Am Stand von Salomon Lilian auf der Tefaf in Maastricht hängt ein echter Rubens: "Kaiser Commodus als Herkules und als Gladiator". Den genauen Verkaufswert will Lilian nicht verraten. Nur so viel: Es sind mehrere Millionen Euro.
"Das ist ein frühes Werk von Rubens. Gemalt im Jahr 1599, bevor er nach Genua ging und als er noch in Antwerpen lebte. In jungen Jahren war er von Herkules und vom Altertum besessen", sagt Lilian.
Es sind auch Werke wie jenes von Rubens, die den Ruf und die Bedeutung der Messe in Maastricht ausmachen. Wer als Galerist einmal seinen Stand auf der Tefaf sicher hat, gibt ihn in der Regel nicht einfach so wieder ab.
Tausende Kunstwerke zu sehen
Mehr als 300 Aussteller sind dabei - und Tausende Kunstwerke, die eine bis zu 7.000-jährige Geschichte haben, sagt der Vorsitzende des Tefaf-Exekutivkomitees, Boris Vervoordt. Auch anonyme Werke sind dabei. Jedes mit einer Geschichte und einer Herkunft, erklärt er. "Und die Händler sind alle Spezialisten auf ihrem Gebiet", so Vervoordt.
Und diese sind aus zahlreichen Ländern nach Maastricht angereist. Auch die Galerie M.S. Rau aus New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana ist vertreten - und bietet unter anderem ein Werk von Auguste Renoir an: "Der Hut mit Kirschen" heißt es und ist mehr als acht Millionen Euro wert.
"Es ist die einzige Messe, auf der jedes Werk von Fachleuten begutachtet wird. Was ausgestellt wird, können die Käufer also mit Vertrauen erwerben", sagt Galerist Bill Rau. Das sei der Grund, weshalb man auch Werke von derart großer Bedeutung wie "Der Hut mit Kirschen" mit nach Maastricht bringe. "Wir würden solche Werke nicht zu vielen anderen Messen mitbringen", so Rau.
Museen suchen Ausstellungsstücke
Die König-Baudouin-Stiftung zeigt auf ihrem Stand in Maastricht Teile ihrer Sammlung - darunter ein Silbergeschirr von Rubens. Gefertigt wurde es im 17. Jahrhundert.
"Die Bedeutung der Messe besteht darin, einem internationalen Publikum zu zeigen, was wir machen. Auch weil wir die Werke unserer Sammlung in Museen unterbringen wollen, um unser Nationalerbe zu bewahren und weiterzugeben", sagt Jelger Bakker von der König-Baudouin-Stiftung.
Das könnten Museen in Belgien oder in einem anderen Land sein. Denn die halten auf der Tefaf ganz genau Ausschau nach möglichen Ausstellungsstücken.
Viele Museen hätten schon den Kauf von Werken bestätigt, sagt Boris Vervoordt, der Vorsitzende des Tefaf-Exkutivkomitees. "Aber auch Sammler kommen her, um etwas zu kaufen. Es gibt Werke für unterschiedliche Budgets", erklärt Vervoordt.
Und doch dürften die meisten Werke für die Mehrheit der Besucher der Kunstmesse in Maastricht kaum erschwinglich sein. Sie sind gekommen, um zu schauen und zu staunen.
Moritz Korff







