Ausstellung: Umbrüche – Mit der Kamera durch Lüttich

Ein Spiel mit Licht, Schatten und Architektur - das verspricht der Aachener Fotograf Arnd Gottschalk mit seiner Ausstellung "Umbrüche - Mit der Kamera durch Lüttich". Er macht einen Rundgang durch die Stadt an der Maas, der Lüttich von einer ganz anderen Seite zeigt.

Bahnhof (Foto: Arnd Gottschalk)

Guillemins-Bahnhof in Lüttich (Foto: Arnd Gottschalk)

Verfallene Gräber auf Friedhöfen, die meisten mehr als 100 Jahre alt, unbekannte U-Bahnschächte, die im Verborgenen liegen – alles Orte, die selbst einen Lütticher verwundern können. Das zeigt die Ausstellung „Umbrüche – Mit der Kamera durch Lüttich“.

Arnd Gottschalk schildert in über 30 Fotos seine persönlichen Eindrücke der Stadt Lüttich, die er in den letzten Jahren gewonnen hat. Die Idee zu der Fotoreihe entstand durch den Lütticher Bahnhof: „Der Ursprung war der Bahnhof, die fotografische Auseinandersetzung mit der Architektur des Bahnhofes. Aber irgendwann reift auch der Wunsch, dass ich mich mit der Stadt an sich auseinandersetzen wollte, die Stadt kennenlernen wollte auch mit der Hilfe von Menschen aus Lüttich, die mir ihre Stadt gezeigt haben und die mich an Ecken und Winkel geführt haben, die ich ohne Weiteres nicht gefunden hätte.“

Der Bahnhof Guillemins von dem Stararchitekten Calatrava ist ein außergewöhnliches Bauwerk, das stark an ein Ufo erinnert. Das Bauwerk hat keinerlei Säulen oder Wände im Inneren. Das macht es besonders für Architekturfotografen interessant, sich mit der Struktur, dem Licht und Schatten auseinanderzusetzen.

Arnd Gottschalk hat sich gezielt für Schwarz-Weiß-Fotografie entschieden: „Es war eine ganz bewusste Entscheidung, weil es klarer ist und besser vermittelbar, weil es eine einheitliche Sprache spricht, weil es zeitlos ist, weil es aber auch am besten zum Thema der Ausstellung passt.“

Auch bei der Zusammenstellung der Fotos lässt sich eine Struktur erkennen: Sie erzählen eine Geschichte, ergänzen sich gegenseitig, sprechen eine einheitliche Sprache, so Gottschalk. „Gerade bei einer Ausstellung die ‚Umbrüche‘ heißt, sollen diese Umbrüche natürlich auch auf den Bildern zu sehen sein und der Wunsch ist es, dass die Gäste und Leute, die das betrachten eben diese Geschichte nachvollziehen können und die sozusagen mit auf einen Stadtrundgang gehen.“

Hinter dem Projekt steckt mehr als Fotos schießen und aussortieren. Die Bilder sind in einem Zeitraum von über zehn Jahren entstanden. Mehr als 50 Besuche in Lüttich habe es gebraucht, um die Fotoreihe fertigzustellen. Sie hätte vor zwei Jahren gezeigt werden sollen, wurde aber dann coronabedingt abgesagt.

Umso mehr freut sich Arnd Gottschalk, dass seine Ausstellung nun stattfinden kann. Jetzt hat der Besucher die Möglichkeit, mit ihm auf Entdeckungsreise zu gehen und Lüttich von einer anderen Seite kennenzulernen.

„Lüttich ist von Umbrüchen geprägt über die Jahrzehnte hinweg und an vielen Stellen in der Stadt findet man Beispiele, wo Alt und Neu nebeneinander stehen auch in einem reizenden Kontrast zueinander stehen. Und eines der Beispiele ist die Häuserzeile am Maasufer, wo sich im Hintergrund der neue Finanzturm erhebt, ein sehr modernes Gebäude, was aber in einzelnen Stilelementen wiederum den Stil der Gebäude, die im Vordergrund zu sehen sind, aufgreift.“

Die Ausstellung kann noch bis zum 26. Juni im Aachener Zeitungsmuseum besucht werden.

Defne Özmen