Türkische Offensive in Syrien: De Crem will Sondertribunal für IS-Kämpfer

Nach Angriffen aus der Luft und mit Artillerie hat die Türkei im Norden von Syrien jetzt auch eine Bodenoffensive gestartet. Die Militäroperation richtet sich gegen die Kurdenmilizen, die von der Türkei als terroristisch eingestuft werden. Angesichts der neuen Entwicklungen wächst auch in Belgien die Sorge davor, dass festgenommene IS-Kämpfer wieder freikommen könnten.

Pieter de Crem (CD&V), Staatssekretär für Außenhandel

Pieter de Crem (Archivbild: Jasper Jacobs / Belga)

Der amtierende Innenminister Pieter De Crem betonte aber, dass britische und französische Truppen derzeit über die Gefangenenlager wachten. De Crem plädiert mehr denn je für die Schaffung eines internationalen Sondertribunals.

Durch die türkische Offensive in Nordsyrien hat sich die Lage dort dramatisch verändert. In erster Linie für die Kurden natürlich, die jetzt mit einer militärischen Übermacht konfrontiert sind. Dabei waren die Kurdenmilizen bislang die Verbündeten des Westens im Kampf gegen IS.

Kurdische Kämpfer bewachen auch die Flüchtlingslager im Norden Syriens, in denen auch IS-Kämpfer inhaftiert sind. Aufgrund der neuen Kriegsfront ist es denkbar, dass die Kurden die Bewachung der Lager jetzt vernachlässigen müssen.

Und dann, so die Befürchtung, dann könnten auch die IS-Kämpfer die Gelegenheit bekommen, zu verschwinden. Vor Ort sind auch noch Dutzende belgische Staatsbürger. Darunter rund 20 ehemalige IS-Kämpfer.

Wir wollen diesen Leuten vor Ort den Prozess machen, sagte der amtierende Innenminister De Crem in der VRT. Mit sechs weiteren europäischen Ländern arbeite man an der Schaffung eines Sondertribunals, das im Irak die IS-Mitglieder aburteilen soll.

Und dafür sei es nicht zu spät. In der Zwischenzeit sorgten britische und französische Truppen dafür, dass die Bewachung der Lager gewährleistet bleibe.

Roger Pint

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