Vorruhestands-Widerspruch: Nationalbank verärgert Regierung

Die Belgische Nationalbank schickt 256 Menschen in den Vorruhestand. Dabei schreibt die Nationalbank selber in ihrem Jahresbericht, dass die Belgier länger arbeiten müssen, um die Renten bezahlbar zu halten. Die Regierung ist "not amused".

Belgische Nationalbank

Bild: Siska Gremmelpez/Belga

Vor zwei Jahren hatte die Nationalbank eine Umstrukturierung angekündigt, einschließlich der Schließung der Zweigstellen in Kortrijk und Lüttich. 2020 wird die Hausdruckerei auch schließen, weil sie nicht mehr rentabel ist. Demnächst werden deshalb nur noch 1.650 Mitarbeiter für die Nationalbank arbeiten. Ende letzten Jahres waren es noch 1.828.

256 Mitarbeiter der Nationalbank im Alter von 57 bis 60 Jahren können jetzt schon zu Hause bleiben, wobei sie 45 bis 60 Prozent ihres Lohns behalten. Diese Mitarbeiter haben bereits in jungen Jahren mit der Arbeit begonnen und waren eigentlich noch sechs Monate bis drei Jahre von der gesetzlichen Rente entfernt.

Peinlich ist das nicht nur, weil die Michel-Regierung 2017 die Regeln für den Vorruhestand verschärft hatte, sondern weil die Nationalbank in ihrem Jahresbericht schreibt, dass die Belgier länger arbeiten müssen, um die Renten bezahlbar zu halten.

Die Nationalbank hatte damit gerechnet, dass nur 100 Mitarbeiter in den Vorruhestand gehen. Jetzt sind es aber insgesamt mehr als 250. Im Jahr 2018 waren bereits 85 Mitarbeiter in den Vorruhestand gegangen, in diesem Jahr folgen weitere 81, im nächsten Jahr 73 und weitere 17 im Zeitraum 2021-23.

Der geschäftsführende Finanzminister Alexander De Croo sagte dazu, dass „die nächste Regierung auf ein Verbot dieser Art von Überbrückungsregelung hinarbeiten muss“. Was soll er auch anders sagen, denn die Michel-Regierung versprach bei ihrem Amtsantritt im Jahr 2014, das System der „Arbeitslosigkeit mit einem Unternehmenszuschlag“ – besser bekannt als Vorruhestand – zu verschärfen. Das Ziel war ja, dass nach 2017 niemand mehr, der jünger als 60 Jahre ist, diesen Vorruhestand nutzen kann.

Unter dem Druck von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden ist die Reform abgeschwächt worden. Es gibt eine längere Übergangszeit. Zudem haben die Unternehmen Möglichkeiten gefunden, ältere Mitarbeiter zu entlassen. Dafür bezahlen sie aber eine Geldbuße. Allerdings stellt die Geldbuße nicht wirklich eine Abschreckung dar, denn letztes Jahr sind noch 2.304 Menschen unter 60 Jahren in den Vorruhestand gegangen. „Die Strafen reichen nicht aus“, schlussfolgert Minister De Croo.

Die Nationalbank hat bereits Geldbußen in Höhe von 719.000 Euro erhalten. Und in den kommenden Jahren könnte noch einiges hinzukommen.

hln/mz/km

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Ein Kommentar
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Ich kann nicht so viel essen wie ich täglich mehr k****n muss.

    Die Beamten des Föderalen Königreiches dürfen sich also noch mehr als bisher schon ein lustiges Leben auf Befehl der Föderalpolitiker vom MR machen und wir als ehrlich arbeitende Menschen aus der DG bis zum Sprung in die Kiste Steuern zahlen damit die Party bei der wir leider nicht dabei sein dürfen so richtig heiß ins laufen kommt. Straßen und Soziales dürfen derweil weiter verfallen weil alles Geld schon vorher zum Fenster mit vollen Händen rausgeworfen wird.

    I am not very amused.

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