Große Street-Art-Malereien. Unterschiedliche Tonfiguren. Recycelte Plastiktonnen. Schnell wir klar: Die sechs Kunstpositionen im Alten Schlachthof sind sehr unterschiedlich. Und doch sprechen sie eine gemeinsame Sprache. "Farbe und Materie stellen das Bindeglied zwischen uns Künstlern dar. Jeder Künstler drückt sich aber auf seine eigene Art und Weise aus", sagt Marie-Rose Cornely aus Kelmis. Die Malerin und Bildhauerin lässt sich auf ihren vielen Reisen inspirieren - Eindrücke, die sich besonders in ihren Street-Art-Werken wiederfinden.
Direkt daneben stehen die Werke von Claudine Mertens. Sie nimmt das Publikum mit auf eine Reise zurück in ihre eigene Kindheit. Ihre abstrakten Werke leuchten in kräftigen, lebensfrohen Farben. "Das Besondere ist, dass wir an einem ganz tollen Ort ausstellen dürfen. Wir sechs Künstler haben alle ganz viel Temperament. Hier gibt es also eine bunte Vielfalt, die sehr interessant zu sehen ist."
Henri Caps hat bereits europaweit und darüber hinaus ausgestellt. Er verwandelt vermeintlichen Müll, Schrott oder Fundstücke aus Fabriken, Wiesen oder vom Straßenrand in neue, überraschende Formen - und schenkt ihnen ein zweites Leben.
Fein und fragil wirken dagegen die Werke von Jenny Pirard. Ton ist ihr bevorzugtes Material. Daraus formt sie filigrane Objekte, spießt sie auf und lässt die entstehenden Schatten an der Wand ihre ganz eigene Geschichte erzählen.
Auch Christiane Henkens arbeitet mit Ton - und das bewusst ohne Farbe. Verschiedene Tonsorten sprechen für sich selbst. Ihre Skulpturen sollen beim Betrachter Heiterkeit und Glück auslösen.
Das sechste Mitglied der Gruppe ist Raphaëlle Baiverlin. Ihr Spezialgebiet: Holzkohlezeichnungen. Menschen stehen im Zentrum ihrer Werke. Sie malt intuitiv, lässt sich dabei von Musik leiten - und schenkt den Augen ihrer Porträts besondere Aufmerksamkeit, denn sie verleihen den Bildern, so sagt sie, ihre Tiefe.
Trotz der Vielfalt: Verbunden sind die sechs Künstler nicht nur durch die gemeinsame Leidenschaft, erklärt Marie-Rose Cornely. "Die Person, die uns über Jahrzehnte hinweg zusammengeführt hat, ist Carole Brenu. Sie ist die Ehefrau von Henri Caps. Sie hat jeden einzelnen von uns unterrichtet, aber jeder geht seinen ganz individuellen Weg. Wir alle treffen uns auch regelmäßig."
Und genau diese Vielfalt macht den Reiz der Ausstellung im Alten Schlachthof aus. Zu sehen ist die Gruppenausstellung noch bis zum 21. Dezember. Der Eintritt ist kostenlos.
Dogan Malicki











