Krawalle an Silvester: De Crem fordert bessere Polizeiorganisation

Innenminister De Crem hat als Reaktion auf die Ausschreitungen in Brüssel in der Silvesternacht eine bessere Organisation der Polizeikräfte in der Hauptstadt gefordert. Die Gefahr von Krawalle sei bekannt gewesen und trotzdem habe sie stattfinden können, kritisierte De Crem. Er kündigte an, dieses Jahr mehr als 2.000 Polizisten neu einstellen zu wollen. Wenn möglich sollten viele von ihnen gezielt nach Brüssel geschickt werden.

Pieter De Crem (Bild: Laurie Dieffembacq/Belga)

Pieter De Crem (Bild: Laurie Dieffembacq/Belga)

Die föderale Ebene werde ihre Verantwortung für mehr Sicherheit in Brüssel wahrnehmen, sagte Innenminister Pieter De Crem. Aber auch die lokalen Behörden müssten ihre Arbeit machen. Immerhin seien sie es, die die Polizeieinsätze in Brüssel planten.

Vor allem in der Stadtgemeinde Molenbeek, aber auch in Anderlecht war es zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere Autos wurden angezündet, ein Feuerwehrauto mit Steinen beworfen, mehrere Geschäfte geplündert, vier Polizisten beim Einsatz leicht verletzt. Allgemein sei die Silvesternacht aber friedlicher in der Hauptstadt verlaufen als in den vergangenen Jahren, teilte die Brüsseler Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Molenbeeks Bürgermeisterin Catherine Moureaux kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Krawallmacher an. Ungefähr 25 Personen waren vorläufig festgenommen worden, gegen zwei von ihnen wurde Haftbefehl erlassen. Sie wurden am Mittwoch vor einen Untersuchungsrichter geführt.

Die Polizei in Brüssel wollte laut Nachrichtenagentur Belga die Äußerungen des Innenministers nicht kommentieren. Aus den von Ausschreitungen betroffenen Polizeizonen hieß es lediglich, man sei ausreichend auf die Silvesternacht vorbereitet gewesen.

Kay Wagner