„The Garden“ von Tanja Mosblech im Ikob

"The Garden" nennt sich die Ausstellung von Tanja Mosblech, die noch bis Sonntag im Ikob zu sehen ist. Die Künstlerin befasst sich in der Ausstellung mit dem Leben und siedelt dieses vor allem in der Natur an.

Die Motive, denen Tanja Mosblech sich widmet, lassen sich auf den ersten Blick oft nur erahnen. Es braucht Zeit und Auseinandersetzung, bis sich eine mögliche Bedeutung des Werkes offenbart.

Ziel der Künstlerin ist es auch, den Betrachter in die Vollendung des Werks mit einzubeziehen: „Also sie lässt ja auch ihre Werke ohne Titel da. Sie haben keine Titel, weil sie einfach auch möchte, dass man sich an schöne Sachen oder auch an nicht schöne Sachen erinnert. Ihre Kunstwerke sollen quasi die Erinnerung anregen, die wir in unseren Köpfen einfach haben“, erklärt Miriam Elebe.

Um das zu erreichen stellt Tanja Mosblech das Konkrete dem Abstrakten gegenüber. Die verschwommenen Grenzen, die in den dunklen Farben teils untergehen, bieten dabei den Spielraum für Interpretation. Und gleichzeitig symbolisieren sie das enge Zusammenspiel zwischen erinnern und vergessen.

Auch wenn die jetzige Ausstellung vor allem dunkler erscheint, in Mosblechs Werken bleibt eine gewisse Linie erhalten. Der Frauenkörper, der in älteren Werken der Künstlerin ein wiederkehrendes Motiv war, taucht auch hier ab und an auf, sagt  Miriam Elebe: „Also im Grunde ist Tanja vom Inhalt her gleich geblieben. Auch wenn man sagt „ich erkenne doch eine andere Richtung“, das ist richtig. Der Inhalt ist dennoch gleich. Aber das unterschiedlichste an ihren vorigen Werken ist wirklich die Farbe. Aber die Frau befindet sich teilweise auch hier in dieser Ausstellung in eigenen Kunstwerken.“

Eine Besonderheit von „The Garden“ ist die Ausstellung in der Ausstellung. Dort befinden sich vor allem kleinformatige Bilder: „Es gibt einen Kubus in diesem Raum, also nochmal einen Raum im Raum. Wie könnte man es nennen? Also für mich ist es quasi wie so eine Art Schatzkammer. Eine Schatzkammer der Erinnerung, weil Erinnerungen sind ja auch irgendwie Schätze. Es sind kleine Sachen, die sich dort drin befinden und die wirklich jeden einzelnen Betrachter nochmal anregen, sich an etwas zu erinnern“, so Miriam Elebe.

Der Kubus schafft in der Ausstellung ein Innen und ein Außen – und somit ein weiteres Zusammenspiel von Gegensätzen, dass sich durch die gesamte Ausstellung zieht. Diese zeigt auf, dass es eben dieses Gegenüber braucht. Das Konkrete braucht das Abstrakte, das Erinnern braucht das Vergessen. Und zu guter Letzt – das wird in Tanja Mosblechs Sammlung am deutlichsten braucht das Werk den Betrachter.

Andreas Lejeune