für den Fall, dass es ihr nicht gelingen sollte, die Einführung des Prosumer-Tarifs auf 2025 zu verschieben. La Libre Belgique berechnet die Kosten, die durch dieses Versprechen auf die wallonische Regierung zukommen, auf 20 Millionen Euro.

Kay Wagner

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8 Kommentare
  1. Marcel scholzen eimerscheid

    Habe ich da richtig gelesen? Die Cwape kann eigenständig diese neue Abgabe erheben gegen den Willen einer Regierung oder eines Parlamentes. Kann einer das mal genauer erklären bitte. Eine Behörde ist doch normalerweise gebunden an Entscheidungen von Regierungen, die ja auch die Aufsicht hat.

  2. Jean-Pierre DRESCHER

    Wenns um Geld geht werden Beamten und Politiker schnell erfinderisch. Jetzt also eine Art Solarsteuer. Sonst kommt man noch auf die Idee statt der überhöhten Strompreise einfach selber autark Strom zu produzieren.

    Das geht gar nicht. Der MR und der NV-A wollten die volle TVA für den Strom und werden sich das wohl auch nicht so schnell wieder nehmen lassen. Wenn jetzt jeder auf Eigenproduktion umsteigen würde wäre das ein Desaster für diese Politiker.

  3. Peter Schallenberg

    Man fasse zusammen: da werden erst Anreize geschaffen, sich Solaranlagen auf das Dach zu schrauben um so relativ umweltfreundlich die Sonne zur Stromherstellung zu nutzen und jetzt werden die Nutzer zur Kasse gebeten. War das vielleicht von Anfang an so geplant?
    So etwas nennt man auf gut deutsch auch „Verarschung“ und zeigt, das die Politiker es mit Umwelt- oder Energiefragen gar nicht so ernst nehmen, wie sie es uns immer darzustellen versuchen.

    Und ja, Herr Scholzen, die Liste der Abzocker, abenteuerlich legitimiert „von- Gottes- Gnaden“ geht über die Cwape noch weit hinaus. In Belgien, in Merkels Wunderland als auch in der EU. Pöstchenjäger und Halbaristokraten müssen ja auch von etwas leben!

  4. Marcel scholzen eimerscheid

    Herr Schallenberg. So wird das immer so gemacht. Man ködert und wenn der Köder geschluckt wird, kommt die dicke Rechnung. Ein Staat gibt keine Geschenke. Alles ist Kalkül.

  5. Erwin Vroomen

    Die von der CWAP haben schnell von netis , publifin gelernt

  6. Robert Schmitz

    Firma „X“ baut eine Autobahn und setzt als Verwalter die Firma „Y“ ein welche ihr die Benutzungsgebühren überweisen soll.
    Firma „Y“ tut wie ihr gesagt wird, sagt ihren Kunden aber: „Alle blauen Autos brauchen für die Benutzung nicht zu bezahlen!“ Ausserdem spendiert Firma „Y“ diesen Fahrern auch noch den Kraftstoff, weil sie blaue Autos so toll findet. Nach einiger Zeit fahren fast nur noch blaue Autos auf der Strasse. Da tritt die Regulierungsberhörde „C“ auf den Plan und sagt: „Das geht nicht, auch die blauen Autos müssen für die Benutzung der Strasse bezahlen!“
    Kann mir jetzt mal jemand erklären, was genau daran falsch ist? Wenn schon, dann ist die Firma „Y“ im Irrtum, weil sie den Leuten anfänglich das „Blaue vom Himmel“ erzählt haben….

  7. Torsten Hopp

    Habe mir die Kommentare mal durchgelesen, da wird auf Steuern hin Bezogen, aber was da erhoben wird ist eine Nutzungsgebür, die man einfach umgehen kann.
    Man klemmt das Haus vom Stromnetz ab und dann muss man diese Nutzunggebüren auch nicht bezahlen.
    Ich bin der Letzte der für Kostenaufschläge ist, kann es aber verstehen.
    Wenn man seinen Solarstrom ins Netz Speisst weil man zuviel hat und wiederum z.B. Nachts aus dem Netz Strom bezieht oder wen man zu Wenig Solarstrom erzeugt, benutzt man ja auch das Netz und ich selber finde es auch nicht Richtig, das nur die Leute ohne Solaranlage, Wind, … fürs Netz Zahlen sollen, nur weil diese keine Anlage haben da diese z.B. zur Miete in einem Mehrparteien Haus leben.
    Was in dem Artikel auch Fehlt, eine Genaue beschreibung, es bezieht sich auf die Leute mit einem Zweiwegezähler und nicht die, die Normal aus dem Netz beziehen Trotz Anlage.

  8. Johanns Michel

    @Herrn Hopp, leider stimmt das nicht ganz, denn der Benutzertarief kommt für alle bestehenden PV.Anlagen, egal welchen Zähler sie haben.

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