Lebensziel: Glücklich sein – Maik Göbbels hat einen eigenen Ratgeber geschrieben

Der Personal Trainer und Motivationscoach Maik Göbbels ist unter die Ratgeber-Autoren gegangen. "Lebensziel: Glücklich sein" heißt das gut 160 Seiten starke Buch, das im Wissenschaftsverlag Springer erschienen ist.

Maik Göbbels mit seinem Ratgeber "Lebensziel: Glücklich sein" (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Maik Göbbels mit seinem Ratgeber "Lebensziel: Glücklich sein" (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Was war Ihre Motivation, diesen Ratgeber zum Glück zu schreiben?

Die Idee dazu, die kam vor einigen Jahren. Ich habe jetzt insgesamt, glaube ich, 11.000 Coaching-Stunden hinter mir. 25 Jahre arbeite ich mit Sitz- und Büro-Athleten und habe mit den Jahren mein eigenes Konzept entwickelt, wie ich die Menschen betreuen möchte, wie ich mit Menschen arbeite. Und dieses Konzept ist als Light Version, wenn man so möchte, als Buchform jetzt erschienen. Das ist der Hintergedanke.

Es gibt solche Ratgeber wie Sand am Meer. Was unterscheidet Ihren Ratgeber von den anderen?

Also es ist jetzt kein klassischer Glücksratgeber. Wenn man ein Buch schreibt, wird der Buchtitel erst am Ende mit dem Verlag bestimmt. Mein Ansatz ist, dass ich Menschen dabei helfen möchte, mehr Gesundheit zu bekommen. Und Gesundheit ist natürlich breit gefächert. Gesundheit ist ja nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern Gesundheit ist körperliches, soziales und seelisches Wohlbefinden. Und hier sehen wir schon die Zusammenhänge zwischen Körper und Geist, zwischen Körper und Psyche.

Zusätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn Menschen in einer guten Energie kommen, sie sich wesentlich besser fühlen. Und wenn das Ganze dann noch dazu führt, dass sie noch ein besseres Lebensgefühl, das heißt ein bisschen mehr Lebensfreude bekommen, so sind wir meiner Meinung nach schon sehr nah an der Definition des Glücks, weil Glück ist natürlich eine höchstpersönliche Definition. Glück haben – das haben wir nicht wirklich in der Hand. Glück und Pech haben, sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Auch wenn wir das in dem Moment, wo wir Pech haben, nicht wirklich erkennen, dass das die andere Seite der Medaille ist. Aber glücklich sein im Sinne von etwas für unsere Gesundheit tun, etwas für unsere mentale Strategie zu tun, wie wir mit Lebenskrisen umgehen, wie wir allgemein mit dem Leben umgehen, das haben wir sehr wohl in der Hand. Und das ist der Ratgeber. Es ist kein klassischer Glücksratgeber in dem Sinne von Denke positiv und die Welt wird rosarot und schön, sondern man muss wirklich den Hintern vom Sofa bekommen und etwas verändern, wenn man sich nicht mehr wirklich wohlfühlt in seiner Haut.

In Ihrem Buch kommen Sie nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher. Sie sprechen an einer Stelle sogar davon, dass man hin und wieder „Fünfe gerade sein lassen“ sollte. Wie meinen Sie das?

Also, ich habe da so ganz konkret eine Szene vor Augen. Ich habe ja mal ein Jahr in Hamburg gelebt und da ging ich öfters morgens an der Außenalster laufen und da kamen mir Leute entgegen, die wirklich, ja, man sagt so: den Angela-Merkel-Gesichtsausdruck hatten. Und dann hab ich gedacht: Wieso laufen diese Menschen eigentlich, wenn es ihnen keine Freude macht? Nur weil irgendein Ratgeber vielleicht sagt: Du musst soundso viele Kilometer pro Woche machen, damit es deiner Gesundheit dienlich ist? Ich sage: Wir müssen im Leben dafür sorgen, dass wir etwas machen, was uns Freude macht. Wenn ich keine Freude am Laufen habe, ja, dann lass es. Wenn ich keine Freude habe, mich gesund zu ernähren im klassischen Sinne, dann lass es. In meinem Buch habe ich auch diesen Spruch: Besser gut gelaunt zu McDonald’s als schlecht gelaunt zum Bioladen. Was möchte ich damit sagen? Nicht, dass man jeden Tag zu McDonald’s geht oder ähnlichen Ketten. Sondern dass wir einfach erkennen, dass das Leben letzten Endes zwischen den Ohren entschieden wird. Also ich habe lieber, wenn man eine gute Lebenseinstellung hat, lebensfroh ist, statt sich jeden Tag zu kasteien mit gesunder Ernährung, mit einem Sportprogramm wie ein Profi und letzten Endes dann ausgemergelt und ausgezehrt zu sein. Das hilft dem Gesamtsystem Körper auf keinen Fall.

Das wollten Sie also jetzt in Buchform vermitteln, übrigens auch mit Videolinks angereichert. Wie haben Sie da einen Verlag gefunden für dieses Buch?

