Blechformen an der Wand, gestapelte Ringe auf dem Boden, eine waagerecht hängende Stange. Auf den ersten Blick wirkt vieles im Ikob eher unspektakulär. Man muss genauer hinschauen. Dann wird klar: Die Objekte stehen unter Spannung. Sie speichern Energie - ganz real, im physikalischen Sinn.
"In allem ist Energie. Energie ist das, was in uns wirkt und unser Leben aufbaut, und genauso plastische Elemente und Formen bestimmt. Die Energie hat den größten Traum der Welt, den Traum vom Kosmos und von Menschen, von Werden und von Vergehen", erklärt Künstler Wolfgang Nestler seine Faszination für das Thema.
Für Nestler ist es nicht der erste Besuch in Ostbelgien. Schon 1997 war er an der Ausstellung "Volle Scheunen" beteiligt. Die Arbeiten, die jetzt im Ikob zu sehen sind, stammen aus verschiedenen Museen und aus Privatbesitz.
Aber was will diese Kunst eigentlich zeigen? Alles ist vergänglich - nichts bleibt, fasst Ikob-Museumsleiter Frank-Thorsten Moll die Botschaft zusammen. "Der Titel trifft es: Es sind Werdeformen. Das sind Formen, die nie fertig sind, die werden, die sind dazu gemacht, immer zu werden."
"Wir denken in der Kunstgeschichte häufig in Abgeschlossenheiten: Das war die und die Periode, das ist das und das Kunstwerk. Rahmen drum, schwupp an die Wand und dann ist es irgendwie fertig. Das ist aber eigentlich nie der Fall, weil wir Menschen, wir Gesellschaften, wir als Gemeinschaft uns die ganze Zeit verändern. Und mit uns verändern sich die Kunstwerke."
Wolfgang Nestler jedenfalls freut sich auf viele Begegnungen mit Besuchern - auch kritischen. Denn auch in Begegnungen, sagt er, steckt Energie. "Alle sollten die Ausstellung anschauen. Ich würde mich freuen. Ich werde jede Woche hier sein, nach Bedarf, vielleicht am Samstag oder am Freitag. Und ich freue mich auf jeden Besucher. Und dann kann alles passieren, denn dann ist alles möglich."
Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Juni zu sehen. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Ikob.
Gaby Zeimers














