Test-Achats: Japaner bauen die zuverlässigsten Autos

Die Verbraucherschutzorganisation Test-Achats hat einen Zuverlässigkeitsindex für Autos erstellt. Dazu hat sie PKW-Besitzer gefragt, wie oft ihr Fahrzeug in die Werkstatt musste und warum.

Lexus baut die zuverlässigsten Autos

Illustrationsbild: Kimimasa Mayama/EPA

Das Resultat: In den Top fünf der zuverlässigsten Autos findet man vier japanische Hersteller: Lexus, Honda, Toyota und Mitsubishi. Lediglich Porsche hat sich auf Platz drei dazwischen schmuggeln können. Seit Jahren liegen die Japaner in Sachen Zuverlässigkeit an der Spitze.

Schlusslicht sind die amerikanischen Marken Dodge und Chrysler, auch die italienischen Hersteller Alfa Romeo und Fiat sind am Ende des Feldes zu finden. Alle anderen europäische Marken liegen im Mittelfeld.

Die Unterschiede sind allerdings nicht besonders groß. Lexus auf Platz eins erreicht 95 von 100 Punkten. Schlusslicht Dodge hat nur 15 Punkte weniger.

Unterhaltskosten

Große Unterschiede gibt es dagegen bei den Unterhaltskosten. Am niedrigsten sind die Unterhaltskosten bei Dacia mit 200 Euro, am teuersten ist Mercedes mit fast doppelt so viel: 380 Euro.

Generell gilt: Bei Premium-Marken herrschen auch Premium-Preise. Dazu zählen Mercedes, Audi, BMW, und Volvo, aber auch Volkswagen und Renault. Günstiger sind neben Dacia auch Mazda, Nissan und Suzuki bei den Japanern, in Europa Citroën, Fiat und Skoda.

Insgesamt wurden 37.000 Autobesitzer in Europa befragt, 9.000 in Belgien. Vergleicht man die Ergebnisse mit denen von Tests vor mehreren Jahrzehnten, hat die Zuverlässigkeit nach Angaben von Test-Achats allgemein zugenommen. Der Grund: Fast alle Autos werden in Europa gebaut und müssen die immer strengeren europäischen Normen erfüllen.

Probleme und Pannen

Häufigste Pannenursache ist die Bordelektronik, die für jeden fünften Besuch in der Werkstatt verantwortlich ist. Auf Platz zwei und drei folgen die Bremsen und die elektronische Motorsteuerung.

Oft machen auch die Lampen, die Zentralverriegelung oder das Cabriodach Probleme – insgesamt hat fast jede dritte Panne eine elektronische Ursache.

Die Elektronik hat also den Rost als Hauptproblem abgelöst. Auch die mechanischen Komponenten halten immer länger. Wasserpumpe, Kupplung und Ähnliches werden im Durchschnitt nach acht Jahren und 200.000 Kilometern ersetzt.

Die Entwicklung hat das Berufsbild des Automechanikers verändert – vom „Schrauber“ geht es in Richtung Informatiker. Das spürt auch der Kunde, denn elektronische Probleme zu finden (und zu lösen) dauert viel länger, als früher für einen Besuch in der Werkstatt nötig war.

soir/vkr/km