Also, ich hatte die Buchidee und habe da wirklich einige Lebensjahre mit verbracht. Ich habe mich dann selber gestresst, obschon ich eigentlich sage, man soll sich nicht stressen, hat mich das wirklich gestresst, weil das etwas war, was ich noch nie gemacht habe. Ich habe gesagt: Okay, ich fange jetzt an, ein Buch zu schreiben und ich habe viele, viele, viele, viele, viele Seiten geschrieben, wo ich mich wirklich auch verlaufen habe. Dann habe ich irgendwann gesagt: So Stopp, du holst jetzt einen Schreibcoach, der dir hilft, das Ganze in eine bessere Form zu gießen. Und als wir das Buchprojekt besprochen haben, haben wir dann natürlich auch ein Exposé erstellt. Dieses Exposé habe ich dann zu drei großen Verlagen geschickt. Und das hat mich ehrlich gesagt sehr gewundert, dass ich von den drei großen Verlagen zwei konkrete Angebote bekommen habe. Zwar nicht direkt, das war noch ein bisschen Verhandlungssache, aber letzten Endes hatte ich zwei Verträge von renommierten Verlagen, wo ich dann praktisch aussuchen durfte. Und da habe ich mich dann für den Springer Verlag entschieden. Ich glaube ganz ehrlich, dass meine Zeit beim Hamburger SV da so ein bisschen geholfen hat.

Wenn wir Springer Verlag sagen, das ist nicht zu verwechseln mit dem Axel Springer Verlag.

Viele verwechseln Springer mit Bildzeitung, um Gottes Willen, das ist genau das Gegenteil. Springer ist der größte Wissenschaftsverlag, die akademische Welt weiß, dass Springer für absolute hohe wissenschaftliche Qualität steht. Und das war mir auch wichtig, weil ich kein Akademiker in dem Sinne bin, ich bin kein Wissenschaftler, sondern ich bin Wissenanwender. Und dieses Buch flankiert mich so ein bisschen und schützt auch so ein bisschen vor Leuten, die sagen: Ja, aber das kannst du doch nicht beweisen, was du da sagst. Vieles im Leben können wir nicht beweisen, aber vieles hilft. Und deswegen war es mir wichtig, den Vertrag beim Springer-Verlag zu unterzeichnen.

In ein paar Tagen geht es jetzt für Sie und eine Gruppe wieder nach Afrika, zum Kilimandscharo. Wie läuft eine solche Reise zum Kilimandscharo ab mit Maik Göbbels?

Mittlerweile nennen wir es ja die „Reise zum persönlichen Zellglück“, Zellglück heißt ja meine Firma in Luxemburg. 2009 habe ich das erste Mal 14 Ostbelgier zum Kilimandscharo begleiten können. Damals war es so, dass ich noch aus dem Training heraus sagte: Wir brauchen ein übergeordnetes Ziel, um Menschen dazu zu bringen, etwas an ihrer Fitness zu verbessern, wenn ich nicht dabei bin. Das heißt, ich konnte Trainingspläne erstellen und die Leute arbeiteten autonom, weil sie einfach wussten: Okay, ich muss in drei oder in vier, fünf, sechs Monaten auf dem Gipfel stehen und jetzt muss ich in Bewegung kommen. Ich muss etwas mehr auf meine Ernährung achten, ich muss etwas mehr trainieren. Und dieser Mechanismus funktioniert bis heute. Also alle Männer, die jetzt mit mir nach Afrika reisen – es sind mit mir 14 Leute -, sind jetzt in einer sehr, sehr, sehr guten körperlichen Verfassung. Da ich mich aber über die Jahre immer weiterentwickelt habe als Coach, habe ich gemerkt, dass wenn wir Abenteuerreisen unternehmen, müssen wir uns mal mit dem Wort Abenteuer und Reise beschäftigen. Abenteuer – das Wort Adventure kennt man aus dem Englischen noch besser, da steckt das lateinische Wort Advent drin. Advent heißt ankommen. „Wo“ ist die Frage letzten Endes. Wo komme ich dann an? Und wenn ich sage, ich komme bei mir selbst an, muss es ja auch etwas anderes geben als das Selbst. Das ist nun mal die andere Seite des Selbst: das Ego. Also lateinisch ego – Ich, das, was wir glauben zu sein, das würde jetzt den Rahmen sprengen, um da tiefer reinzugehen. Das machen wir aber am Berg.

Und die zweite Sache ist Reise. Reise hat ja nichts mit Urlaub zu tun. Wir fliegen ja nicht nach Mallorca, lassen uns da auskippen an einem All-In-Hotel und danach wieder einsammeln, sondern wir starten zu einer Abenteuerreise. Der Dalai Lama sagt: Eine Reise musst du einmal im Jahr machen. Wofür? Damit wir eine andere Wahrnehmung auf unser Leben bekommen, eine andere Perspektive auf unser Leben. Und das bekommen die Teammitglieder auf so einer Reise. Und ich helfe ihnen dabei, sie bei dieser neuen Wahrnehmung zu unterstützen. Wir machen kleine Impulsvorträge vor Ort, natürlich dann auch sehr abenteuerlich auf 4.700 Metern in einem Zelt, was auch nicht so ein klassisches Seminar ist, sondern etwas ganz Besonderes, um eine neue Wahrnehmung auf sich, auf ihr Leben zu bekommen. Und da bearbeiten wir natürlich das Thema Gesundheit, Energie, Lebensfreude, Erfolg, Mut, Angst. All diese Themen, die wir letzten Endes auch brauchen, um den Gipfel von 5.894, also fast 6.000 Meter, zu besteigen. Und da starten wir jetzt am Montag, dem 3. Oktober.

Stephan Pesch

Ein Kommentar
  1. Christel Jost

    schönes Interview, und viele Infos! Viel Glück und viel Erfolg…und Andy und ich durften mit dir die Schulbank drücken…Nimmst du Marly mit nach Afrika?