Großdemo in Brüssel gegen Rentenreformpläne

In Brüssel sind am Mittwoch Zehntausende Menschen durch das Zentrum der Stadt gezogen, um gegen die geplante Rentenreform der Föderalregierung zu protestieren. Die Polizei gab die Zahl der Demonstranten mit 55.000 an, die Veranstalter sprachen von 70.000. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

CSC

Bild: Dirk Waem/Belga

Es ging zu wie auf einem Volksfest. Musikgruppen spielten, Ballons flogen durch die Luft, die Farben der drei großen Gewerkschaften FGTB, CSC und CGSLB dominierten im Zug.

Vom Nordbahnhof zog er sich durch die Innenstadt bis zum Südbahnhof. Immer wieder machten die Demonstranten durch Transparente, Flugblätter und Sprechchöre darauf aufmerksam, worum es ihnen ging: Die Reformpläne zur Rente finden sie ungerecht. Sie befürchten, dass sie künftig zwar länger arbeiten müssen, aber dafür weniger Rente bekommen werden.

Das Punktesystem zur Rentenberechnung, wie Pensionsminister Daniel Bacquelaine es wünscht, lehnen sie zumeist ab. Auch die Einführung der Kategorie „schwere Berufe“, für die es Zusatzleistungen geben soll, sehen viele skeptisch. Zu viele Berufe könnten Anspruch auf Zusatzleistungen erheben. Doch genug Geld für alle sei nicht vorhanden.

Die Gewerkschaften können die Demonstration als großen Erfolg verbuchen. Im vergangenen Dezember hatte das Thema Rente nur halb so viele Menschen auf die Straßen der Hauptstadt gelockt.

Bacquelaine verteidigt seine Rentenreform

rtbf/vrt/belga/kw/sh

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