De Croo bringt Privatisierung der Bahn erneut ins Spiel

Der Minister für öffentliche Unternehmen, Alexander De Croo (Open VLD), hat erneut dafür plädiert, die Eisenbahn zu privatisieren. Das berichtet die Zeitung L'Echo.

Vizepremier Alexander De Croo

Bild: Dirk Waem/Belga

Die Privatisierung sei die passende Reaktion auf die allgemeine Unzufriedenheit gegenüber der Bahn. Die einzige Lösung sei, das Bahngeschäft auch privaten Partnern zu öffnen.

Das muss nach Meinung von De Croo nicht sofort geschehen, aber man müsse jetzt mit den Diskussionen beginnen. Ein politischer Verwaltungsrat sei keine geeignete Struktur. Der Minister schlägt vor, Bahnexperten aus anderen Ländern einzubeziehen.

Mobilitätsminister François Bellot hält nichts von dem Vorschlag. Allerdings habe die SNCB eine Modernisierung dringend nötig. Die sei aber bereits im Gange, so Bellot. Die SNCB brauche eine neue Betriebskultur und einfachere Strukturen.

belga/km

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9 Kommentare
  1. Alexander Hezel

    Man hat im Vereinigten Königreich gesehen, wie „gut“ sowas funktioniert: Züge sind zu spät, zu teuer und überfüllt, während 200 Millionen Pfund an Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Mittlerweile verlangt 70% der Bevölkerung eine Rück-Verstaatlichung… Alles nachzulesen in der britischen Presse.

  2. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werter Herr Hezel.
    Man muss es ja nicht machen wie in England. Eine gut geplante und gut überlegte Privatisierung kann durchaus eine Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln sein. Wäre doch mal eine Überlegung wert, ob man dort nicht belgisches Spargeld anlegen könnte.

  3. Maria van Straelen

    Herr Scholzen,
    diese schoene, heile Welt vom guten Arbeitgeber gibt es nicht mehr. Ein Unternehmen dieser Groesse ginge an die Boerse und schon sind wir beim Thema. NUR NOCH die Ausschuettung von Dividenden ist dann das Ziel. Das habe ich schon in den letzten 10 Jahren meines Berufslebens mitgemacht. Ausserdem, wie ich Belgien kenne, waere es wieder ein auslaendischer Investor, dem man nichts zu sagen haette, der aber super Bedingungen bekaeme und dann erstmal Personal einspart… nein dann lieber mal ein Streik. Uebrigens der vom 22. Und 23.06. Kostet mich ueber 200 Euro (Hotel & intern. Zug statt billiges Seniorenticket)! Trotzdem ….

  4. Jean-Pierre DRESCHER

    Wieso NEIN?

    Herr Scholzen Eimerscheid hat Recht. Warum soll ich meine Steuergelder bezahlen müssen für eine unrentable Beamtenbahn aus Großvaters Zeiten, nur weil eine gewisse Lobby dies von uns Steuerzahlern verlangt?

    Machen dieselben Leute nicht ständig den Sozialismus, die UdSSR und die frühere DDR schlecht wegen den staatseigenen Betrieben damals aber treiben Lobbyarbeit bis zum Umfallen für den westeuropäischen Staatskapitalismus? Ich finde so etwas echt absolut paradox und mit keiner vernünftigen Erklärung begründbar wie man sich so dermaßen in seinen Prinzipien selber widersprechen kann.

    Aber seis drum – noch andere Arbeiter werden sich fragen warum es Leute in staatskapitalistischen Betrieben und Amtsstuben von Westeuropa gibt, die besser behandelt werden als der normale fleißige werktätige am Band in der Fabrik oder auf der Baustelle bei Wind und Wetter.

    Und für eine unrentable Beamtenbahn die z.B. zwischen Eupen und Verviers mit stündlich 12 schweren Luxuswaggons fast nur heiße Luft rumfährt gibts energieeffiziente günstige heimische Reisebusunternehmen.

