Drei Regionen, drei Führerscheine?

Seit diesem Monat gibt es in Flandern neue Regelungen in Sachen Führerschein und Führerscheinprüfung. Und auch in der Wallonie und Brüssel sind einige Änderungen vorgesehen - wenn auch erst für nächstes Jahr.

Führerschein

Bild: Siska Gremmelprez/Belga

Bisher war die Regelung in Flandern und der Wallonie einheitlich. Man macht die Theorieprüfung und muss dabei 41 von 50 Fragen richtig beantworten. Danach kann man sich entscheiden: Möchte man mit der Fahrschule auf Lizenz fahren oder auf eigene Faust, mit einem eigenen Begleiter?

Neu ist in Flandern ab jetzt, dass dieser Begleiter eine kleine Weiterbildung von drei Stunden absolviert haben muss, bevor er als Begleiter wirklich mit fahren darf. Und der provisorische Führerschein wird auch erst dann ausgestellt, wenn der Begleiter diese Weiterbildung nachweisen kann.

Diese Regel gibt es weder in Brüssel noch in der Wallonie. Ansonsten sieht es in Brüssel ähnlich aus: Ab 2018 ist es hier für Fahranfänger verpflichtend, bei der Theorieprüfung auch noch einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. Außerdem muss man ein Fahrtenbuch mit sich tragen, damit nachvollzogen werden kann, dass man mehr als 2.500 Kilometer gemacht hat.

Und auch in der Wallonie gibt es die ein oder andere Sonderregel: Wenn man etwa eine Frage zu einem wirklich ernsten Verstoß falsch beantwortet, dann fällt man bei der theoretischen Prüfung direkt durch.

Drei verschiedene Regelungen also in den drei Regionen – wie kann das sein? Das Problem ist, das die Fahrausbildung zu den Zuständigkeiten der Regionen gehört, aber der Führerschein vom Föderalstaat ausgestellt wird.

Im Moment herrschen deshalb auch hitzige Diskussionen zwischen dem Föderalminister für Mobilität, François Bellot, und dem flämische Mobilitätsminister, Ben Weyts. Bellot sagt nämlich, dass diese Weiterbildung für Begleiter gemacht werden kann – sie dürfe aber nicht Pflicht sein, um den provisorischen Führerschein zu beantragen. Deshalb hat er gegen die flämischen Pläne vor dem Staatsrat Berufung eingelegt.

soir/standard/lo

3 Kommentare
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Gratulation! Ein echtes Meisterwerk westeuropäischer Zusammenarbeit seit etwa 1950, dessen grandioser Fortschritt des „Zusammenwachsens“ jetzt sogar schon innerhalb eines einzigen Landes zu bestaunen ist. Und ich dachte schon Grenzzäune gegen Deutschland und Jugoslavien wären das krönende Prachtstück dieses „Friedensprojektes“ namens EU gewesen.

    Oder habt Ihr Euch beim BRF möglicherweise mit dem Datum vertan? Erster April ist doch erst in – ich bin etwas faul im Kopfrechnen – etwa einem halben Jahr.

  2. Peter Flegel

    Herr Drescher, jedenfalls grandios ist, wie Sie einen völlig voneinander unabhängige Sachverhalte überspannenden Bogen zurechtgranteln.

  3. Wotschke Anja

    finde es iwie schon richtig dass mit dem Erste Hilfe Kurs……jedenfalls in Österreich ist dies schon lange Pflicht – ohne bestandenem Erste Hilfe Kursnachweis dürfen die noch nicht mal die theoretische Prüfung ablegen, wie es jetzt in Deutschland und den anderen EU-Ländern ausschaut weiß ich nicht und trotzdem ist dieses Ansinnen meines Erachtens nach richtig.