Eurostadion in Brüssel vor dem Aus

Das geplante neue "Nationale Stadion" auf dem Brüsseler Heyselgelände steht definitiv vor dem Aus. Die Gemeinde Grimbergen zeigte dem Projekt jetzt die Rote Karte. Vorher hatte schon der RSC Anderlecht angekündigt, dass er nicht in dem Stadion spielen will.

So soll das neue Nationalstadion in Brüssel aussehen

Paul Gheysens, Chef von Ghelamco, bei der Vorstellung der Stadion-Pläne

Kein neues Stadion – keine EM 2020 in Brüssel. So einfach ist das. Und ob die Hauptstadt eine neue Fußballarena bekommen wird, das ist mehr und mehr zweifelhaft. Das Stadion soll auf dem sogenannten „Parking C“ hinter den Messehallen auf dem Heyselgelände entstehen. Der Parkplatz gehört zwar der Stadt Brüssel, er liegt aber auf dem Gebiet der flämischen Gemeinde Grimbergen. Die hat also ein Mitspracherecht.

In einem vorläufigen Gutachten hat sich das Gemeindekollegium von Grimbergen jetzt gegen den Bau der Arena ausgesprochen. Für die Gemeindeverantwortlichen gibt es da gleich mehrere Probleme. So werde in dem derzeitigen Projekt eine Reihe von städtebaulichen Normen unterlaufen.

Es gebe zu wenig Parkplätze, demgegenüber sei die Anbindung an öffentliche Verkehrsnetze unzureichend. Außerdem seien in dem Entwurf zu große Flächen für Erholung und Büros ausgewiesen, die gegen geltendes Recht verstießen. Mal ganz davon abgesehen, dass über den Parkplatz ein kommunaler Weg verläuft, der ohnehin jedes Bauprojekt bis auf weiteres unmöglich macht.

Letzte Woche hatte sich schon der Fußballclub RSC Anderlecht entschieden, seine Heimspiele künftig nicht in dem geplanten Stadion stattfinden zu lassen. Die neue Arena ist aber Grundvoraussetzung dafür, dass Brüssel in drei Jahren einer der Austragungsorte bei der Fußball-EM werden kann.

Baupromotor Ghelamco droht inzwischen mit Schadenersatzansprüchen.

rop/est - Foto: Thierry Roge/BELGA

Ein Kommentar
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Jemand der kein Interesse an internationalen Sportveranstaltungen mit der dafür notwendigen Verantwortung hat weil ihm der Busch oder die verfallenen Häuser aus der Vorkriegszeit wichtiger sind als die Pflege internationaler Beziehungen durch den Sport, sollte sich der Ehrlichkeit halber als Staat von vornherein aus solchen Wettbewerben zurückziehen, bevor er mit „C’est la vie“ die eingeladenen Nationen am Tag der EM vor vollendete Tatsachen stellt durch Nicht-Erföffnung der Euro weils kein Stadion gibt.