Belgien bestellt israelische Botschafterin ein

Belgien hat die israelische Botschafterin, Simona Frankel, einbestellt. Außenminister Didier Reynders reagiert damit nach eigenen Angaben auf die jüngsten Aussagen der Diplomatin. Frankel hatte am Dienstagmorgen in der RTBF die Opfer der Gewalteskalation im Gazastreifen pauschal als "Terroristen" bezeichnet.

Simona Frankel beim Neujahrsempfang des Königspaars im Januar 2017 (Archivbild: James Arthur Gekiere/Belga)

Simona Frankel beim Neujahrsempfang des Königspaars im Januar 2017 (Archivbild: James Arthur Gekiere/Belga)

Natürlich bedauere sie, dass es Tote gegeben hat, sagte Simona Frankel am Dienstagmorgen in der RTBF. Auch, wenn es sich dabei um 55 Terroristen gehandelt habe, die versucht hätten, die israelische Grenze zu übertreten.

Terroristen? „Ja durchaus!“, erklärt die israelische Botschafterin, in dem Sinne, dass die angeblichen Demonstranten im Grunde nur durch die Hamas instrumentalisiert worden seien.

Das gehe jetzt doch zu weit, reagierte Außenminister Didier Reynders. Wie könne man die Opfer denn pauschal als Terroristen bezeichnen, wenn doch mehrere Kinder unter den Toten seien? Deswegen wolle er die israelische Botschafterin jetzt auch zum Gespräch zitieren.

Er sei schockiert über die Aussagen, echauffierte sich auch Premier Charles Michel. Deswegen fordere er jetzt auch eine internationale Untersuchung des Vorfalls. Und er würde es nicht verstehen, wenn Israel das nicht akzeptieren würde.

Brüsseler Reaktionen auf die Gewaltexplosion im Gazastreifen

Roger Pint

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5 Kommentare
  1. Jochen Decker

    Schockiert müsste man eher über die Tatsache sein, dass Terroristen Kinder in Lebensgefahr bringen und deren Tod kaltschnäuzig in Kauf nehmen, um die gewünschten Bilder für die Weltpresse zu gewinnen.

    Welcher normale Mensch hätte seine Kinder dorthin mitgenommen?
    Einfach nur abscheulich. Vielleich findet Reynders dazu auch noch ein paar Worte.

  2. Dieter Leonard

    Sie haben Recht Herr Decker. Nicht diejenigen, die auf Kinder schießen tragen Schuld, sondern deren Eltern oder vielleicht die Kinder selbst.

  3. Werner Radermacher

    In den letzten Jahren wurden tausende Raketen von der Hamas auf israelische Schulen und Krankenhäuser abgefeuert. Dabei feuern sie aus den eigenen Schulen und benutzen ihrer eigenen Kinder als Schutzschilder. Auch diesmal haben die Palästineser wie immer an der Grenze provoziert. Die Hamas hetzt ihre Bevölkerung gegen den demokratischen Staat Israel auf und nehmen ihre eigenen Kinder als Schutzschilder. Palästinensische – vor allem Kinder – Opfer sind von der Hamas-Führung für ihr mieses Opferspiel sogar erwünscht. Die Hamas will Israel vernichten und ist dafür bereit, die eigenen Kinder zu opfern. Israel wehrt sich nur!! Unverständlich, das sich die westliche Welt auf Seiten der Hamas stellt.

  4. Alexander Hezel

    Bei den tausenden Toten auf diesem kleinen Flecken Erde im Namen des jeweils „einzig wahren“ Glaubens, und unter dem Vorwand von „göttlichen“ Ansprüchen auf Land und Menschen, wie soll man da nicht zu dem Schluss kommen, dass „Religion die Welt vergiftet“ (C. Hitchens) ?

    Krieg, Terror und die Macht des Stärkeren waren noch nie dauerhafte Alternativen. Irgendwann werden diese Menschen zusammenleben und miteinander auskommen müssen, ob sie das wollen oder nicht. Die Frage ist, wie lange sie sich davor noch gegenseitig abschlachten werden – halal oder koscher macht da keinen Unterschied.

  5. Marcel Scholzen eimerscheid

    Man sollte Israel nicht verurteilen. Jedes Land schützt seine Grenzen. Es war eine gezielte Provokation der Hamas. Hat willentlich und wissentlich Menschen als Kanonenfutter für ihre Ziele missbraucht. Das um von der desolaten Lage im Gazastreifen abzulenken. Auch in der islamischen Welt hat die Hamas viel Unterstützung verloren, damit auch viel Geld. Zum Beispiel Iran, weil die Hamas die sunnitischen Rebellen unterstützt.

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