Der Film "To be a day" von der belgischen Künstlerin Eva Claus zeigt Eindrücke eines Tages und hat die Kuratorin der Ausstellung, Brenda Guesnet, besonders berührt. "Da ist so was Geheimnisvolles im Alltäglichen. Der Verlauf eines Tages, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Für mich ist es ein Wunder, dass wir das jeden Tag aufs Neue erleben. Es erinnert mich auch daran, dass es etwas gibt in der Landschaft und in unserem Bewusstsein, das mit einer Beseeltheit zu tun hat."
Aktuell läuft die erste von vier Phasen der Ausstellung "Soul flashes" im Ikob - eine für jede Jahreszeit. Und jeder Jahreszeit wird ein Element zugeordnet. "In dem Programm geht es um Filme, die etwas mit den vier Elementen - Feuer, Wasser, Erde Luft - zu tun haben. Die Filme zeigen unsere Beziehung zur Natur und zur Landschaft und dass da Dinge passieren, die wir mit bloßem Auge nicht erkennen - und auch nicht total verstehen können. Ich wollte, dass die Filme Momente kreieren, wo eine Art Seele durchblitzt."
Die Filme zeigen aber nicht nur Natur in ungesehener Perspektive, sondern sie verraten auch viel über die Menschen hinter der Kamera und darüber, wie sie zur Natur stehen. Es ist das erste, eigenständige Videokunstprogramm, das das Ikob kuratiert.

Die Wahl fällt gut, denn ein Film macht es dem Besucher einfacher, ganz und gar in die Welt der Künstler einzutauchen. "Das bewegte Bild hat eine große Anziehungskraft. Zum Guten und zum Schlechten, denn wir leben heute in einer Zeit, wo uns bewegte Bilder ständig und vielleicht auch zu viel umgeben. Da ist die Ausstellung vielleicht auch eine Gelegenheit, sich eine halbe Stunde mal intensiv zu konzentrieren, sich auf eine andere Welt einzulassen und dabei vielleicht mal nicht aufs Handy zu schauen."
Wer die Seele blitzen sehen will, sollte diese Einladung annehmen. Noch bis Ende März kann man mit den aktuellen vier Werken ins Element Wasser eintauchen. Danach beginnt der Frühling im Ikob, mit dem Element Luft.
Anne Kelleter