Für Norbert Huppertz und Johannes Weber ist die Ausstellung der vorläufige Höhepunkt einer langjährigen Freundschaft. Seit ihrem ersten Treffen im BRF-Funkhaus ist der Kontakt nie abgerissen.
Ihre Kunst könnte unterschiedlicher kaum sein. Johannes Weber fotografiert die Natur – inspiriert von der japanischen Haiku-Dichtung. Im Mittelpunkt stehen flüchtige Momente, besondere Lichtstimmungen und das Vergängliche. "Tatsächlich ist es so, dass es bei dieser Fotografie darum geht, den Moment wahrzunehmen. Wir erleben täglich zufällige Momente, die z. B. durch bestimmte Wetterbedingungen oder Lichteinfall ganz besonders sind und nur von kurzer Dauer. Bei dieser Fotografie tritt die Technik ein wenig in den Hintergrund. Nur der Augenblick zählt."
Norbert Huppertz verarbeitet dagegen ein sehr persönliches Thema. Seine Partnerin ist an Demenz erkrankt. In seiner Werkstatt findet er einen Weg, Gefühle auszudrücken, für die Worte oft nicht ausreichen. "Ich habe diesen Weg gewählt, weil er für mich der Richtige war. Man konnte sich mit Material ausdrücken. Zuerst habe ich das Material gesucht und anschließend kamen die Ideen. Das hat mir sehr geholfen, alles zu verarbeiten. Unser Leben wurde praktisch von einem auf den anderen Tag auseinandergerissen."
Gerade diese Gegensätze machen den Reiz der Ausstellung aus. Auf der einen Seite die stille Beobachtung der Natur, auf der anderen die intensive Auseinandersetzung mit einer schweren Erkrankung. Zwei unterschiedliche Perspektiven, die miteinander ins Gespräch kommen. "Ich denke, es ist spannend, die Symbiose zwischen Norbert und mir zu sehen. Vor allem, um zu entdecken, wie unsere Werke in Beziehung zueinanderstehen", sagt Johannes Weber. "Bei Norbert wird schnell deutlich, dass große Gefühle zum Vorschein kommen. Ich darf die Verbindung zu dem sogenannten Zufallsmoment machen. Die Leute können unsere Werke entdecken. Sicherlich wird jede Person ihren eigenen Weg machen."
Die Ausstellung "Unterwegs in einer anderen Welt" wird am Freitag, 2. Oktober, um 18 Uhr im BRF-Funkhaus eröffnet. Zu sehen sind die Werke bis zum 25. Oktober.
Dogan Malicki






