6 Kommentare

  1. 1911 brannten 4000 Hektar. Jetzt sollns 3000 gewesen sein.

    Und wir wissen garnicht, obs wirklich 3000 Hektar diesmal wirklich waren. Weil kaum Wald verloren ging, sondern, eher noch relativ reversibel, meist Torf-Busch und Wiese am brennen waren.

    Viel schlimmer scheints schon wieder in Deutschland zu sein.

    Neben den immer schlimmeren Wildfires dort gegen die letzten noch nicht weggerissennen Wälder sterben scheinbar jährlich 100.000 Hektar letzter Wald einfach weg durch den toxischen Mix aus [osteuropäischem] LKW-Ruß, Sturmriss und Extremsthitze wie nie zuvor und dem Borkenkäfer.

    Ernsthaft Probleme hat der Vennbrand der physischen Sicherheit den umliegenden Dorgemeinden bereitet. Dieses Risiko [Leykaul und Küchelscheid mussten evakuiert werden] ist wirklich als Naturkatastrophe zu bezeichnen und wird "Euregio-"Katastrophenschutz" verlangen.

    Zzgl. der Gift-Dunst-Wolken.

  2. Es ist doch mal erfrischend einen Kommentar zu hören der nicht gleich vom menschengemachten Klimawandel als Grund für den oder die Brände spricht. Ja, bereits 1911 gab es aussergewöhnlich warme und trockene Perioden, auch ohne dass man dies gleich mit einem CO2 Ausstoss in Verbindung brachte. 99% der Wald- und Wiesenbrände sind wohl von Menschen verursacht, direkt oder indirekt, jedenfalls aber nicht von CO2 Ausstössen und auch nicht vom Klimawandel.

  3. Sehr gute Anstösse in diesem Kommentar, da es um die Frage geht wie der Mensch sich positionniert zu den Natürlichen Einheiten, in diesem Fall zum Hohen Venn.

    Wenn das Hohe Venn eine Stimme hätte, was würde es uns jetzt im Nachhinein sagen? Welche Bilanz würde das Hohe Venn ziehen?

    Es wäre wünschenswert unsere
    anthropozentrischen Haltung zu hinterfragen und die Zukunft zu gestalten wo Mensch und Landschaft gleichberechtigt behandelt werden und jeder zu seinem Recht kommt.

    Nochmal einen grossen Dank für den Einsatz aller Menschen in der letzten Woche (und vorher).

  4. Diese Brandkatastrophe muss auch ein politisches Nachspiel haben. Es muss darüber diskutiert werden, ob Zivilschutz, Feuerwehr, etc gut ausgerüstet und gut ausgebildet sind. Anscheinend nicht, denn sonst wäre fremde Hilfe nicht notwendig gewesen. Es ist wie immer. Es muss zu erst was schlimmes passieren bevor was unternommen wird. Das Schaffen "schöner Pöstchen" war eben wichtiger.

  5. Wenn die einzige Lehre dieser Katastrophe die Frage sein sollte, wie wir in Zukunft mit dem Hohen Venn umgehen sollen, ist diese für für viele Menschen in unserer Gegend identitätsstiftende Landschaft wohl umsonst verbrannt.
    Selbstverständlich hat der Klimawandel nicht das Venn entzündet -dies war wohl eher ein fahrlässig oder kriminell handelndes Exemplar der Gattung Homo Sapiens- aber die Folgen des durch den Menschen und die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursachten Klimawandels, begünstigen solche und andere Naturkatastrophen.

    Da können die Ewiggestrigen noch so reaktionär gestikulieren, früher habe es auch Hitzeperioden gegeben. Geschenkt.

    Die Prognosen der Wissenschaft zu den Folgen des Temperaturenanstiegs sind seit Jahrzehnten eindeutig und treffen zu:
    - Gletscherschwund,
    - erhöhtes Risiko für Sturzfluten, häufigere Überschwemmungen, verstärkte Erosion,
    - Verringerung der Schneedecke und des Wintertourismus,
    - erheblicher Artenverlust,
    - hohe Temperaturen und Dürre ,
    - reduzierte Wasserverfügbarkeit, reduziertes Wasserkraftpotenzial, reduzierte Ernteerträge,
    - wachsende Gesundheitsrisiken aufgrund von Hitzewellen,
    - Erhöhte Häufigkeit von Waldbränden und Naturkatstrophen.
    (Quelle: IPPC 2007)

    Noch Fragen?

  6. Nach vielen Jahren der Abwesenheit habe ich das Hohe Venn im letzten Jahr wieder entdeckt. Die Landschaft ist einzigartig ! In diesem Jahr war ich wieder da. Was mir auffiel: Das Moor wirkte völlig ausgetrocknet. Vieles wirkte ausgetrocknet.

    Eine erschreckende Beobachtung musste ich während einer Radtour auf der Vennbahn zwischen Monschau und Waimes machen: Ich sah, wenn Menschen auf offenem Feuer Speisen erwärmten.

    Diese Ignoranz ist für den Brand des Venns verantwortlich.