Klima in Brüssel: 2050 so warm, wie Canberra heute

Wie verändert sich das Klima in Großstädten in den nächsten Jahren? Mit dieser Frage hat sich die Universität in Zürich (ETH) beschäftigt und weltweit das Klima von 520 Städten analysiert - so auch Brüssel.

Thermometer (Illustrationsbild: Pixabay)

Illustrationsbild: Pixabay

Wie die Tageszeitung de Morgen am Montag schreibt, wird die maximale Temperatur des wärmsten Monats in Brüssel im Jahr 2050 wahrscheinlich um 5,2 Grad steigen. Das bedeutet einen jährlichen Temperaturanstieg von 1,8 Grad. Die Wissenschaftler vergleichen das mit der Hauptstadt von Australien, Canberra – da ist es derzeit 5,2 Grad wärmer als hier.

Es gibt noch mehr Vergleiche: 2050 soll Amsterdam so milde Temperaturen haben wie Paris jetzt, London wie das heutige Barcelona und Madrid wie das heutige Marrakesch. Diese Vergleiche sollen eben nochmal ganz deutlich zeigen, welchen Einfluss die Klimaveränderung haben wird.

Laut den Wissenschaftlern der aktuellen Studie gibt es immer noch große Unterschiede zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen in Sachen Klimawandel und der öffentlichen Meinung. Diese Lücke wollen sie schließen. Wenn einem gesagt wird, dass die Erde zwei bis drei Grad wärmer wird, ist oft schwer vorstellbar, was das an unserem täglichen Leben ändern wird. Desto konkreter es wird, desto besser versteht man das. Diese Vergleiche machen das ganze schon sehr bildlich. Man soll sich jetzt aber auch nicht auf diesen Vergleich von Brüssel mit Canberra versteifen. Es ist so: Im Allgemeinen kann man laut der Studie sagen, dass das Klima von Städten im Norden in dreißig Jahren vergleichbar sein wird mit Städten, die jetzt 1.000 Kilometer weiter im Süden liegen.

Auch wärmere Winter

In Europa soll die Durchschnittstemperatur im Sommer um 3,5 Grad steigen und im Winter sogar um 4,7 Grad. Die Forscher sagen, dass sich das Klima von etwa 77 Prozent aller Städte weltweit verändern wird. Auch der Rest wird dann wahrscheinlich mit Wetterextremen zu kämpfen haben.

Für die Wissenschaftler bringt diese Veränderung auch politische und infrastrukturelle Herausforderungen mit sich. Deshalb stellen sie auch ihre Erkenntnisse zur Verfügung, um es Stadtplanern zu erleichtern, neue Konzepte für Städte zu entwickeln – um sie auf den Klimawandel vorzubereiten. Desto schneller das jetzt passiert, desto besser.

demorgen/lo

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