Sängerin Angèle räumt fünf MIA’s ab

Im Brüsseler Heysel sind am Donnerstagabend die flämischen Musikpreise, die MIA's, vergeben worden.

Die belgische Sängerin Angèle (Bild: Laurie Dieffembacq/Belga)

Bild: Laurie Dieffembacq/Belga

Große Gewinnerin ist die Brüsseler Sängerin Angèle. Sie gewann in jeder Kategorie, für die sie nominiert war – das heißt fünf Preise.

Angèle heißt im echten Leben Angèle Van Laeken. Sie ist 24 Jahre alt und ihre Geschichte hat etwas von einem traumhaften Märchen. Innerhalb von zwei, drei Jahren hat sie sich von einem Instagram-Phänomen zu der belgischen Künstlerin der Gegenwart und einer Generation entwickelt – nicht nur in unserem Land, sondern auch in Frankreich, wo sie derzeit viel auf Tournee ist, läuft es für Angèle ausgezeichnet.

Aufgewachsen ist sie in einer echten Künstlerfamilie in Linkebeek. Vater Serge Van Laeken ist Musiker – bekannt unter dem Künstlernamen Marka. Er ermutigte seine Tochter früh, Klavier zu spielen. Ihre Mutter ist die Komikerin Laurence Bibot. Sie sah auch früh Talent in ihrer Tochter. Das gilt übrigens auch für Angèles Bruder Roméo Elvis, dessen musikalische Karriere auch gestartet ist. Als Kind ihrer Zeit teilte sie ihre eigene Musik auf Instagram. Sie sang aus ihrem Zimmer. Mittlerweile hat sie mehr als 2,6 Millionen Follower.

Im Herbst 2017 schlug ihre erste Single, das eingängige „La loi de Murphy“, wie eine Bombe ein. Ende 2018 wurde dann das lang erwartete Debütalbum „Brol“ veröffentlicht. Und seitdem gibt es kein Halten mehr. Der echte Knaller und Hit wird das besonders gelungene Duett mit ihrem Bruder Roméo Elvis. Im französischsprachigen Belgien bricht „Tout oublier“ Rekorde. Kein Titel war so lange im frankophonen Teil Belgiens auf Platz 1, auch in Flandern der Hit des Jahres. Renommierte Musikpreise gab es für ihr Album auch in Frankreich.

Der Vergleich mit dem Brüsseler Wunderkind Stromae ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Beide Künstler punkten in ganz Belgien und sind aus dem Nichts die Stimme ihrer Generation mit zeitgenössischer Popmusik in französischer Sprache geworden. Der Vergleich mit Stromae schmeichelt ihr bestimmt. Musikjournalisten schreiben, dass es noch etwas zu früh ist, sie mit Stromae auf eine Stufe zu stellen. Aber auch amerikanische Musikmagazine haben sie schon entdeckt. Man hält es nicht für undenkbar, dass sie es in dern USA wie einst Jacques Brel schaffen kann. Aber sie weiß auch um den Druck. Angèle hatte keine Zeit für ein vollwertiges zweites Album. Deshalb gab es erst mal „Brol: la suite“, mit einigen neuen Liedern und überarbeiteten Hits. Angèle selbst sagte dazu: „Ich muss zuerst als Mensch und als Künstlerin wachsen können“.

Es läuft auch wirtschaftlich gut: Die Brüsseler Sängerin ist eines der neuen Gesichter der französischen Modemarke Chanel. Sie wirbt für eine neue Sonnenbrillenkollektion, unter nderem. neben dem amerikanischen Sänger Pharrell Williams. „Eine Win-Win-Situation“, so eine Modesoziologin. „Angèle spricht ein Publikum an, das Chanel ohne sie nicht erreichen würde.“

Nach der Show der MIA’s sagte sie, dass es gut ist, wenn belgische Künstler auf beiden Seiten der Sprachgrenze auftreten. Vielleicht müsste das Interesse für flämische Künstler im Süden des Landes auch noch zunehmen.

Die Band Balthazar bekam zwei MIA’s, ebenso der flämische Popstar Niels Destadsbader. Clouseau gewann in der Kategorie „Beste Musikgruppe“.

Den MIA für sein Lebenswerk bekam der 70-jährige Arno.

belga/vrt/jp/mz

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