2015: Die unendliche Geschichte um ein Eupener Kulturzentrum kommt zum Abschluss

Nach fast 50 Jahren entscheidet sich Eupen für eine "Kulturmeile".

"Alter Schlachthof" in Eupen vor der Eröffnung

Rundgang bei der Eröffnung des "Alten Schlachthofs" (Bild: Timea Palotas/BRF)

Für Eupens Kulturinfrastruktur ist das erste Septemberwochenende ein Meilenstein: Nach fünfzehn Jahren Planung und Renovierung ist der ehemalige Schlachthof am Rotenberg zum Kulturzentrum geworden!

Erste Schritte gab es 1968, als die Stadt gemeinsam mit den anderen Gemeinden des Kreises Eupen sowie mit den bedeutendsten Kulturvereinigungen eine Interkommunale gründete mit dem Ziel der Errichtung eines – so die offizielle Bezeichnung – „Deutsch-Französischen Kulturzentrums des Eupener Gebietes“. Dieses Projekt verlief im Sande.

Anfang der 80er Jahre dann der zweite Anlauf. Akteure waren nun neben einer Reihe Architekten die Stadt Eupen, die zuständigen Kulturminister und der Rat am Kaperberg. Das Eupener Kulturhaus wurde mehr und mehr zum Politikum. Geplant waren unter anderem eine Bibliothek, Konferenzsäle und ein Konzertsaal mit 600 Plätzen. Auch der Rundfunk sollte dort unterkommen. Umstritten war vor allem der Standort. Insgesamt waren neun im Gespräch.

Um den Standort für das in den 80er Jahren geplante Mega-Projekt wurde heftig gestritten (Bild: SAE)

Um den Standort für das in den 80er Jahren geplante Mega-Projekt wurde heftig gestritten (Bild: SAE)

In den 90er Jahren – offenbar fehlten mittlerweile die Finanzmittel – gab die Stadt Eupen die Idee einer großen zentralen Kulturstätte auf und entschied sich für das Konzept der sogenannten Kulturmeile.

Der Jahresbeginn und das Jahresende sind vom islamistischen Terror geprägt. Am 7. Januar erfolgt in Paris ein Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“, gefolgt von dem Slogan „je suis Charlie“. Eine Woche später gelingt es einem Einsatzkommando, in Verviers eine Terroristenzelle unschädlich zu machen.

Am 13. November verursachen Terroristen ein Blutbad in Paris, das 130 Tote und über 600 Verletzte fordert. Frankreich sieht sich „im Krieg“ und verhängt den Ausnahmezustand. In Belgien patrouillieren Soldaten. Die Ermittlungen zeigen Verbindungen zum Brüsseler Molenbeek auf.

Polizisten beim Zugriff auf Verdächtige in Molenbeek (Bild: Benoît Doppagne/Belga)

Polizisten beim Zugriff auf Verdächtige in Molenbeek (Bild: Benoît Doppagne/Belga)

Werner Mießen