  5. Torsten Hopp

    Privatiesierung ist das Schlimmste was Pasieren kann, weniger Züge, Höhere fahrpreise und es muss Trotzdem vom STaat Geld in die Infrastrucktur gesteckt werden, den wenn man denkt, das man alles Privatisieren kann ist es einIrglaube.
    Beiu den Britten hat es sogar zu Toten geführt, da der Netzbetreiber kein Geld für unterhalt hatte und es dasurch zu Tötlichen Unfälle gekommen ist. Nahverkehr gehört in Staatliche hand und sollte besser verwaltet werden, aber nicht Privatisiert, da dann nur Dividenden und nicht Sicherheit wichtig ist. In Deutschland werden jetzt auch etliche Milliarden über jahre ausgegeben, da man versuchen wollte an die Börse zu gehen und alles Kaputgespart hat und es jetzt Reparieren darf, was mehr kostet als wen man es gelassen hätte wie es war.
    Und erbärmlich ist es, das man der Meinung ist, einen Zug in Verviers Wenden zu lassen und dann den Verkehr nach Eupen anders zu Regeln, betrieblich ein Riesen fehler.

  6. Jean-Pierre Drescher

    Was Sie ansprechen, Herr Hopp, bezieht sich auf den total gescheiterten (Nicht-)Staat BRD bzw. die ehemaligen Probleme in England vor etwa 20 Jahren. Bei den jüngsten Ereignissen zwischen A wie Asylmissbrauch und Z wie Zerstörung der Solidargemeinschaft zeichnet sich das Ende der Merkel ja nun auch offiziell in den offiziellen Medien der BRD ab.

    Aber man kann die Zustände der Denationalisierung in der BRD nicht auf andere Länder als hypothetisches Szenario einfach so übertragen.

    Die Beamtenbahn des Föderalen Königreiches ist alles andere als umweltfreundlich mit vielen Uralt-Dieselloks von 1960 bzw. Strom zu etwa 50 Prozent aus den Schrottmeilern, verursacht viele Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit trotz Zugsicherung MEMOR CROCODILE, kostet Geld der kleinen Leute was in Schulen, Altenheimen, anderen Sozialeinrichtungen zur Reparatur unserer kaputten Straßen dringend benötigt wird.

    Und denken Sie bitte beim Thema Fahrpreise an Flixtrain. Eigenwirtschaftlich geführt mit heimischen Arbeitern ohne Lohndumping, dennoch schnell, bequem und günstig.

  7. Alexander Hezel

    Na endlich, zum Glück bringt nochmal jemand die Asylproblematik zu Sprache, es wurde ja schon fast langweilig… Was war noch gleich das Thema des Artikels? Schon vergessen.

    #Sarkasmus

  8. Pascal Schmetz

    Herr Drescher, ich habe Ihnen letztens schon alles erklärt.. Die alten Baureihen die Sie da ansprechen werden mit und mit Ausgemustert. Die SNCB ist genauso Umweltbelastend wie die DB oder CFL SNCF oder dergleichen.. Ausserdem sind die alten GM 567er Zweitakter bedeutend sparsamer im Dieselverbrauch Pro bewegte Tonne als JEDER Lastwagen dieser Welt. Bitte Informieren Sie sich nochmals Gründlich bevor Sie hier wieder Ihre Unwahrheiten verbreiten.

    Zum Thema Privatisierung, da haben meine Vorredner schon alles dazu gesagt. Privatisierung in Belgien würde wohl richtig schief gehen da nur die Dividende zählt und nicht Sicherheit oder Komfort der Fahrgäste…

  9. Peter Schallenberg

    Thema war die Privatisierung der Eisenbahn. Und da möchte ich unterscheiden:
    Der Eisenbahnverkehr mag von mir aus privatisiert werden, das hat weder größere Vor- noch Nachteile für Arbeitnehmer oder Fahrgäste.
    Das Eisenbahnnetz, die Infrastruktur also, gehört wie alle Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge allerdings in Staatshand, meinetwegen auch mit beamteten Mitarbeitern. Die neoliberalen Spielchen und das EU- Diktat der Privatisierung sind bzw. werden allesamt scheitern an der Geldgeilheit und der Verantwortungslosigkeit der Betreiber.
    Eisenbahninfrastruktur ist keine Modelleisenbahn sondern ein hochkomplexes System, das Fachleute und eine ausreichende Finanzierung benötigt um gut und sicher zu funktionieren. Und daran haben Wirtschaftsunternehmen kein Interesse, denen geht es nur um Profit und Kapitalverzinsung.

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