Lee Ranaldo bringt Kunst und Klang ins Ikob

Vielleicht sagt Ihnen der Name Lee Ranaldo etwas? Oder Sonic Youth? Die 1981 gegründete Rockband ist international bekannt - und Lee Ranaldo hat sie mitgegründet. Doch der Gitarrist ist nicht nur musikalisch unterwegs. Er arbeitet schon seit Jahren als Künstler. Und aktuell macht er im Ikob in Eupen halt.

Lee Ranaldo, der beste Gitarrist der Welt, spielt Klavier (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Lee Ranaldo, der beste Gitarrist der Welt, spielt Klavier im Ikob (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Zwar tourt Sonic Youth nicht mehr durch die Gegend, Lee Ranaldo kommt aber immer noch viel rum. Zwischen Paris und Genf legt der Künstler einen Zwischenstopp in Eupen ein – und hat Skizzen im Gepäck. Die fertigt er passenderweise während seiner Reisen an.

„Lost Highways“ nennt sich die Zeichnungsserie. Lee Ranaldo dienen die Skizzen, anfangs schwarz und weiß, inzwischen bunter, als visuelles Tagebuch. Die Zeichnungen zeigen Wege und lange gerade Straßen – fast schon austauschbar aber doch immer mit Eigenheiten.

Dass Lee Ranaldos Weg nun nach Eupen führt, freut Museumsdirektor Frank-Thorsten Moll. „Es passiert nicht so oft, dass ein internationaler Punk-Star nach Eupen kommt. Das kommt daher, dass Johan Tahon hier ausgestellt ist und mit ihm befreundet ist. Sie machen auch Kunst und Musik zusammen. Und dann hat man rumgesponnen und überlegt, dass es eigentlich ganz cool wäre, wenn die beiden zusammen ausstellen.“

„Die Straße ist wie der Fluss, sie verändert sich ständig und bleibt doch immer gleich“, lautet Lee Ranaldos Fazit und der Titel der Ausstellung. Doch dabei beließ es der als Performancekünstler bekannte Ranaldo nicht. Im Rahmen der Vernissage führte der Musiker auch „Hurricane Transcriptions“ auf. Wenn man so will eine Vertonung des Hurricane Sandy, der 2012 wütete.

Lee Ranaldo erlebte den Hurricane in New York. Der Wind zischte an großen Wolkenkratzern und den ikonischen Feuerleitern vorbei. Die vibrierten und es entstand eine ganz spezielle Stimmung, die Lee Ranaldo aufzeichnete. Er hörte darin Stimmen, Chöre und Orchester, die er musikalisch festgehalten hat.

Andreas Lejeune