Angehörige der Brüsseler Terroropfer gründen Verein

Zwei Angehörige eines Opfers der Selbstmordattentate von Brüssel am 22. März haben einen Verein zur Unterstützung von Terroropfern gegründet. Die beiden Männer fühlen sich von Behörden und offiziellen Stellen nicht ausreichend unterstützt. Unter anderem fordern sie die Gründung einer zentralen Anlaufstelle für Terroropfer und deren Angehörige nach französischem Vorbild.

Gedenktafel für die Opfer des Terroranschlags vom 22. März in Maelbeek

Gedenktafel für die Opfer des Terroranschlags vom 22. März in Maelbeek (Archivbild: Laurie Dieffembacq/BELGA)

Frankreich hatte eine solche zentrale Anlaufstelle bereits in den 80er Jahren eingerichtet. Die beiden Belgier, die jetzt den Verein zur Unterstützung von Terroropfern ins Leben gerufen haben, sehen in so einer zentralen Anlaufstelle gerade für Belgien viele Vorteile. Es würde den Angehörigen von Terroropfern ermöglichen, nur einen einzigen Ansprechpartner zu haben, der sich um alles kümmert.

Sie selbst hätten es in den vergangenen Monaten mit zahlreichen unterschiedlichen Stellen zu tun gehabt, die je nach Landesteil auch noch ihren Namen geändert hätten. In einer Phase, wo vor allem Trauer und die psychologischen Folgen der Ereignisse im Vordergrund der Hinterbliebenen stünden, wäre eine einzige Anlaufstelle eine große Hilfe.

Außerdem kritisieren die beiden Männer grundsätzlich den Umgang mit den Hinterbliebenen. Einer der Vereinsgründer sagt zum Beispiel, dass er nie eine offizielle Nachricht erhalten habe, dass seine Frau bei den Anschlägen ums Leben gekommen sei. Und die parlamentarische Untersuchungskommission, die sich mit dem Ablauf der Rettungsmaßnahmen befasst hatte, habe die Hinterbliebenen nicht angehört.

Kay Wagner - Illustrationsbild: Laurie Dieffembacq/BELGA

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150