Zwischenruf: DG wird Ostbelgien

Jahrelang hat sich Karl-Heinz Lambertz für den Begriff "DG" stark gemacht. Inklusive Aufkleber fürs Auto. Jetzt geht "DG" über die Wupper. Oder über die Weser. Oliver Paasch - von "ProDG" - ist jetzt "pro Ostbelgien".

BRF-Redakteur Manuel Zimmermann

BRF-Redakteur Manuel Zimmermann (Bild: Achim Nelles/BRF)

Kaum zu glauben. Der Stuhl, auf dem Karl-Heinz Lambertz als Parlamentspräsident gesessen hatte, war noch warm, da wurde auch schon der Begriff DG in Frage gestellt. Ein vertrauter Begriff sei er geworden, aber für die Außendarstellung untauglich, sagt die Eupener Regierung.

Wenn das der Fall ist, dann hat man in der Regierung eine sehr lange Leitung. Jeder Normalsterbliche, der nur mal nach Baelen oder Prüm gereist ist, weiß schon lange, dass der Begriff DG vor allem fragende Gesichter hervorzaubert.

Offenbar haben sich die intensiven Außenbeziehungen nun doch gelohnt. Stell dir vor: „DG – Deine Gemeinschaft“, die kennt kein Mensch. „Willkommen in Ostbelgien“, die Schlagerhymne gab es ja schon.

Der Hinweis an die Bevölkerung ist eigentlich längst überfällig und so aktuell, als würde uns Oliver Paasch berichten, dass man sich besser nicht schon beim Duschen die Haare föhnt.

„DG“ war für Karl-Heinz Lambertz noch das Maß aller Dinge. Vorbei! Von wegen ‚Small is beautiful‘. ‚Ostbelgien is back in town‘ – oder in der ganzen Dorf-Gemeinschaft DG. Nicht nur für Lambertz ein fundamentaler Paradigmenwechsel.

Obrigkeitstreue Ostbelgier können ihren DG-Aufkleber wieder vom Auto kratzen und vielleicht prophylaktisch schon ein OB hinkleben. Was sollte das D und G auch auf dem rostigen PKW, wo doch die meisten an Dolce und Gabbana denken?

Hach, da wird man fast wehmütig. Irgendwie passte es schon. Ein Luxusproblem. Aber jetzt nur noch Wegwerfartikel.

Manuel Zimmermann - Bild: Achim Nelles/BRF