Preis für feministische Kunst: Ikob-Museum stellt Gewinnerinnen vor

Das Ikob-Museum hat 2019 zum Jahr der Frau ausgerufen und nur Werke von Frauen ausgestellt. Da passte die Idee, den Ikob-Kunstpreis auch diesem Thema anzupassen. Aus dem Kunstpreis ist in diesem Jahr ein Preis für feministische Kunst geworden und zahlreiche Künstler haben sich dafür beworben.

Preis für feministische Kunst: Ikob-Museum stellt Gewinner vor (Bild: Lena Orban/BRF)

Preis für feministische Kunst: Ikob-Museum stellt Gewinner vor (Bild: Lena Orban/BRF)

Der Feminismus steht im Vordergrund – und das in den unterschiedlichsten Formen. Die drei Preisträgerinnen des diesjährigen Ikob-Kunstpreises – der alle drei Jahre vergeben wird – haben alle ihre eigene Auffassung von Feminismus und stellen ihn unterschiedlich dar. Da ist zum Beispiel Andrea Radermacher-Mennicken: Sie kommt aus Raeren und hat den dritten Platz belegt. Sie hat sich vorgestellt, wie wohl das Erbgut von verschiedenen Frauen aussehen könnte. Sie hat Chromosomen spielerisch nachempfunden und will damit die Individualität der Frauen in den Vordergrund stellen.

Frauen – das ist das Thema in diesem Jahr im Ikob und laut Direktor Frank-Thorsten Moll war es dringend notwendig, dass ein Preis für feministische Kunst geschaffen wird. „In letzter Zeit wurde viel über Gender-Pay-Gap gesprochen, darüber dass Frauen für die gleiche Arbeit immer weniger verdienen. Frauen machen die schlechter bezahlten Jobs und die richtigen Jobs machen die Männer, und solange wir so eine Welt haben, ist Feminismus absolut wichtig.“

Über 300 Bewerbungen hat es gegeben, das sind mehr als bei den vergangenen Kunstpreisen. Dabei kamen zwei Drittel der Bewerbungen aus Deutschland, der Rest aus den Benelux-Ländern. Unter den Bewerbern war auch Julia Lübbecke. Sie ist die Zweitplatzierte und hat sich dem Begehren gewidmet – allerdings auch in einem politischen Kontext. Sie zeigt Material aus Archiven, Fotografien und Handybilder – angebracht auf Rigipsplatten.

Genau wie die anderen Preisträgerinnen musste sie eine externe Jury von ihrer Arbeit überzeugen. „Das waren vier Kolleginnen aus Belgien, die diese Wahl getroffen haben. Und ich gehe da voll mit, weil alle drei Preisträgerinnen das Thema ganz unterschiedlich behandeln. Manche direkt, manche nicht so direkt, manche mit Sprachwitz – es ist eine breite Palette von künstlerischen Möglichkeiten abgebildet“, sagt Moll.

Der Ikob-Kunstpreis ist international ausgerichtet und so wundert es auch nicht, dass die Erstplatzierte aus Großbritannien stammt und in Holland und Gent lebt. Helen Anna Flanagan präsentiert ein Videoprojekt, das eigentlich eine Trilogie ist. Sie erklärt, dass der Film, der im Ikob gezeigt wird, in einem Waschsalon in Gent spielt und verschiedene Persönlichkeiten zeigt, die eine gewisse Routine durchlaufen. Alle Persönlichkeiten haben ihre ganz eigene Geschichte und so behandelt ihr Film ganz viele verschiedene Bereiche.

Helen Anna Flanagan wird im nächsten Frühjahr auch eine Einzelausstellung im Ikob gestalten. Am Sonntag wird sie zusammen mit den anderen Preisträgerinnen ausgezeichnet – dann findet auch die Vernissage statt. Alle Kunstwerke werden noch bis Februar im Ikob zu sehen sein.

Lena Orban

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