Trotz Hitzewelle: Schwimmen in meisten Küstenorten verboten

Der Spätsommer zeigt sich derzeit von seiner schönsten Seite. Mitte September und Temperaturen über 30 Grad - das hat es in Belgien so noch nicht gegeben. Das ungewöhnlich gute Wetter lockt in diesen Tagen auch viele Touristen an die Küste. Einige suchen die Abkühlung in der warmen Nordsee. Doch aufgepasst: Schwimmen ist in den meisten Badeorten zu dieser Jahreszeit verboten.

Rettungsschwimmer am Strand von Ostende: In den meisten Küstenorten endet ihr Einsatz mit den Sommerferien

Bild: Kurt Desplenter/Belga

Wassertemperaturen von 20 Grad und mehr: Ein Sprung in die sonst so kühle Nordsee ist zurzeit besonders verlockend. Doch abgesehen von bestimmten Strandabschnitten in Knokke, Blankenberge und Koksijde ist es an der belgischen Küste verboten zu schwimmen.

Der Grund: Es gibt keine Rettungsschwimmer mehr. In den meisten Küstenorten endet ihr Einsatz gemeinsam mit den Sommerferien. Und dort, wo keine Rettungsschwimmer sind, ist das Schwimmen im Meer grundsätzlich verboten.

Schwimmen nur bei grüne Fahne

Die meisten Touristen wissen aber nichts von dem Verbot. Und während sich die Urlauber an der angenehmen Zeit im Meer erfreuen, stehen An Beun vom Verband der Rettungsschwimmer die Haare zu Berge. Den meisten Touristen sei gar nicht bewusst, in welche Gefahr sie sich begeben, wenn sie an einer unbewachten Stelle im Meer schwimmen gehen. Wenn der Person im Wasser etwas zustößt, dauert es oft lange ehe Rettungskräfte mit Boot oder Hubschrauber vor Ort sind, erklärt Beun. Oft komme die Hilfe in solchen Fällen zu spät.

Deswegen ist Schwimmen der belgischen Küste seit Jahren nur dann erlaubt, wenn die grüne Fahne weht. Will heißen: Wenn der Strandabschnitt überwacht wird. Wer trotz Verbots ins Wasser springt, riskiert ein Bußgeld von 250 Euro.
Rettungsschwimmer gibt es auf den meisten Stränden von Anfang Juni bis Ende August.

Lage entlang der Küste völlig unterschiedlich

In Knokke, Blankenberge und Koksijde darf aber noch bis Sonntag in der Nordsee geschwommen werden. „Mit Flaggen und Schildern weisen wir darauf hin, dass Schwimmen hier in Koksijde erlaubt ist“, sagt Rettungsschwimmer Nicolas Cottine. Allerdings nur noch zwischen der gelben Bojen im Meer.

Das Problem: Jeder Badeort kann selbst entscheiden, wie lange er die Rettungsschwimmer einsetzt. Und das führt dazu, dass die Lage entlang der Küste je nach Kommune völlig unterschiedlich ist. Bredenes Bürgermeister sieht sich wegen des unerwartet guten Wetters im Spätsommer im Nachteil gegenüber anderen Küstenorten wie Koksijde, Blankenberge und Knokke, in denen das Baden noch erlaubt ist. Deshalb fordert er einheitliche Regeln für alle Küstengemeinden.

Bis dahin gilt: Füße im Wasser erlaubt, Schwimmen zurzeit nur an ganz bestimmten Stellen und auch nur noch bis Sonntag.

Alain Kniebs - Bild: Kurt Desplenter/BELGA

7 Kommentare
  1. Jürgen Schittenhelm

    Wir sind hierher gekommen, unter anderem um bei gutem Wetter in der Nordsee zu schwimmen. Jetzt stehen wir an Stränden mit Verbotsschildern. Für uns völlig unerwartet und unverständlich. In keinem Reiseführer und auf keiner WebSite wurden wir vorgewarnt. In allen anderen europäischen Ländern, in denen wir bisher am Meer waren (Frankreich, Italien, Niederlande, Großbrittanien, Spanien, Kroatien, Portugal, Deutschland) ist es erlaubt, auch außerhalb von überwachten Stränden bzw. überwachten Zeiten auf eigene Veranwortung im Meer zu baden. Dies entspricht auch meiner Einstellung zu Selbstverantwortung und Freiheit. Für uns ist das Verbot jedenfalls ein Grund, künftig keinen Urlaub mehr an der belgischen Küste zu machen.

  2. Nicole Pfeiffer

    Wir wollen Ende August an die belgische Küste. Ich bin Langstrecken Schwimmerin. Wenn ich dort nicht schwimmen kann, storniere ich die Reise und versuche eine Unterkunft in den Niederlanden oder in Frankreich ( Nähe Calais) zu bekommen.

  3. Maria van Straelen

    Dann lesen Sie mal bitte den Kommentar im BRF von heute „Vier Maenner vor hollaendischer Kueste ertrunken“, und im Text noch schlimmer: 270 Menschen mußten an einem Tag gerettet werden, weil es GOTT SEI DANK einen Rettungsdienst gab… Nur weil Sie, Frau Pfeiffer, Langstreckenschwimmerin sind, muß die Regel geändert werden, z.B. ein Plakat: „Schwimmen verboten, außer Frau Pfeiffer“
    Und Herrn Schittenhelm schlage ich vor, sich an all die anderen Küsten zu begeben, die überfüllte belgische Küste wird’s Ihnen danken. Selbstverantwortung gilt nur so lange, bis was passiert (Autounfall, schlimme Skiunfälle – alles Leute, die sich überschätzen, dann müssen die Retter doch ausrücken, ihr eigenes Leben riskieren, um u.a. Ihr’s zu retten… Kann es sein, dass Ihr Bericht vom 24. Sept. 2019 ist ?
    Wie egozentrisch muss man sein, wenn man hier droht mit „dann komme ich nicht“, wo eh alles überfüllt ist. Die belgische Küste wird diesen Verlust überleben …

  4. Pierre Völl

    Wie selbstverantwortlich und freiheitlich gewisse „Menschen“ sein können, haben wir ja am Sonntag in Blankenberge erlebt …

  5. Maria van Straelen

    Herr Völl, warum schreiben Sie „Menschen“ mit Anführungszeichen ?

  6. Yves Tychon

    Frau van Straelen,
    der ursprüngliche Bericht datiert vom 19.09.2016!
    Warum solle ollen Kamellen noch ausserhalb des Kontexts noch kommentiert werden können, ist mir schleierhaft.

  7. Jean - Marie Thomas

    Dieser Bericht ist aus dem Jahr 2016 .