„Paradise Papers“: Erste Namen belgischer Firmen bekannt – Schwarze Liste von Steueroasen geplant

Nach den Enthüllungen aus den "Paradise Papers" sind erste Namen belgischer Unternehmen bekannt geworden, die in Steuerparadiesen Geld angelegt haben: Genannt werden unter anderem der Pharmakonzern Janssen Pharmaceutica, der Versicherer Ageas und der Sportartikel-Hersteller Nike.

Foto: Nicolas Maeterlinck/Belga

Das berichten Le Soir, De Tijd und Knack, die an den Recherchen weltweit vernetzter Journalisten beteiligt waren.

Demnach gründete Nike über die Niederlande Briefkastenfirmen auf Bermuda. Janssen Pharmaceutica soll über Irland Milliarden unversteuert nach Bermuda geschleust haben. Ageas soll über eine Briefkastenfirma auf Bermuda 1,2 Milliarden Euro Gewinn angesammelt haben, ohne in Belgien auch nur einen Euro Steuer gezahlt zu haben.

Die belgische Versicherungsholding hat das zurückgewiesen. Ageas-Chef Bart Desmet versicherte im flämischen Rundfunk, dass alle Geschäftspraktiken legal seien. Ageas unterhalte seit 2009 keinerlei Offshore-Aktivitäten in Steueroasen.

Finanzminister Van Overtveldt (N-VA) will gemeinsam mit seinen europäischen Amtskollegen eine schwarze Liste von Steueroasen erstellen.

In den aufgedeckten Steuerdokumenten ist unter anderem auch vom Multimedia-Konzern Apple und von Formel-Eins-Fahrer Lewis Hamilton die Rede. Auch sie haben mit Tricks von der Möglichkeit zur Steuervermeidung Gebrauch gemacht.

vrt/jp

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Ein Kommentar
  1. jochen Decker

    Wer freiwillig mehr Steuern zahlt als er muss, der werfe den ersten Stein.

    Die Konstrukte und „Tricks“ sind zunächst einmal legal, das bringt unsere globalisierte Welt so mit sich. Wem es nicht beliebt, der muss Gesetze schaffen, die diese Möglichkeiten einschränken oder gar verhindern und da wurde offensichtlich kräftig gepennt, bzw. es war möglicherweise auch kein wirklicher Wille vorhanden.

    Dann sind die Aufschreie aber nicht in Richtung derer zu machen, die diese Lücken straffrei ausnutzen, sondern in Richtung der Politiker, die dieses absolut nicht neue Problem zu lösen nicht imstande oder einfach nur zu faul, bequem und/oder sogar unwillig waren.

    Statt Neiddebatten zu führen, sollte den Verantwortlichen Druck gemacht werden. Solange gedrosselte Staubsauger mehr Priorität erfahren, ist das offensichtlich auch nötig.

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